Nachrichten | 12.11.2008

Sicherheitsforschung

Millionen für die Weiterentwicklung der Gentechnik

Die Bundesregierung fördert von 2008 bis 2011 mit rund acht Millionen Euro Sicherheitsforschung für die grüne Gentechnik. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke hervor. Deren agrarpolitische Sprecherin Kirsten Tackmann kritisierte, die Biosicherheitsforschung der Bundesregierung sei „ teilweise versteckte Produktentwicklung.“ Wichtige Risiken wie die Gefährdung von Bienen und Imkern würden hingegen ausgeblendet.

Als Beispiel für eine versteckte Förderung nannte Kirsten Tackmann ein Projekt bei welchem geforscht wird, wie Gene präziser im Erbgut platziert werden können. „Das ist keine risikoorientierte Fragestellung, sondern Grundlage für neue Produkte. Solche Forschung muss – wenn überhaupt - die Industrie bezahlen.“  Über eine Million Euro investiert die Bundesregierung in ein Verbundprojekt „Entwicklung und Überprüfung von Confinement-Strategien für Raps“. Es soll die Ausbreitungsfähigkeit von Gen-Raps begrenzen und damit den Anbau in Europa erleichtern.

Nur ein einziges Projekt der Sicherheitsforschung befasst sich mit den Auswirkungen der Grünen Gentechnik auf die Imkerei. Bayreuther Wissenschaftler sollen die Effekte neuer Gen-Maissorten auf Honigbienen überprüfen. Es müssten mehr Forschungsgelder in den Bereich Bienen und Gentechnik fließen, fordert Die Linke. „Denn wo nicht geforscht wird, wird auch nichts gefunden!“ Die Bundesregierung sieht dagegen kein Problem: „Eine Gefährdung der Bienengesundheit und der biologischen Sicherheit der Imkerei durch den Anbau von Bt-Mais“ lasse sich nicht erkennen.

Ein Thema der Anfrage ist auch die Neutralität des Portals www.biosicherheit.de, das vom Bundesforschungsministerium finanziert wird und jährlich 250.000 Euro kostet. Die acht Millionen Euro für Sicherheitsforschung sind nur ein kleiner Teil der Summe, mit der die Bundesregierung die Weiterentwicklung der Grünen Gentechnik fördert.

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