Nachrichten | 5.5.2008

Gentech-Pflanzen

Nutzen nicht erwiesen

Es gibt bisher kaum Daten, die einen ökonomischen Nutzen genmanipulierter Pflanzen belegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages (TAB). Die vorliegenden Studien seien wenig aussagekräftig.

Das TAB arbeitet derzeit an einem Projekt „Auswirkungen des Einsatzes transgenen Saatguts auf die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen in Entwicklungsländern“. Der Abschlussbericht soll Ende des Jahres veröffentlicht werden. In seinem aktuellen Rundbrief  stellt das TAB (ab Seite 28) erste Ergebnisse vor: Die bisher vorliegenden Studien lassen sich demnach in zwei Gruppen einteilen. Entweder rechnen sie Ergebnisse von experimentellen Anbauvergleichen auf ganze Länder hoch und berechnen mit Hilfe von Modellen dann mögliche betriebs- und volkswirtschaftliche Effekte. Oder sie machen Ähnliches mit den Angaben befragter Bauern zu Erntemengen oder Erlösen. „Beide Formen der Berechnung weisen zwangsläufig große Unsicherheiten auf“, schreibt das TAB. Gründe dafür sei die Witterungsabhängigkeit der jährlichen Ernten und die kleine Größe von Stichproben. Auch sei der kausale Einfluss einzelner Faktoren auf den Gesamtertrag in den meisten Fällen alles andere als eindeutig und deshalb hochgradig interpretierbar. „Es verwundert wenig, wenn Gentechnikbefürworter positive Ergebnisse auf die gentechnische Eigenschaft zurückführen, negative hingegen auf Witterungs- oder sonstige externe Einflüsse – und Kritiker analog umgekehrt argumentieren.“

Zwar sind laut TAB in jüngster Zeit mehrere Übersichtsstudien erschienen. Dennoch kommen die Gutachter des Bundestages zu folgendem Fazit: „Bei genauerem Studium zeigt sich, dass die Einschätzung der FAO aus dem Jahr 2004, dass positive ökonomische Effekte des Anbaus transgener Sorten bis dato empirisch nur ganz schwach belegt waren, auch noch im Jahr 2007 gilt.“ Eine Gesamtbewertung selbst für einzelne Pflanzen und einzelne Länder liegt nach Meinung des TAB noch in weiter Ferne.

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