Nachrichten | 1.9.2008

Gentechnik-Verunreinigungen

Bio-Soja weniger stark betroffen

Lebensmittel mit Soja aus ökologischem Anbau weisen weit seltener gentechnische Verunreinigungen auf als solche mit konventionellem Soja. Zu diesem Ergebnis kamen die baden-württembergischen Lebensmittelbehörden in ihrem ‚Öko-Monitoring 2007’. Von 39 untersuchten Bio-Soja-Produkten waren sechs mit „sehr geringe Spuren unter 0,05 Prozent“ von Gen-Soja verunreinigt. „Der Anteil positiver Proben war mit 15 Prozent deutlich niedriger als bei konventioneller Soja, wo knapp jede zweite Probe positiv war,“ schrieben die Lebensmittelkontrolleure. Die untersuchten 39 Bio-Soja-Produkte waren zumeist deutscher, teilweise österreichischer aber auch chinesischer Herkunft. In den untersuchten 21 Proben von Bio-Mais-Produkten fanden die Lebensmittelüberwacher keinerlei gentechnische Verunreinigungen. Bei konventionellen Mais-Lebensmitteln wurden sie in sechs Fällen fündig.

Die anderen Bundesländer weisen in ihren Berichten Öko-Lebensmittel nicht eigens aus. Aus den bisher in der Datenbank Transgen vorliegenden Berichten für 2007 ergibt sich folgendes Bild: Die Verunreinigung sojahaltiger Lebensmittel mit Gen-Soja ist in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen. Zwischen einem Drittel und der Hälfte der untersuchten Proben wiesen im letzten Jahr Spuren von Gen-Soja auf. Sie lagen in den meisten Fällen zwischen 0,05 und 0,1 Prozent. Der Kennzeichnungs-Schwellenwert von 0,9 Prozent wurde nur in wenigen Fällen überschritten. Bei Mais fanden sich in fünf bis zehn Prozent der Proben Spuren von Gen-Mais. Die Verunreinigungen waren in den letzten Jahren rückläufig.

Fündig wurden die Lebensmittelüberwacher auch bei einigen anderen Lebensmitteln. In Bayern waren in zwei von 17 Proben Raps aus Ölmühlen Spuren von Gen-Soja nachweisbar. Die baden-württembergischen Kontrolleure fanden Gen-Raps-Erbgut in allen fünf untersuchten Rapshonigen aus Kanada sowie in einer on 15 Senfproben. Hessen meldete in 2 von 32 untersuchten Papaya-Sendungen aus Hawaii Gen-Papayas. Bei fast allen anderen Analysen lautete das Resultat jedoch: „gentechnikfrei“.

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