Nachrichten | 26.5.2008

UNO-Menschenrechtsausschuss:

Agro-Gentechnik verschlimmert Armut

Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in Genf hat sich mit der Lage verarmter Kleinbauern in Indien befasst und dabei festgestellt, dass die Gentechnik-Konzerne mit ihren Produkten die Lage der Bauern noch verschlimmert hätten. „Das Komitee ist besonders besorgt, dass die extreme Armut unter den Kleinbauern, verursacht durch den Mangel an Land, Zugang zu Krediten und adäquaten ländlichen Infrastrukturen, durch die Einführung von genetisch verändertem Saatgut durch multinationale Konzerne und die daraus resultierende Preiseskalation bei Saatgut, Dünger und Pestiziden, verschlimmert wurde“, heißt es in Punkt 29 einer Stellungnahme des zuständigen Komitees für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Es bezog sich dabei insbesondere auf indische Baumwollfarmer, die aufgrund der schlechten Erträge der Gen-Baumwolle in die Schuldenfalle gerieten und zu Tausenden Selbstmord begingen.

Das Komitee forderte die indische Regierung, auf, „Familien von Suizid-Opfern finanzielle und andere Hilfen zur Verfügung zu stellen“. Außerdem solle die Regierung „staatliche Unterstützung bereitstellen, damit die Farmer vermehrungsfähiges Saatgut, dass sie wiederverwenden können, kaufen können mit dem Ziel, ihre Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu beseitigen“.

Vorausgegangen war dem Bericht eine Anhörung, bei der die indische Umweltschützerin Vandana Shiva und Cristiane Lüst von der Münchner Aktion GEN-Klage über die Menschenrechtsverletzungen bei indischen Bauern aufgrund der Nutzung der Agro-Gentechnik in Indien berichtet hatten. Christiane Lüst wertete die Stellungnahme des Ausschusses als großen Erfolg: „Die indische Regierung und in Folge auch alle andern Staaten müssen jetzt die Bauern vor den multinationalen Konzernen schützen - das betrifft auch Deutschland.“

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