Nachrichten | 28.4.2008

Neue Aktionen

Weitere Feldbesetzungen / Gen-Gerste vorerst verhindert / Gen-Weizenversuch zerstört

Mit ihrer Feldbesetzung haben Gentechnik-Kritiker für dieses Jahr den Anbau von Gen-Gerste an der Universität Gießen verhindert. Noch halten sie drei weitere Felder besetzt, auf denen Freisetzungen geplant sind. Der umstrittene Gen-Weizenanbau in Gatersleben in Sachsen-Anhalt ist vorerst gestoppt. Feldbefreier haben den Versuchsanbau zerstört. Für den Sommer sind weitere Feldbefreiungen angekündigt.

Die Universität Gießen hat ihren umstrittenen Versuchsanbau von Gen-Gerste für dieses Jahr eingestellt. Nach Ansicht der Gentechnik-Aktivisten war dies auf die dreiwöchige Feldbesetzung zurückzuführen. Diese erste derartige Aktion hat inzwischen einige Nachahmer gefunden. Im niedersächsischen Northeim campieren die Besetzer auf einem Acker, auf dem das Saatgutunternehmen KWS genmanipulierte Zuckerrüben anbauen möchte. Das „Bündnis gentechnikfreies Wendland“ überwacht zwei Äcker, die für den Anbau von genmanipuliertem Mais vorgesehen sind und hofft, mit seiner „eingreifenden Beobachtung“ die Aussaat verhindern zu können. In Forchheim bei Karlsruhe haben die Aktivisten einen Acker besetzt, auf dem das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) Auskreuzungsversuche mit gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto durchführen will. Vorerst letztes Ziel der Feldbesetzer war das hessische Groß-Gerau. Dort will die Universität Gießen Gen-Mais anbauen. Wie auf den Gen-Gerste-Feld in Gießen sollen auch hier ein Holzturm und Betonblöcke zum Anketten eine Räumung des Feldes erschweren.

Neben der Genbank Gatersleben wird in diesem Jahr kein Gen-Weizen wachsen. Sechs Feldbefreier hackten den Winterweizen unter und hinterließen auf dem Feld ein übergroßes Weizenbrot mit der gebackenen Aufschrift „Unser tägliches Brot - ohne Gentechnik!“. Der im letzten Jahr begonnene Versuch war besonders umstritten, weil in der Genbank Tausende alter Weizensorten lagern und zur Erhaltung immer wieder ausgesät werden müssen. Sie hätten durch den Gentechnik-Versuchsanbau verunreinigt werden können.

Von 25. bis 29. Juni 2008 lädt die Aktion Gendreck weg zu einem gentechnikfreien Wochenende in die Region Würzburg ein. Dort bauen einige Landwirte auf rund 100 Hektar Gen-Mais an.

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