Nachrichten | 14.10.2008

Erfolgreicher Widerstand

Nulltoleranz in der EU bleibt

Die EU-Kommission wollte Verunreinigungen mit nicht zugelassenen Gen-Pflanzen (GVO) in importierten Futtermittel erlauben. Diese Pläne seien jetzt vom Tisch, meldete der Nachrichtendienst von Dow Jones. Statt dessen will die Kommission bei den noch anhängenden Zulassungsverfahren Gas geben.

Im Sommer 2008 wurden Pläne der EU-Kommission bekannt, mit einem Verfahrenstrick Futtermittelimporte zu erleichtern und die Null-Toleranz für nicht zugelassene GVO auszuhebeln. Die Proteste gegen diese Erlaubnis von Verunreinigungen durch die Hintertür hatten Erfolg. Eine Sprecherin von EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou erklärte, dass man die Pläne vorerst nicht weiterverfolgen werde. Statt dessen setze die Kommission darauf, die Zulassungsverfahren für die betroffenen GVO möglichst schnell durchzuziehen. Darauf drängt vor allem die europäische Futtermittelindustrie.

Die wichtigste dieser neuen Gen-Pflanzen ist die gentechnisch veränderten Sojabohne MON 89788, auch bekannt als "Roundup Ready 2“. Sie soll die weitverbreitete Roundup Ready Sojabohne des Gentechnik-Konzerns Monsanto ablösen und den Bauern bessere Erträge bringen. Sie ist neben den USA bereits in Kanada, Mexiko, Japan, Taiwan, Neuseeland und Australien sowie seit Anfang September in China zugelassen. In der EU gibt es unter den Vertretern der Mitgliedsstaaten keine e qualifizierte Mehrheit für eine Importerlaubnis. In spätestens drei Monaten müssen die Agrarminister endgültig entscheiden. Kommen sie zu keinem Ergebnis, wird die EU-Kommission im Frühjahr 2009 die Einfuhr als Futter- und Lebensmittel erlauben.

Vorexerziert hat die Kommission das bereits an einigen GVO, denen sie in den letzten Monaten die Zulassung für den Import (nicht für den Anbau) erteilte. Darunter befanden sich der Gen-Mais Herkulex und die Liberty Link – Sojabohne von Bayer

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