Nachrichten | 26.5.2008

DLG-Feldtage

Streit um Monsantos Werbe-Acker

Die Feldtage der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) sind eine Leistungsschau des konventionellen Pflanzenbaus. Dabei darf auch der Gentechnik-Konzern Monsanto nicht fehlen. Er hat eigens am Veranstaltungsort einen 240 Quadratmeter großen Werbe-Acker angelegt und darauf seinen Gen-Mais MON 810 ausgesät. Um dieses Feld gibt es Streit.

Austragungsort der DLG-Feldtage von 24. bis 26. Juni ist  Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut Buttelstedt bei Weimar. Es gehört über eine Tochtergesellschaft dem Bundesland Thüringen. Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen hat diese staatliche Förderung der Gentechnik kritisiert und plant für die Zeit der Feldtage Protestaktionen. Eifrige Feldbefreier wollten so lange nicht waren und zerstörten in der Nacht zum 20 Mai, mehrere Mais-Parzellen auf dem Gelände der Feldtage. Die DLG verurteilte den „Vandalismus“, ohne auf das Thema Gentechnik einzugehen.. Mit der mutwilligen Zerstörung werde die Darstellung von Züchtungsfortschritt zunichte gemacht. „In einer Zeit weltweiter Knappheiten bei Agrarrohstoffen richtet sich diese Aktion gegen Innovationen in der Landwirtschaft.“

Das Weimarer Lokalradio Lotte meldete: „Unterdessen hat sich die vergangene Woche gegen das Genmais-Versuchsfeld gegründete Bürgerinitiative von dem Anschlag distanziert. Eine solche Zerstörung sei kontraproduktiv, so Sprecher Roberto Kobelt. Ziel sei die sachliche Diskussion und die Sensibilisierung der Landwirte und der Bevölkerung.“ Derweil ist unklar, ob die Feldbefreier tatsächlich die richtigen Parzellen erwischt haben, berichtete Radio Lotte: „Wie der Projektmanager der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Werner Mutz, gegenüber Salve TV mitteilte, seien nur Flächen mit konventionellen Pflanzen zerstört worden.“

Streit gibt es auch um einen Acker in niedersächsischen Wendland. Dort versucht die Initiative „Keine Gentechnik im Wendland“ seit Wochen, einen Gentechnik-Bauern an der Maisaussaat zu hindern. Inzwischen ist ein Teil des Gen-Maises ausgesät, und die Platzbesetzer sieben nun wie Aschenputtel das manipulierte Saatgut aus dem Boden.

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