Nachrichten | 1.7.2008

Ein Hektar weniger

Feldbefreier zerstören Genmaisacker in Unterfranken

Über 60 Mitglieder der Aktion ‚Gendreck weg!’ haben am vergangenen Wochenende im Landkreis Kitzingen ein Genmaisfeld zerstört. Für die vorab angekündigte Feldbefreiung hatten sich die Aktivisten über Nacht an das Feld herangepirscht und es am frühen Morgen „befreit“. Die Polizei nahm 56 Gentechnikgegner vorübergehend fest. Für ähnliche Aktionen waren in den vergangenen Jahren Aktivisten wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zu Geldstrafen von bis zu 600 Euro verurteilt worden.
Nach Angaben der Aktion ‚Gendreck weg!’ hat die Polizei auch „fünf Steigen mit hoch gefährlichem gentechnikfreiem Bantammais beschlagnahmt.“ Der war dazu gedacht, auf dem befreiten Feld eingesetzt zu werden. „Wir sind nicht hier, um einfach nur kaputt zu machen. Unsere Aktion will ein Zeichen setzen für die bäuerliche Landwirtschaft und für eine gentechnikfreie Zukunft“, zitierte die Aktion Erasmus Müller, einen der Feldbefreier. Die hatten bereits seit Donnerstag auf einem Festivalgelände in Mainstockheim ihr Camp errichtet und mit Veranstaltungen und Diskussionen auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht.

Im Landkreis Kitzingen hatten Landwirte Anfang des Jahres rund 120 Hektar Genmais angemeldet. Nach intensiven Diskussionen vor Ort blieben davon nur zehn Hektar übrig. Offiziell distanzierten sich das Bündnis Gentechnikfreies Kitzingen und auch die Standortgemeinde Biebelried von der Feldbefreiung. Dennoch begrüßte die Biebelrieder Bürgermeisterin die Gentechnikaktivisten bei ihrer abschließenden Demonstration und sprach auch auf der Abschlusskundgebung.

Ein Bericht der Lokal-Ausgabe der Mainpost mit vielen Fotos von der Abschlussdemo und der Feldbefreiung.

Die taz berichtete live von der Feldbefreiung
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