Nachrichten | 28.7.2008

Österreich handelt

Gen-Mais MON 863 und Gen-Raps dürfen nicht ins Land

Die österreichische Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky hat das Inverkehrbringen der umstrittenen Gen-Maissorte MON 863 des Konzerns Monsanto verboten. Auch die Gen-Rapssorten Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 des Bayer-Konzerns dürfen nicht mehr ins Land. Das gilt auch für sämtliche Erzeugnisse, etwa Futtermittel, die diese gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten. In Deutschland sind sie weiterhin erlaubt.

Der Gentech-Mais MON 863 sorgte bereits im Mai 2004 für Schlagzeilen: Ratten, die mit dem Mais gefüttert wurden, wiesen deutliche Veränderungen im Blutbild und mögliche Organschäden auf. Dennoch hatte die EU-Kommission Lebens- und Futtermittel mit MON 863 im Januar 2006 zugelassen. Der Anbau in der EU ist bisher noch nicht zugelassen.

Vor dem Mais hatte Österreich bereits drei von der EU-Kommission im März 2007 zugelassene Rapssorten verboten und die Verordnung samt einer entsprechenden wissenschaftlichen Begründung an die Europäische Kommission gesandt. Darin weist die österreichische Regierung auf erhebliche Mängel in der toxikologischen Sicherheitsbewertung hin. Der Rapsschrot soll als Tierfutter eingesetzt werden, doch die vom Antragsteller vorgelegten toxikologischen Studien seien für die Futtermittelsicherheit von limitierter Relevanz, moniert das Ministerium. „Die in diesen Studien gewählten Testorganismen, die verfütterten Testmaterialien, die Art und Weise der Verabreichung der Testmaterialien, sowie die begrenzte Prüfdauer der vorgelegten Fütterungsstudien sind nicht geeignet, um die toxikologische Sicherheit für den vorgesehenen Verwendungszweck dieses Produktes zu garantieren“, heißt es in der Begründung.

Kritisch sehen die Österreicher auch die Umweltgefahren durch eine unabsichtliche Verbreitung der Rapssamen. Der Anbau ist zwar EU-weit nicht erlaubt, aber keimfähige Samen dürfen zur Verarbeitung eingeführt werden. Deshalb steht in der Begründung: „Das Ausmaß der unbeabsichtigten Ausbringung oder Verstreuung von Rapssamen, der Verbreitung und Verwilderung von transgenem Raps allein aufgrund von Rapsimporten wurde bereits in anderen Ländern nachgewiesen und ist daher auch unter österreichischen Bedingungen vorhersehbar.“

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