Nachrichten | 4.8.2008

Gen-Kartoffel

BASF verklagt EU-Kommission

Der Chemie-Konzern BASF hat die EU-Kommission vor dem Europäischen Gericht erster Instanz in Luxemburg wegen Untätigkeit verklagt. Die BASF will damit die Zulassung für ihre Gentechnik-Kartoffel Amflora erreichen. Obwohl das vorgeschriebene EU-Verfahren abgeschlossen sei und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA die Kartoffel wiederholt positiv bewertet habe, zögere die Kommission die Zulassung weiter hinaus, begründete Hans Kast, Präsident der BASF Plant Science, das Vorgehen. Die BASF hatte die Zulassung für die in ihrem Stärkegehalt veränderte Gen-Knolle bereits 1996 beantragt und den Antrag 2003 erneuert. 2006 erklärte die EFSA, Amflora sei genauso sicher für Mensch, Tier und Umwelt wie herkömmliche Kartoffeln. Da die Zulassung innerhalb der EU-Mitglieder stark umstritten ist, forderte die EU im Mai 2008 bei der EFSA ein neues Gutachten an. Das soll Ende des Jahres vorliegen.

Deutschlands Agrarminister Horst Seehofer stimmte im EU-Ministerrat für eine Zulassung von Amflora und hat in Deutschland großzügige Flächen für einen Versuchsanbau genehmigt. Eine dieser Flächen sorgt nun für Schlagzeilen, weil dort ein Jahr nach Ende des Anbauversuchs immer noch Gen-Knollen wachsen. So haben nach Berichten der Bürgerinitiative ‚Müritzregion – gentechnikfrei’ bereits letzten Herbst sogenannte Stoppler, die von den Maschinen nicht erfassten Gen-Kartoffeln aufgesammelt. Viele andere blieben in der Erde, so dass in diesem Jahr trotz mehrerer Pestizidspritzungen und der Neubepflanzung des Ackers mit Mais zahlreiche Gen-Kartoffelpflanzen blühten und neue Knollen bildeten. Anscheinend war die BASF war bei der Umsetzung der Auflagen für den Anbauversuch untätig geblieben.

Zum Gen-Kartoffel-Dossier des Informationsdienstes Gentechnik

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