Nachrichten | 12.12.2008

Streit unter Ökos

WWF will Gen-Soja nachhaltig machen

Die Umweltorganisation WWF (World Wildlife Fund) und die Fairhandelsorganisation Solidaridad haben in den Niederlanden einen Dialog gestartet, der die Akzeptanz von Gen-Soja erhöhen soll. Ziel ist es, sich über die Nachhaltigkeits-Risiken und Vorteile von Gen-Soja einig zu werden und Empfehlungen für den Umgang damit zu erarbeiten. Die britischen Gentechnik-Kritiker von GM Watch werfen dem WWF „Greenwashing“ vor und rufen zu Protesten auf. Zahlreiche Umweltgruppen haben laut GM Watch die Einladung des WWF zu einer Stakeholder-Konferenz abgelehnt.

Zum Hintergrund: WWF und Solidaridad sitzen seit vier Jahren mit den großen Soja-Anbauern, Verarbeitern und den Lebensmittelkonzernen an einem runden Tisch für nachhaltigen Soja-Anbau (RTRS). Dessen Ziel ist es – ähnlich wie beim Anbau von Palmöl - Nachhaltigkeitskriterien für Soja zu entwickeln und entsprechend (konventionell) angebaute Bohnen zu zertifizieren. Ob die angebauten Sojabohnen genmanipuliert sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie Friends of Earth haben deshalb den RTRS scharf kritisiert. Ihrer Meinung nach können die ständig wachsenden Soja-Monokulturen nicht nachhaltig sein.

Der WWF hingegen sieht im Aufbau eines Zertifizierungssystems auf freiwilliger Basis einen wichtigen Lösungsansatz zur Rettung der wertvollen Naturräume in Lateinamerika. Er ist der Ansicht„ dass die steigende Nachfrage nach Soja auch ohne zerstörerische Umwandlung weiterer wertvoller Naturgebiete befriedigt werden kann.“ Bereits 2004 hatte der WWF seine Basler Kriterien für einen nachhaltigen Sojaanbau vorgestellt. Sie sehen unter anderem vor, dass kein gentechnisch verändertes Saatgut eingesetzt wird. Im Rahmen des RTRS ist diese Position nicht durchsetzbar. Hier geht es nur um spezifische Verbesserungen für jede Anbaumethode. Diesem Ziel dient der Dialog, dessen Ergebnisse im Sommer 2009 vorliegen sollen.

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