Nachrichten | 7.4.2008

Feldbesetzungen

Gentechnik-Kritiker entdecken alte Widerstandsform neu

In Gießen und Oberboihingen haben Gentechnik-Kritiker Felder besetzt, auf denen die Aussaat gentechnisch manipulierter Pflanzen geplant ist. Sie greifen damit auf eine Aktionsform aus den Anfängen der Öko-Bewegung zurück. In den 70-er und 80-er Jahren wehrten sich Umweltschützer mit Platzbesetzungen gegen den Bau von Atomkraftwerken und Wiederaufarbeitungsanlagen.

In Gießen errichteten rund 20 Feldbesetzer einen dreibeinigen Turm (Tripod), auf dem sich klettererfahrene Aktivisten angeketteten. Unter dem Turm platzierten sie ein speziell für diese Aktion gebauter Betonklotz mit Rohren zum Anketten. . Rundherum verkünden Schilder seither, dass hier eine "Gentechnikfreie Zone" eingerichtet wurde. Auf dem Feld plant die Universität Gießen die Aussaat von genmanipulierter Gerste. Nach Ansicht der Gegner ist der Freisetzungsversuch teuer, riskant und diene nur dem Profit weniger Konzerne und Karrieristen. „Wenn die Universität Gießen als formaler Antragsteller des Versuches nachweist, den Versuch zurückgezogen zu haben, werden wir unsere Türme und Betonblöcke freigeben“, sagte eine Sprecherin der Feldbesetzer auf Indymedia.org

In Oberboihingen bei Esslingen besetzten rund 20 Gentechnik-Gegner einen Acker, auf dem die Fachhochschule Nürtingen seit Jahren Anbauversuche mit dem Gen-Mais MON 810 von Monsanto unternimmt. Sie errichteten dort einen zehn Meter hohen Turm, den zwei Menschen in luftiger Höhe besetzt halten. Die Gentechnikgegner haben sich auf eine längere Besetzung vorbereitet. Sie wollen den Acker erst verlassen, wenn der Freisetzungsversuch verhindert wurde.
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