Nachrichten | 7.4.2008

Neuer Versuchsanbau

Seehofer-Behörde genehmigt manipulierte Zuckerrüben und Kartoffel

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Freisetzung gentechnisch veränderter Zuckerrüben und Kartoffeln genehmigt. Die zahlreichen Einwendungen seien bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung der Anträge „gewürdigt“ worden, teilte die Behörde mit. Gefolgt ist sie den Argumenten gegen die Versuche allerdings nicht. Vielmehr kommt das BVL in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie auf die Umwelt zu erwarten seien.

Die manipulierten Zuckerrüben enthalten ein Gen, das die Pflanzen gegen das Herbizid RoundUp von Monsanto resistent macht. Sie wurden seit 1995 in zahlreichen Freisetzungen auch in Deutschland angebaut. Zu erforschen gibt es da nichts mehr. Es gehe darum, überhaupt den Anbau gentechnisch veränderter Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen, sagt Annemarie Volling, Koordinatorin der gentechnikfreien Regionen in Deutschland. Einen Markt für die Rüben sieht sie nicht: „Die größten deutschen Zuckerhersteller, Südzucker und Nordzucker, schließen die Verarbeitung gentechnisch veränderter Zuckerrüben aus.“ Daran sollten sich das Pflanzenzucht-Unternehmen KWS und das BVL ein Beispiel nehmen, anstatt eine Risikotechnologie auf dem Acker zuzulassen, argumentiert Annemarie Volling. „Die Zuckerrübe wird in ihrem Auskreuzungs- und damit Kontaminationspotential von der Wissenschaft als hoch risikoreich eingestuft. Sie kommt hier gleich hinter Raps, der als nicht koexistenzfähig gilt.“ Angebaut werden dürfen die Rüben an drei Standorten in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bis einschließlich 2011.

In den Freilandversuchen des Chemiekonzerns BASF mit Kartoffeln an drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sollen insgesamt 538 Kartoffellinien mit unterschiedlichen gentechnisch veränderten Eigenschaften untersucht werden. Bei einigen ist die Zusammensetzung der Stärke in den Knollen verändert. Andere Knollen sollen widerstandsfähiger gegen Kraut- und Knollenfäule sein. Die Versuchen laufen bis 2012.

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