Nachrichten | 15.7.2008

Druck auf Seehofer

Campact startet Kampagne für Gen-Mais-Verbot

Unter dem Motto „Gen-Mais: Nur ein Verbot schützt!“ hat der Verein Campact eine neue Kampagne gestartet. Die Online-Aktivisten wollen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) dazu bringen, den Anbau der Gen-Maissorte MON 810 zu verbieten. Der Zeitpunkt ist günstig, denn in Bayern ist im September Landtagswahl und die CSU präsentiert sich dort zunehmend als Gentechnik-Gegner. Auch wirft die Bundestagswahl im Herbst 2009 schon ihre Schatten voraus.

Das Kernstück der Kampagne ist eine Online-Postkarte. Sie zeigt das Kampagnenmotto, bebildert mit zwei Maiskolben mit übergezogenen Kondomen. Im Text an den Minister heißt es unter anderem: „Die Regierungen von Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Rumänien und Frankreich haben gehandelt und den Anbau von MON 810 verboten. Folgen Sie diesem guten Beispiel: Erlassen Sie ein Verbot für den Anbau von MON810 in Deutschland!“ Die Karten will Campact Minister Seehofer im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Aktion in Berlin überreichen.

Mit einer Filmsatire und Online-Anzeigen will Campact für seine Aktion werben. Parallel dazu planen die Online-Aktivisten, den Minister bei einigen Wahlkampfauftritten in Bayern zu begleiten und sein wankelmütiges Verhalten gegenüber der Grünen Gentechnik zur Diskussion stellen. In Vorbereitung ist auch eine repräsentative Umfrage: „„Soll Horst Seehofer den Anbau von MON810 verbieten?“

Campact ist ein Online-Netzwerk, das derzeit fast 60.000 Menschen verknüpft. Getragen wird es von einem gemeinnützigen Verein, der sich fast ausschließlich aus Spenden finanziert und staatliche Mittel ablehnt, um unabhängig zu bleiben. Die neue Gentechnik-Kampagne wird von zahlreichen Verbänden und Unternehmen der Bio-Branche unterstützt, auch von Schrot&Korn.

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