Nachrichten | 12.1.2009

Neue Verunreinigung

Gensoja-Pollen im Honig

Nach Deutschland importierter Honig aus Mittel- und Südamerika ist in vielen Fällen mit Pollen von gentechnisch veränderten Sojabohnen verunreinigt. Das ergaben Analysen der Zeitschrift Ökotest. Das Magazin hatte 24 Honige untersuchen lassen. 15 Produkte enthielten Honig aus Lateinamerika, zehn davon waren mit Gensoja-Pollen verunreinigt. Darunter auch ein Bio-Honig. Zwar enthalten Soja-Blüten nur wenig Nektar, den Pollen nehmen die Bienen als Nahrung für ihre Brut trotzdem mit. Honig enthält im Schnitt 0,1 bis 0,5 Prozent Pollen. In Mittel- und Südamerika wird ein Großteil der Welthonigernte produziert. Honig von deutschen Imkern, aus Südosteuropa und aus fairem Handel war in den Tests dagegen alle gentechnikfrei.

„Die Funde zeigen, dass ein friedliches Nebeneinander von herkömmlicher und Gentechnik-Landwirtschaft unmöglich ist“, schreibt Ökotest und macht klar, dass nicht die Imker und Honiganbieter Schuld haben. „Niemand will Gentechnik im Honig – selbstverständlich auch die Imker nicht.“ Gekennzeichnet werden muss der verunreinigte Honig nicht, dazu sind die Pollenmengen zu gering.

Alnatura, in deren Vielblütenhonig ebenfalls Gensoja-Spuren gefunden wurden, schreibt dazu: „Spuren an gentechnisch veränderten Pollen in einem Honig sind leider nie zu 100 Prozent auszuschließen, da der Bienenflug von den Imkern nicht zu kontrollieren ist. Die Bienen fliegen zur Nahrungsaufnahme in einem Radius, der ca. sieben Kilometer beträgt, manchmal sogar auch mehr. Zudem können Pollen über den Wind über mehrere hundert Kilometer weit getragen werden. Somit können gentechnisch veränderte Pollen auf nicht-gentechnisch veränderte Pflanzen gelangen und von den Bienen eingesammelt werden.“

Weil die Pollen nicht gleichmäßig im Honig verteilt sind, können sie anscheinend auch durch die Kontrollen schlüpfen: „Der Hersteller des Alnatura Honigs verfügt über ein engmaschiges Probenahme und Analyseprogramm. Unser Honig wird regelmäßig auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersucht. Bei der Analyse der von Ökotest untersuchten Charge des Vielblütenhonigs konnte das von unserem Hersteller beauftragte unabhängige Labor keine gentechnisch veränderte Organismen feststellen“, schreibt Alnatura.

Auch konventionelle Honig-Anbieter sind sauer auf die Gentechnik. Im Ökotest steht: „Die Firma Breitsamer schrieb,dass die Imker Opfer der Gentechnik sind. Sie setzen selbst keine gentechnischen Mittel ein, bauen Gen-Pflanzen nicht an und haben auch kein Interesse an herbizidresistenten Pflanzen.“

Zum Dossier Bienen und Gentechnik des Informationsdienstes Gentechnik

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