Nachrichten | 3.2.2009

Neue Vorstöße

EU-Kommission will neuen Gen-Mais zum Anbau zulassen

Die EU-Kommission will zwei neue Gen-Maissorten zum Anbau innerhalb der EU freigeben. Sie hat die entsprechenden Anträge an den zuständigen Ausschuss der Mitgliedsstaaten geleitet. Können sich die Mitglieder – wie zu erwarten ist – nicht einigen, entscheidet zum Schluss die Kommission alleine – und in der Regel zugunsten der Grünen Gentechnik.

Geplant ist die Zulassung der Süßmaissorte Bt-11 von Syngenta sowie des Futtermaises 1507 von Pioneer Hi-Bred. Es wären die ersten neuen Anbau-Zulassungen in der EU seit 1998. Noch im Oktober 2007 hatte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas eine Zulassung der beiden Sorten wegen möglicher Umweltgefahren abgelehnt. Über 100 000 EU-Bürger hatten mit Protest-Mails ihre Solidarität mit der kritischen Haltung Dimas' bekundet. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA gab im Oktober 2008 jedoch erneut eine Unbedenklichkeitserklärung ab, auf deren Grundlage die Kommission jetzt entschied. Aufgrund der vorgesehen Fristen wird sich das Verfahren noch mehrere Monate lang hinziehen.

Vorgelegt hat die EFSA auch ein Gutachten, dass die Argumente Österreichs für das dortige Anbauverbot der Gen-Maissorte MON 810 zurückweist. Das Gutachten dürfte die Vorlage für einen erneuten Versuch der Kommission sein, das österreichische Anbauverbot zu Fall zu bringen. Ein entsprechendes Vorgehen gegen Ungarn, das MON 810 ebenfalls verboten hat, hat die EU-Kommission dem Ministerrat inzwischen nahegelegt.

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