Nachrichten | 4.8.2008

Klon-Fleisch

EU-Lebensmittelbehörde hat keine Bedenken

Fleisch und Milch von geklonten Rindern und Schweinen sowie deren Nachkommen stellen kein Risiko für die Lebensmittelsicherheit dar. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Lebensmittelbehörde EFSA in einer Stellungnahme für die EU-Kommission. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich diese von geklonten Tieren gewonnenen Lebensmittel von Produkten unterscheiden, die von herkömmlich gezeugten Tieren stammen, heißt es in dem Papier. Damit kommt die EFSA zum gleichen Ergebnis wie Anfang des Jahres die US-amerikanische FDA. In den USA dürfen seither Fleisch und Milch von Klontieren ohne Kennzeichnung vermarktet werden. In der EU ist damit so schnell nicht zu rechnen.

Schon im Januar 2008 hatte die EFSA mitgeteilt, dass es aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken gegen Klon-Lebensmittel gebe. Sie hatte ihre damalige Stellungnahme zur Diskussion gestellt und nun die endgültige Fassung vorgelegt. Sie unterscheidet sich in einigen Details von dem Freibrief, den die FDA für den Einsatz geklonter Tiere erteilt hat:

Die EFSA beschränkt sich auf Rinder und Schweine, da ihrer Meinung nach für andere Tierarten wie Ziegen noch zu wenige Daten für eine Risikoabschätzung vorliegen. Sie weist darauf hin, dass auch bei Rindern und Schweinen noch Unsicherheiten bleiben, weil die Zahl der Studien begrenzt sei und die Arbeiten nur wenige Tiere umfassten. Ausführlich geht die Behörde auf die hohe Krankheits-, Missbildungs- und Sterberate bei geklonten Nachkommen ein. Allerdings zieht sie daraus keine tierschutzrechtlichen Konsequenzen. Die EFSA empfiehlt lediglich mehr Forschung und eine verstärkte medizinische Überwachung der Klone. Ausdrücklich schränkt sie ihren Freibrief für Klon-Fleisch und Milch auf gesunde Klon-Tiere ein und weist auf eine mögliche Gefahr hin: Erzeugnisse von Klon-Tieren mit einem geschwächten Immunsystem könnten stärker mit potentiellen Krankheitserregern belastet sein.

Beim Klonen nach der gängigsten Methode wird das Erbgut einer ausdifferenzierten Körperzelle mit einer entkernte Eizelle verschmolzen. Der daraus entstandene Embryo wird zum Austragen in ein Muttertier übertragen. 1996 kam als erster Klon das Schaf Dolly zur Welt. Seitdem wurde eine Reihe von Nutztieren mit dieser Methode gezeugt. Weltweit, so schätzt die EFSA, leben derzeit rund 4.000 Rinder- und 1.500 Schweine-Klone.

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