Nachrichten | 24.2.2009

Genmais-Anbau

Imker scheitert vor Gericht

Erneut ist ein Imker mit seinem Versuch gescheitert, den Anbau von Genmais in der Nähe seines Bienenhauses verbieten zu lassen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat die Klage von Robert Gubesch aus dem fränkischen Kitzingen abgelehnt. Der Imkerbund will in Berufung gehen.

Gubesch hatte dagegen geklagt, dass der Agrarkonzern Pioneer für Freilandversuche mit seiner neuen Genmaissorte 98140 ein Feld verwendet, das in 800 Metern Entfernung von seinem Bienenhaus im Kitzinger Ortsteil Hohenfeld liegt. Zugelassen hat den Versuch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig. Deshalb war das dortige Verwaltungsgericht zuständig. Das BVL argumentierte vor Gericht, bei Freisetzungsversuchen spielten Fragen des Nebeneinanders von Gentechnik und  konventioneller Landwirtschaft keine Rolle. Außerdem werde der Honig nicht im Sinne des Gentechnikgesetzes verunreinigt. Der Imker vertrat die Position, dass der Genmais und dessen Pollen nicht zum Verzehr zugelassen seien. Sobald sie in seinem Honig gefunden würden, sei dieser nicht mehr verkehrsfähig. Um beim Schleudern sicherzustellen, dass keine Genmaispollen im Honig seien, müsste die jeweilige Charge labortechnisch untersucht werden. Kostenpunkt: 750 Euro.

Das Gericht folgte der Argumentation des BVL und lehnte die Klage ab. Die Imker müssten dafür Sorge tragen, dass ihre Bienen keine Genmaispollen in die Stöcke tragen. Der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske, kritisierte das Urteil. Das Gericht verkenne, dass die meisten Imker feste Bienenhäuser hätten und ihre Völker nicht einfach woanders hinbringen können. Im übrigen sei dann auch im weiten Umkreis von Genmaisfeldern die Bestäubung durch Bienen nicht mehr sichergestellt. Der Imkerbund hat die Klage in Braunschweig unterstützt und kündigte Berufung an.

powered by