Nachrichten | 14.4.2008

Erfolgreiche Feldbesetzung

Hochschule sagt Gen-Maisanbau ab

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen stellt ihre Anbauversuche mit Gen-Mais ein. Sie erfüllt damit eine Forderung von Gentechnik-Gegnern, die die geplante Versuchsfläche seit Anfang des Monats besetzt hielten. Die Feldbesetzer begrüßten den Verzicht.

„Professor Andreas Schier, der wissenschaftliche Leiter des Projektes, kommt der dringenden Empfehlung der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach, das Forschungsprojekt mit gentechnisch veränderten Maispflanzen einzustellen“, heißt es in einer Erklärung der Hochschule. Der Rektor der Hochschule, Professor Werner Ziegler, bestätigte darin, dass der wachsende öffentliche Druck und die Feldbesetzung die nun gefasste Entscheidung beschleunigt hatten.
Projektleiter Andreas Schier erklärte: „Es gibt für mich keinerlei fachlichen oder wissenschaftlichen Gründe, die mich zum Rückzug bewogen haben, aber ich gebe dem Druck der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach." Ihm liege, so Schier, der Hochschulfrieden am Herzen. Hinzu kämen persönliche Anfeindungen, die vermehrt auch sein Privatleben und seine Familie beträfen. Diesen Druck könne er auch seinem persönlichen Umfeld nicht länger zumuten.
Die Feldbesetzer begrüßten die Mitteilung er Hochschule mit Jubel. Ihr Sprecher Jochen Fritz sagte: „Das ist ein Riesenerfolg! Wir haben Sturm und Schnee getrotzt – und täglich mehr Zuspruch aus der Bevölkerung erfahren. In dieser Situation hat die Hochschulleitung eine längst überfällige, richtige Entscheidung gefällt. Die aufregenden letzten Tage haben gezeigt, dass wir gemeinsam der Gentechnik Einhalt gebieten können.“ Mit einem Fest feierten die Besetzer das ganze Wochenende ihren Sieg, bevor die den Platz endgültig räumten.

Fotos von der Besetzung

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