Nachrichten | 1.9.2008

Tagung

Obst muss gentechnikfrei bleiben

Mit der Forderung nach einem gentechnikfreien Obstbau endete die Fachtagung „Biofruit ohne Gentech – Hände weg von unseren Äpfeln!“ Die rund 100 Teilnehmer verabschiedeten die ‚Pillnitzer Erklärung’, in der sie für die Einstellung aller Freilandversuche mit Genpflanzen eintraten. Die Erklärung richtet sich insbesondere an die Wissenschaftler, die sich in dieser Woche in Dresden zur Biotechfruit 2008 treffen, dem ersten internationalen Symposium über Biotechnologie im Obstbau.

Die Gegend um Dresden gehört zu den wichtigsten Apfelanbaugebieten Deutschlands. In Dresden-Pillnitz sitzt auch das zum Bundeslandwirtschaftsministerium gehörende Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst. Das Institut betreibt die staatliche Genbank für Obstsorten Dort wird seit Jahren aber auch an gentechnisch veränderten Äpfeln geforscht. Bereits 2003 wollten die Forscher dort gentechnisch veränderte Apfelbäume anbauen. Sie scheiterten damals am Widerstand und öffentlichen Protest von Naturschutzverbänden, Obstbauern, Imkern und den im Pomologen-Verein organisierten Anbauern alter Apfelsorten. Deshalb wachsen die gentechnisch manipulierten Apfelbäume derzeit in Freiland-Käfigen. Das sind Gewächshäuser, bei denen ein feines, angeblich insektensicheres Drahtgeflecht die Scheiben ersetzt.

Die Gentechnikgegner sehen in der Biotechfruit-Tagung einen Versuch, den Anbau von genmanipuliertem Obst voran zu bringen. Deshalb appellierten sie in ihre Erklärung an die anreisenden Wissenschaftler aus aller Welt sowie die Mitarbeiter der Obstbauinstitute in Pillnitz, ihrer Verantwortung als Forscher gerecht zu werden und die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen ihres Handelns zu berücksichtigen.

„Gentechnik im Obstbau ist unnötig. Es ist auch heute nicht nachvollziehbar, warum trotz größter Sicherheitsrisiken weitergeforscht und nach Standorten für Freisetzungen gesucht wird, während andere Möglichkeiten ungenutzt bleiben, um Züchtungsziele zu erreichen“, erklärte Sabine Fortak vom Pomologen-Verein. Gen-Papayas sind bisher das einzige gentechnisch manipulierte Obst, das in den USA in größerem Stil angebaut wird. Ebenfalls zugelassen ist dort seit letztem Jahr der Anbau manipulierter Pflaumen. Experimentiert wird in den Gentechniklaboren jedoch mit fast allen Obstarten..

Ein Hintergrundpapier des Naturschutzbundes zu den Gentechnik-Forschungen in Pillnitz

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