Nachrichten | 25.6.2008

Gen-Baumwolle

Anfällig gegen Schädlinge

Die genmanipulierte Bt-Baumwolle kann sich mit dem von ihr produzierten Bt-Gift zwar gegen bestimmte Schädlinge wehren. Doch gleichzeitig beschwört sie neue Schädlingsprobleme herauf. In Indiens Baumwoll-Staaten macht sich die Schmierlaus breit.

Dieser saugende Schädling war bisher kein großes Problem für indische Baumwollbauern. Doch im letzten Jahr fiel er in die Baumwollfelder im Punjab ein, in diesem Jahr hat er sich auch in der Baumwoll-Region Vidarbha im Westen Indiens breit gemacht. Ram Kalaspurkar, Sprecher der Vidarbha Organic Farmers Association, bezeichnet die Schmierlaus als „tödliches Geschenk von Monsanto“. In einem Brief an das britische Institute of Science in Society schreibt er: „Diese Schmierläuse gab es vorher nicht in unserer Region, auf keiner Pflanze. Sie tauchten erst auf, als die Bt-Baumwolle eingeführt wurde.“ Von den Gentech-Baumwollfeldern aus verbreite sich die Laus dann auch auf andere Pflanzen. Die Bauernorganisation VJAS (Vidarbha Jan Andolan Samiti) forderte den indischen Premierminister auf, die Bt-Baumwolle von Monsanto zu verbieten, zumindest für das westliche Vidarbha, um über drei Millionen geplagte und verschuldete Baumwoll-Bauern zu retten.

Es gibt mehrere Studien, die zeigen, dass Bt-Baumwolle anfälliger gegenüber anderen Schädlingen ist und deshalb die Bauern nach einigen Jahren mehr Pestizide als früher einsetzen müssen, um die Insekten zu bekämpfen. Ein Grund dafür könnte sein, dass das Bt-Gift in der Baumwolle auch Nützlingen schadet und dadurch anderen Schadinsekten den Weg frei macht.

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