Nachrichten | 17.11.2008

Neue Studie

Gen-Mais beeinträchtigt Fruchtbarkeit bei Mäusen

Mit gentechnisch verändertem Mais gefütterte Mäuse haben eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit. Dies ergab einer der wenigen Langzeitversuche, die es bisher zu diesem Thema durchgeführt wurden. Das österreichische Gesundheitsministerium hatte Mäuse Monate lang mit der Gentech-Maissorte NK603 x MON810 füttern lassen. Im Vergleich zu Mäusen, die herkömmlichem Mais erhielten, gebaren die mit Gentech-Mais gefütterten Tiere im dritten und im vierten Wurf weniger und schmächtigere Junge. Umweltorganisationen verlangten daraufhin, dem Mais die in der EU bereits erteilte Zulassung als Lebensmittel wieder zu entziehen. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hatte die Maissorte NK603 x MON810 auf der Grundlage kurzzeitiger Fütterungsstudien des Antragsteller zugelassen. Langzeitversuche sind für die Zulassung bisher nicht notwendig, was Umweltschützer immer wieder kritisieren.

„Das Ergebnis dieser Studie ist ein weiterer Beweis für die Risiken genmanipulierter Pflanzen“, kommentierte Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin von Greenpeace, das Ergebnis. „Die Risikobewertung von Gen-Pflanzen in der EU reicht nicht aus und muss dringend reformiert werden. Bis dahin dürfen keine genmanipulierten Pflanzen mehr in Umlauf gebracht werden.“ Greenpeace forderte die neue Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, den Import der Genmais-Sorte NK603 x MON810 umgehend zu verbieten und startete eine entsprechende Kampagne im Internet.

Die österreichische Lebensmittelbehörde AGES stellte klar, dass es sich bei der Studie um eine Einzelfallprüfung handle, deren Ergebnisse keinesfalls direkt auf den Menschen übertragen werden könnten. Es bestehe Bedarf an weiteren Studien.

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