Nachrichten | 1.12.2008

MON 810

Mäuse allergisch auf Gen-Mais

Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel zeigte, dass der Gentech-Mais MON 810 bei Mäusen signifikante Veränderungen im Immunsystems bewirken kann. Das Wissenschaftler-Team um Elena Mengheri fütterte ältere Mäuse und Mäuse am Ende der Stillzeit mit MON 810. Schon nach 30 Tagen stellten sie in Darm, Milz und Blut der Versuchstiere Veränderungen fest, die auf Entzündungen oder allergische Reaktionen hindeuten. Am stärksten war der Effekt laut Studie bei Jungtieren. Bei jungen Lebewesen ist das Immunsystem noch nicht völlig ausgebildet, deshalb seien diese möglicherweise empfindlicher, argumentierten die Autoren. Mäuse, die gentechnikfreien Mais vom gleichen Acker erhalten hatten, zeigten keine Reaktion.

Dies sei die zweite Studie innerhalb weniger Wochen, die Risiken von Gentech-Pflanzen belege, die im europäischen Zulassungsverfahren nicht erfasst worden sind, teilte die österreichische Umweltorganisation Global 2000 mit. In einer Studie des österreichischen Gesundheitsministeriums hatte die Langzeitfütterung eine Gen-Maissorte die Fruchtbarkeit von Mäusen beeinträchtigt. „Wir müssen dieses Spiel mit dem Feuer umgehend beenden und das Zulassungsverfahren einer radikalen Reform unterziehen. Bis die EU den Schutz der Menschen und der Umwelt garantiert, brauchen wir österreichische Sofortmaßnahmen. Das Importverbot für den MON810 muss unverzüglich wieder in Kraft gesetzt werden", forderte Jens Karg, Gentechniksprecher der Umweltschutzorganisation.

Österreich hatte, auf Druck der EU-Kommission, das Importverbot für den Gentech-Mais MON 810 als Lebens- und Futtermittel im Mai dieses Jahres aufgehoben. Der Anbau blieb jedoch verboten. „Es wird Zeit, dass die EFSA die KonsumentInnen endlich vor den Gentech-Risiken schützt und entsprechende Studien als Grundlage für ihre Bewertung einfordert. Es kann ja nicht sein, dass die KonsumentInnen vor der Schlamperei und Nachlässigkeit der EFSA geschützt werden müssen“, resümierte Karg.
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