Nachrichten | 22.9.2008

Held des Alltags

Die TAZ und ihre LeserInnen ehren Feldbefreier

Der Bio-Imker und Gentechnik-Kritiker Michael Grolm hat den renommierten Taz Panter Preis erhalten. Mit diesem Preis zeichnet die linke Tageszeitung seit vier Jahren Menschen aus, die sich auf besondere Weise sozial oder politisch engagieren, „einfallsreich, mutig und widerborstig", wie taz-Chefredakteurin Bascha Mika bei der Verleihung sagte.

Aus mehreren Hundert Vorschlägen hatte die TAZ sechs Personen als Heldinnen und Helden des Alltags nominiert. Die LeserInnen der linken Tageszeitung verliehen in einer Online-Abstimmung Michael Grolm ihren Publikumspreis. Der Jurypreis ging an Mariam Notten, die mit Spendengeldern Schulen in Afghanistan baut, und an Julius Deutsch, der an Soft- und Hardwarelösungen für Schwerstbehinderte tüftelt. Im Rahmen einer großen Benefiz-Gala mit 1200 Gästen verlieh die TAZ die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise. Die Einnahmen aus der Gala erhielten die nominierten Projekte, die leer ausgingen.

Michael Grolm ist einer der Mitbegründer der Initiative Gendreck weg, die öffentliche Feldbefreiungen organisiert. Für seine Aktionen stand er mehrfach vor Gericht. In Kürze muss er eine zweitägige Haftstrafe antreten. „An diesem Tag werden wir eine Großdemonstration organisieren, mit Treckern und Imkerfahrzeugen“, erzählte er bei der Preisverleihung. „Wir wollen öffentlich zeigen, dass wir alles andere als Straftäter sind, nur weil wir gegen Gentechnik mobil machen.“

Namensgeber des Panter Preises ist der Schriftsteller Kurt Tucholsky. Er schrieb in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts unter dem Pseudonym Peter Panter scharfe Polemiken, Glossen und Kommentare gegen Militaristen, Nazis und unfähige Politiker.

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