Nachrichten | 2.10.2008

Kein Kellogs zum Frühstück

Amerikanische Verbraucherorganisationen rufen zum Boykott auf

Weil der US-Cerealienhersteller Kellogs in Zucker aus gentechnisch verändertem Zuckerrüben kein Problem sieht, setzen ihn gentechnikkritische Organisationen unter Druck. Sie rufen zum Boykott von Cornflakes, ZimZ, Smacks & Co auf.

In diesem Jahr wurden in den USA erstmals in großem Stil gentechnisch manipulierte Zuckerrüben von Monsanto angebaut. Sie sind gegen das Monsanto-Herbizid Roundup Ready Einige große Zuckerhersteller habe zugesagt, die Rüben zu verarbeiten. Seit dem Frühjahr versuchen Verbraucher- und Umweltorganisationen unter Führung der Organic Consumer Association OCA, möglichst viele Zucker verarbeitende Hersteller auf gentechnikfreien Zucker einzuschwören. Bisher mit wenig Erfolg.

Auf ein Schreiben des Bündnisses antwortete Kellogs, es sei weltweiter wissenschaftlicher Konsens, dass es bei den derzeitigen gentechnisch veränderten Produkten keine Sicherheitsrisiken gebe. Das gelte auch für Zucker. Über den Einsatz werde aufgrund der jeweiligen Verbrauchererwartungen entschieden. Der Konzern verwies auf eine Studie, wonach US-Verbraucher sich über gentechnisch hergestellte Zutaten im Essen keine großen Sorgen machen würden. „Die öffentliche Akzeptanz der Gentechnik in Europa ist geringer als in den USA. Deshalb sind alle in Europa verkauften Kellogs-Produkte frei von Zutaten aus gentechnisch veränderten Rohstoffen“. Aufgrund dieser Argumentation haben die Verbraucherorganisationen beschlossen, zu einem Boykott aufzurufen. Damit Kellogs erfährt, was die Verbraucher tatsächlich erwarten.
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