Nachrichten | 1.6.2008

Terminator 2.0

Die EU fördert die Rückkehr des Killer-Gens

Vor acht Jahren haben die Vereinten Nationen den Einsatz so genannter Terminator-Gene gestoppt. Doch die EU sponsort ungeniert die Entwicklung der nächsten Generation dieser sterilen Samen. Dafür erhielt sie jetzt den Captain Hook Award.

Als „Terminator“-Technologien bezeichnet man Verfahren, die Pflanzen durch gentechnische Veränderung unfruchtbar machen. Einmal geerntete und wieder ausgesäte Samen könnten keine neuen Pflanzen produzieren. Das würde Landwirte daran hindern, einen Teil ihrer Ernte in der nächsten Anbausaison als Saatgut zu verwenden. Sie wären gezwungen, zu jeder Aussaat neues Saatgut zu kaufen. Multinationalen Saatgutkonzerne hatten zusammen mit der US-Regierung Terminator-Saatgut bereits vor zehn Jahren entwickelt. Aufgrund internationaler Proteste stoppte die UNO-Konvention über biologische Vielfalt (CBD) im Jahr 2000, Freilandversuche und Vermarktung von Terminatorpflanzen.

Doch bereits seit zwei Jahren forschen 13 europäische Institut und Universitäten im Rahmen des Projektes Transcontainer  an einer Fortsetzung der Terminator-Technologie, gefördert mit über vier Millionen Euro von der EU. Die neuen Terminatorgene sind so angelegt, dass die Behandlung mit einer bestimmten Chemikalie die Fruchtbarkeit wiederherstellen kann. Die britische Organisation Progressio hat zur UNO-Biodiversitätskonferenz auf das Transcontainer-Projekt aufmerksam gemacht und die EU aufgefordert, die finanzielle Unterstützung der Terminatortechnik sofort einzustellen.

Die Internationale Koalition gegen Biopiraterie hat einen ihrer Captain Hook Awards für besonders skrupellose gentechnik-Unterstützer ebenfalls dem Transcontainer-Projekt gewidmet. Weil sie das Projekt fördert, wurde die EU „für die schlimmstmögliche Verwendung von öffentlichen Mitteln“ mit dem Captain Hook Award ausgezeichnet.

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