Nachrichten | 25.11.2008

Verschlusssache Gentechnik

Großbritannien will Versuchsfelder geheim halten

Das britische Landwirtschafts- und Umweltministerium (DEFRA) will das dortige Standortregister für Gentechnik-Anbauflächen schließen. Zudem gebe es Pläne, Versuchsfelder in geschützte Forschungszentren des Militärs auszulagern, berichteten britische Medien.

Die Fachzeitschrift Farmers Weekly zitierte Pläne der DEFRA, wonach die Standorte von Gentechnik-Versuchsfeldern künftig geheim gehalten werden sollen. Damit wolle die Behörde die Felder vor Verwüstungen durch Gentechnik-Gegner schützen. Bisher müssen in Großbritannien – wie in Deutschland auch – genaue Ortsangaben zu den Versuchen veröffentlicht werden. Die meisten der seit 2000 genehmigten 54 Feldversuche in Großbritannien wurden von Gentechnik-Kritikern zerstört.

Das sei auch daran gelegen, dass die Versuchsgelände auf Bauernhöfen oder an Universitäten leicht zugänglich gewesen seien, heißt es in dem Bericht. Deshalb sollen in Zukunft stark gesicherte staatliche Flächen für den Anbau bereitgestellt werden. Als ein Beispiel nennt die Farmers Weekly das streng geheime Militärforschungszentrum Porton Down. Das hatte vor einigen Jahren Schlagzeilen gemacht, weil das britische Militär dort in den 50-er und 60-er Jahren Chemiewaffenversuche an den eigenen Soldaten durchführte. Die Zeitschrift meldete auch, dass Umweltminister Hilary Benn und Wirtschaftsminister Lord Mandelson ein schärferes Vorgehen der Polizei gegen Gentechnik-Kritiker verlangten.

Ein DEFRA-Sprecher dementierte die Geheimhaltungs-Pläne. Die EU-Regeln würden öffentliche Angaben zu den Versuchen verlangen und dies würde weiterhin eingehalten. Die Regierung befürwortet jedoch weiterhin mehr Anbauversuche und will diese auch besser schützen.
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