Nachrichten | 26.1.2009

USA

Regierungspolitik bleibt gentechnikfreundlich

Der Präsidentenwechsel in den USA wird die gentechnikfreundliche Haltung der dortigen Administration nicht ändern. Darauf deutet die Berufung von Landwirtschaftsminister Tom Vilsack durch Präsident Obama hin. Auch eine enge Beraterin von Außenministerin Hillary Clinton gilt als Genfood-Lobbyistin.

Tom Vilsack war vor seiner Berufung als Landwirtschaftsminister acht Jahre Gouverneur des Farmerstaates Iowa gewesen. Er gilt als ein großer Freund von Monsanto und anderen Giganten des Agro-Business. Die Biotech-Industrie wählte Vilsack 2001 zum "Gouverneur des Jahres". Der bedankte sich mit der Verleihung zweier Umweltpreise an eine Pestizidfabrik von Monsanto. Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für Vilsack dürfte auch der wichtigste Landwirtschaftsberater in Obamas Übergangsteam gespielt haben: Monsanto-Vize Michael Taylor.

Die Verbraucherorganisation Organic Consumers (OCA) organisierte mit verbündeten Organisationen eine Protest-Kampagne mit über 60.000 E-mails an Obama, konnte die Ernennung damit aber nicht verhindern. „Vilsacks Ernennung zeigt, dass gefährliche, ungetestete und nicht gekennzeichnete genmanipulierte Pflanzen auch unter Obamas Verwaltung der Normalfall sein werden” sagte OCA-Geschäftsführer Ronnie Cummins.

Unterstützung bekam Vilsack dagegen von der Organic Trade Association und einigen großen Bio-Unternehmen wie Whole Foods Market oder Stonyfield Farms. Sie verwiesen auf die Lernfähigkeit des neuen Ministers.

Außenministerin Hillary Clinton wird in Wissenschaftsfragen von Nina Fedoroff beraten. In einem Spiegel-Online-Interview sagte die Wissenschaftlerin: „Als Pflanzenphysiologin ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, vor einem Verzicht auf gentechnische Methoden zu warnen. Die Pflanzensorten, die nötig sind, um neun Milliarden Menschen inmitten erheblicher Klimaveränderungen zu ernähren, werden nicht allein mit klassischen Züchtungsmethoden entstehen.“ Allerdings schränkte sie auch ein: „Es bedarf mehr als einer gentechnikfreundlichen Politik, damit alle Menschen ausreichend Nahrung haben.“ Sie sprach sich für mehr staatliche Gentechnikforschung und forderte, „die überzogenen Auflagen für die grüne Gentechnik abzuschaffen. Es gibt keine Technologie, die besser auf Risiken untersucht wurde.“

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