Nachrichten | 1.12.2008

Bienen und Gentechnik

Bundesregierung vertröstet Imker

Die Bundesregierung will vorerst keine Maßnahmen zum Schutz der Imkerei vor Gentechnik ergreifen. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zur Gefährdung von Bienen und Wildinsekten. Dort heißt es: „Ob und gegebenenfalls welche besonderen Schutzvorschriften für Imker erforderlich sein könnten, kann erst nach einer abschließenden, rechtskräftigen Gerichtsentscheidung beurteilt werden.“

Gemeint ist damit das Verfahren des schwäbischen Imkers Karl-Heinz Bablock gegen den Freistaat Bayern. Das Verwaltungsgericht Augsburg hatte festgestellt, dass Honig, der Blütenpollen des gentechnisch veränderten Maises MON 810 enthält, nicht verkehrsfähig ist. Bereits geringste Spuren der Blütenpollen würden den Honig unverkäuflich machen, da der Gen-Mais keine Zulassung als Lebensmittel hat.

Nach Ansicht der Bundesregierung spielt dieses noch nicht rechtskräftige Urteil in der Praxis keine Rolle. „Soweit von den für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden der Ländern bekannt ist, führte das Auffinden von gentechnisch veränderten Pollen in Honig bisher weder zu einer gentechnikrechtlichen Kennzeichnung noch zu einer Einschränkung der Vermarktung für Honig.“ Eine Anordnung zur Vernichtung des betreffenden Honigs durch den Freistaat habe es, entgegen anders lautender Meldungen in der Presse, nach Kenntnis der Bundesregierung nicht gegeben.

Forschungsbedarf in Sachen Imkerei und Gentechnik sieht die Bundesregierung nicht. Sie „fördert aktuell keine speziellen Forschungsprojekte zum Eintrag von Pollen in Honig oder zur Ausbreitung von Pollen durch Bienen“. Bezuschusst wird lediglich von 2008 bis 2011 ein Projekt der Uni Bayreuth: „Effekte transgener Bt-Maissorten mit multiplen Herbivorenresistenzen auf Honigbienen.“ Negative Effekte des Genmais-Anbaus auf die Imkerei sieht die Bundesregierung nicht. „Der Bundesregierung liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, dass die Zahl der aktiven Imker durch den Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland spürbar beeinflusst wird.“

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