Nachrichten | 15.9.2008

Mehr Gentechnik

EU lässt neue Gen-Sojabohne zu

Die EU-Kommission hat die Einfuhr der gentechnisch veränderten Sojabohnensorte A2704-12 des Bayer-Konzerns zugelassen. Damit dürfen diese Sojabohnen als ganzes sowie zu Öl oder Mehl verarbeitet in die EU eingeführt und hier von Unternehmen zu Nahrungsmitteln und Tierfutter weiterverarbeitet werden. Der Anbau in der EU bleibt verboten. Die Agrarminister hatten sich im Juli nicht auf einen Beschluss verständigen können. Damit fiel die Entscheidungsrecht an die Kommission die wie in solchen Fällen üblich, die Einfuhr erlaubte.

Die Sojabohne von Bayer ist gegen den konzerneigenen Pestizidwirkstoff Glufosinat (Handelsname Libert yLink) resistent und soll im kommenden Jahr in den USA und Kanada angebaut werden. Durch den Beschluss der EU-Kommission können diese Bohnen nun in die EU als Futtermittel verkauft werden. Damit sind auch zufällige, technisch unvermeidbare Beimischungen bis zu einer Höhe von 0,9 Prozent in gentechnikfreien Sojalieferungen erlaubt. Bisher galt für derartige Verunreinigungen mangels Zulassung die Nulltoleranz. Die Futtermittelindustrie hatte sich mit dem Argument einer drohenden Futtermittelknappheit für  die Zulassung eingesetzt. Die EU importiert jedes Jahr rund 36 Millionen Tonnen Soja als Viehfutter.

Derweil teilte ein frisch gegründeter Zusammenschluss brasilianischer Sojaproduzenten mit, dass für den europäischen Markt genug gentechnikfreies Soja zur Verfügung stünde. Dem Verband gehören fünf der größten Soja-Konzerne Brasiliens an, darunter die Maggi Gruppe, die für ihren Raubbau am Regenwald berüchtigt ist. Sie ernten jährlich etwa sechs Millionen Tonnen gentechnikfreies Soja.

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