Nachrichten | 26.1.2009

Neue Forschungsergebnisse

Monsanto-Pestizid giftiger als gedacht

Rückstände des Monsanto-Herbizids RoundUp mit dem Wirkstoff Glyphosat können bei menschlichen Zellen tödlich wirken - selbst in so niedrigen Konzentrationen, wie sie als Rückstande in Lebensmitteln vorkommen. Das ergab eine Studie der Universität Caen in Frankreich.

Die Wissenschaftler um Professor Gilles-Eric Séralini hatten drei verschiedene menschliche Zelltypen mit diversen RoundUp-Formulierungen in unterschiedlichen Konzentrationen zusammengebracht. Selbst bei Verdünnungen von 1:100.000 starben innerhalb von 24 Stunden sämtliche Zellen ab. Das Pestizid blockierte die Zellatmung und verursachte DNA-Schäden. Die Forscher stellten auch fest, dass bestimmte Zusatzstoffe in der Pestizidrezeptur die giftige Wirkung des Glyphosats noch vervielfältigten, weil sie die Zellmembranen durchlässiger machten.

Diese Effekte würden von der Gesetzgebung bisher nicht berücksichtigt, warnte Séralini. Bei der Zulassung und der Festlegung von Höchstmengen sei nur der Wirkstoff Glyphosat alleine betrachtet worden. Diese Praxis müsse unbedingt geändert werden. Séralini forderte, die Blutanalysen aller Tierversuche, die zur Zulassung von RoundUp gemacht wurden, umgehend zu veröffentlichen. „Unsere Ergebnisse deuten auf unerwünschte Wirkungen hin, die derzeit einer wissenschaftlichen Überprüfung vorenthalten werden.“.

Glyphosat ist einer der weltweit häufigsten Pestizidwirkstoffe und wird von dem Agrartechnik-Konzern Monsanto hergestellt. Das Unternehmen vertreibt auch Glyphosat-resistente genmanipulierte Pflanzen. In diesen Kulturen hat der Einsatz von Glyphosat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

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