Nachrichten | 1.7.2008

Neue BASF-Strategie

Konzern will seine Gentech-Forschung auf Amerika und Asien ausrichten

Aufgrund der negativen Erfahrungen mit der Gen-Kartoffel Amflora will die BASF ihre Forschungsstrategie im Geschäftsfeld grüne Gentechnik neu ausrichten. Das Unternehmen werde künftig auf rein europäische Forschungsprojekte verzichten und nur noch erforschen, was sich auch international umsetzen lasse, sagte das zuständige Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski der FAZ. Als Beispiele nannte er Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen, oder die Erhöhung der Ausbeute bei Baumwolle, Mais, Soja und Raps. Die Märkte der Zukunft seien hier allen voran in Amerika und Asien.

Bei der EU dauert das Zulassungsverfahren für die umstrittene Gen-Knolle der BASF mittlerweile zehn Jahre des Konzerns. Sie ist das erste marktreife Produkt aus der Gentechnik-Forschung der BASF und hat daher für das Unternehmen große Bedeutung. Finanziell sei die Bedeutung dagegen eher gering, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). In acht bis zehn Jahren nach der Markteinführung rechne BASF für die gesamte Stärkekartoffelpipeline mit Lizenzerlösen zwischen 20 und 30 Millionen Euro.

Vor gut einem Jahr hatten BASF und der Gentechnik-Konzern Monsanto bekanntgegeben, dass sie bei der Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Gentech-Saatgut kooperieren wollen. Bereits 2004 hatte BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht mit dem Abzug der Gentechnik-Forschung aus Deutschland gedroht: „Wenn die Gentechnik in Deutschland keine echte Chance erhält, wird auch die Forschung auf diesem Gebiet hier auf Dauer kaum zu halten sein», sagte er damals der Financial Times und fügte hinzu, man könne nicht zehn Jahre warten, bis sich für derartige Nahrungsmittel in Europa eine größere Akzeptanz bei der Bevölkerung findet.

Danach sieht es nicht aus: Unbekannte haben ein Gentechnik-Versuchsfeldes der BASF bei Ludwigshafen zerstört. Dort wuchsen gentechnisch veränderte Kartoffeln zur Produktion von Industrie-Stärke sowie Kartoffeln mit einer Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule. Die Feldversuche hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April 2007 genehmigt. Die Knollen waren in diesem Frühjahr gepflanzt worden. Die BASF sprach von einem Schaden im fünfstelligen Bereich.
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