Nachrichten | 16.2.2009

Gentechnikanbau weltweit

2008 sollen es 125 Millionen Hektar gewesen sein

Im vergangenen Jahr hatten 13,3 Millionen Landwirte in 25 Ländern auf insgesamt 125 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Nutzpflanzen angebaut. Gegenüber 2007 sei das ein Anstieg von 9,4 Prozent gewesen, meldete die Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications), eine von den großen Gentechnik-Konzernen finanzierte Lobby-Organisation. Deren Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Gentechnikkritische Organisationen wiesen der ISAAA bereits mehrfach Beschönigungen nach.

Nach Angaben der ISAAA war Soja mit 65,8 Mio. ha die wichtigste Gen-Pflanze, gefolgt von Mais mit 37,3 Mio. ha, Baumwolle mit 15,5 Mio. ha und Raps mit 5,9 Mio. ha. Auf diese vier Pflanzen entfallen nach wie vor über 99 Prozent der Gentech-Ernte. Angebaut wurden sie und wenige andere Gen-Pflanzen in 25 Ländern. Die wichtigsten sind die USA (62,5 Millionen Hektar), Argentinien (21 Mio. ha), Brasilien (15,8 Mio. ha, ), Kanada und Indien (je 7,6 Mio. ha). Auch China, Paraguay und Südafrika liegen noch über einer Million Hektar. Insgesamt entfallen auf diese acht Länder 98 Prozent der weltweiten Gen-Anbaufläche. Für Europa meldete die ISAAA sieben Länder mit insgesamt 108.000 ha Gen-Mais. Der größte Teil davon wuchs in Spanien, der Rest in Tschechien, Rumänien, Portugal, Deutschland Polen und der Slowakei.

Als besondere Erfolge vermeldete die ISAAA, dass erstmals in Brasilien in großem Stil Gen-Mais angebaut wurde. Mit Ägypten und Burkina Faso seien erstmals zwei afrikanische Staaten (neben Südafrika) hinzugekommen. „Die Aussichten für ein künftiges Wachstum sind ermutigend“, sagte Clive James, der Vorsitzender und Gründer von ISAAA. „Weltweit erkennen viele Politiker, dass gentechnisch verbesserte Nutzpflanzen eine Schlüsselrolle bei der Lösung zentraler sozialer Probleme einnehmen können, etwa der Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und einer nachhaltigen Entwicklung.“

Das sieht das deutsche Bundesamt für Naturschutz ganz anders. In einem Positionspapier bezweifelt die Behörde, dass die Agro-Gentechnik zur naturverträglichen und nachhaltigen Sicherung der Welternährung beitragen kann. Deshalb fordert das Bundesamt, dassauf den Einsatz von transgenen Pflanzen solange verzichtet wird, bis der Nutzen für eine nachhaltige Ertragssteigerung und die Naturverträglichkeit der Anbausysteme (Kosten-Nutzen-Analysen) nachgewiesen worden ist sowie in den betroffenen Ländern Strukturen aufgebaut wurden, die eine regional angepasste Risikobewertung ermöglichen.“
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