Nachrichten | 12.11.2008

EU-Behörde bleibt dabei:

Gen-Mais ist harmlos

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat die von Frankreich vorgelegten Sicherheitsbedenken gegen den genmanipulierten Mais MON 810 vom Tisch gefegt. Das vorgelegte Informationspaket enthalte im Zusammenhang mit den Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die früheren Risikobewertungen von Mais MON810 entkräften würden, teilte der zuständige Ausschuss der EFSA mit. Das in Frankreich geltende Anbauverbot für gentechnisch veränderten MON 810 Mais sei daher wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Die französische Regierung hatte mehrere Risiken angesprochen und mit entsprechender Literatur belegt: Die Anreicherung des von den Maispflanzen gebildeten BT-Toxins im Boden und dessen Auswirkungen auf das Bodenleben; die Wirkungen des Toxins auf verschiedenen Insektenarten, insbesondere auf Bienen, sowie das allergische Potential des Toxins für die Menschen. Alle Einwände wurden von der EFSA als nicht relevant zurückgewiesen.

Keine Gefahr geht nach Ansicht der EFSA auch von den Gen-Maissorten Bt11 und 1507 aus. Denen hatte die Behörde schon vor zwei Jahren einen Persilschein ausgestellt. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas lehnte jedoch eine Zulassung für den Anbau ab, begründete dies mit neuen Sicherheitsbedenken und beauftragte die EFSA mit einer erneuten Überprüfung. Die vorgelegten Unterlagen würden die früheren Risikobewertungen nicht entkräften, lautete das Fazit der Prüfung.

„Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA attestierte drei gentechnisch veränderten Maissorten Ungefährlichkeit, obwohl mögliche Langzeitschäden für Mensch, Tier und Natur nicht untersucht worden sind“, kritisierte die Umweltorganisation Greenpeace. Deren österreichischer Sprecher Philipp Strohm sagte, die EFSA „macht sie sich zur Lachnummer der Wissenschaft und gefährdet gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung in die Europäische Union."

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