Nachrichten | 21.4.2008

Gentechnik-Firma pleite

Protest hat die Investoren vertrieben

Die ostdeutsche Gentechnikfirma Novoplant GmbH hat Insolvenz angemeldet. Damit endet auch der Versuchsanbau genmanipulierter Erbsen, den die Firma in Gatersleben in Sachsen-Anhalt betrieb. Diesen mehrjährigen Versuch hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor einem Jahr genehmigt und dabei die Einwendungen von 75.000 Menschen abgeschmettert.

Doch es war dieser vom Umweltinstitut München koordinierte Protest, der Novoplant die Pleite brachte. Dieser hätte Investoren abgeschreckt, die das Unternehmen vor der Pleite bewahren sollten, heißt es im Biotechnologie-Magazin Transkript: Es zitierte Jens Katzek, Geschäftsführer der Gentechnik- Lobbyvereinigung BIO Mitteldeutschland: „Das Umweltinstitut hat gewonnen, Novoplant ist pleite. Glückwünsche nach München." Eine Investmentmanagerin sagte dazu: „Derartig heftige Proteste lassen auch bei Investoren Zweifel aufkommen, ob Grüne Gentechnik in Deutschland eine Chance hat."

Die Gen-Erbsen sollten mit Hilfe von Mäuse-Genen ein Medikament gegen Durchfallerkrankungen von Schweinen produzieren und in Zukunft als Antibiotika-Ersatz in Futtermittel gemischt werden. Der Versuch fand in unmittelbarer Nähe zur Gaterslebener Genbank statt, die neben weiteren 147.000 Landsorten verschiedenster Kulturpflanzen auch die weltgrößte Sammlung traditioneller Erbsensorten beherbergt. Denen droht nun keine Verunreinigung mehr.

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