ChemChina will Syngenta kaufen

Der chinesische Chemiekonzern ChemChina will für 43 Milliarden US-Dollar (39 Milliarden Euro) den Schweizer Pestizid- und Saatgutkonzern Syngenta kaufen. Das Management von Syngenta, das noch im Herbst Übernahmepläne des Konkurrenten Monsanto abgewehrt hatte, begrüßte das Angebot. Ob ChemChina zum Zuge kommen wird, hängt von einem US-amerikanischen Ausschuss ab. Bis zum Sommer soll eine Entscheidung fallen.

Syngenta ist Weltmarktführer bei Pestiziden, noch vor Bayer und BASF. Beim (Gentechnik)-Saatgut ist der Konzern hinter Monsanto und DuPont/Pioneer die Nummer drei auf dem Weltmarkt. ChemChina ist ein großer chinesischer Staatskonzern, dessen Töchter ein breites Portfolio an Chemikalien herstellen, darunter auch viele Pestizide. ChemChina kauft seit Jahren ausländische Unternehmen auf. Dem Konzern gehört etwa der Reifenhersteler Pirelli und die Mehrheit am israelischen Pestizidhersteller Adama. Auch den deutschen Maschinenbauspezialisten Kraus-Maffei haben die Chinesen im Januar gekauft.

Zugang zu Technologie und Know-how seien wichtige Ziele, die chinesische Unternehmen mit Übernahmen im Ausland verfolgen, heißt es im Handelsblatt: „Die Übernahme von Syngenta wird Chinas Agrar- und Genforschungssektor sicherlich voranbringen.“ Ob die Syngenta-Übernahme zustande kommt, hängt jedoch noch vom US-Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) ab. Es muss, da Syngenta auch in den USA aktiv ist, prüfen, ob die Übernahme die nationale Sicherheit gefährden könnte. Das ist ein dehnbarer Begriff, mit dem die USA schon einige chinesische Übernahmen torpediert haben. Bei Syngenta geht man davon aus, dass die Sicherheitsüberprüfung keinerlei Probleme bereiten werde. „Unter Investoren scheint man diese Ansicht jedoch nicht zu teilen“, schreibt die Neue Züricher Zeitung.

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Neue Studie: Nur mit Bio lässt sich die Welt ernähren

„Der Öko-Landbau spielt eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Ernährung der Welt.“ Zu diesem Ergebnis kamen zwei Wissenschaftler der Universität Washington. Sie hatten Hunderte von Studien ausgewertet, die ökologischen und konventionellen Landbau miteinender verglichen. Als Maßstab wählten sie die vier Nachhaltigkeitsbereiche Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Umwelt und gesellschaftliche Auswirkungen. Ihr Fazit: Der Ökolandbau liefert zwar niedrigere Erträge als die konventionelle Landwirtschaft. Dafür ist er profitabler, umweltverträglicher und erzeugt gleichwertige oder gar nährstoffreichere Lebensmittel mit wenigen oder gar keinen Pestizidrückständen. Zudem weisen die ausgewerteten Studien auf höhere Ökosystemleistungen und mehr gesellschaftlichen Nutzen hin.

In ihrer Mitteilung listet die Universität Washington die Umweltvorteile des Ökolandbaus auf: Die Böden speichern mehr Kohlenstoff, weisen ein bessere Qualität auf und erodiere nicht so leicht. Der Öko-Anbau belastet Böden und Wasser nicht so stark und verursacht weniger Treibhausgase. Er verbraucht durch seinen Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide weniger Energie, fördert die Biodiversität und erhöht dadurch die Anpassungsfähigkeit der Landwirte an sich ändernde Bedingungen. Als Beispiel erwähnt der Autor John Reganold die mit dem Klimawandel zunehmenden Dürren. „Bio-Betriebe können potentiell dennoch gute Ernten einfahren, weil ihre Böden das Wasser besser speichern.”

Um eine nachhaltige Ernährung der Welt sicherzustellen empfehlen die Autoren, den Ökolandbau mit anderen innovativen landwirtschaftlichen Methoden wie der Agroforstwirtschaft oder dem integrierten Anbau zu mischen. Die Politik müsse die Hürden abbauen, die einer schnelle Ausbreitung des Ökolandbaus im Wege stünden.

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USA: FrankenFish kommt doch noch nicht auf den Tisch

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat ihre im November erteilte Zulassung für den Verzehr des genmanipulierten AquAdvantage-Lachs der kanadischen Firma Aquabounty auf Eis gelegt. Dies geschah jedoch nicht aus besserer Einsicht, wie die Washington Post berichtete. Der Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska war es gelungen, in einem Haushaltsgesetz des Kongresses eine Passus unterzubringen, der die FDA verpflichtete, die Zulassung zu widerrufen, bis sie klare Kennzeichnungsregeln für den Gentech-Lachs vorgelegt hat.

Nach dem Willen der FDA wäre der Lachs ohne jede Kennzeichnung auf den Markt gekommen. Nun muss sie nachbessern. Allerdings gilt das Gesetz nur für das Haushaltsjahr 2016. Die FDA erließ daraufhin ein Importverbot für Gentech-Lachs. Die Firma Aquabounty erklärte, der vorläufige Importstopp habe keine Auswirkung auf sie, das sie noch gar keinen Gentech-Lachs in die USA liefere.

Jaydee Hanson von der Verbraucherorganisation Center for Food Safety empfahl der FDA, die Zeit zu nutzen, ihre gesamte Zulassung noch einmal zu überdenken. Sie habe das ganze Potential möglicher ökologische und wirtschaftlicher Risiken nicht berücksichtig, die der Gentech-Lachs für die natürlichen Lachsbestände und die von ihnen abhängigen Gemeinschaften darstelle.

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Burkina Faso verabschiedet sich von Gentechnik-Baumwolle

Burkina Faso ist neben Südafrika und Sudan das dritte afrikanische Land, in dem – seit 2009- offiziell genmanipulierte Bt-Baumwolle angebaut werden darf. Doch inzwischen wollen Bauern und Regierung dort von Bt-Baumwolle nichts mehr wissen. Der Grund sind Qualitätsprobleme. So steht es in einer Studie zweier US-Wissenschaftler, die der Onlinedienst GM-Watch vorstellte.

Demnach sind die Fasern der Bt-Baumwolle deutlich kürzer als der zuvor angebauten lokalen Sorten und auch die Ausbeute beim Spinnen der Fasern ging zurück. Das Ergebnis: Die letzte Ernte war mit 700.000 Tonnen zwar sehr gut, doch im Gegensatz zur Baumwolle aus dem Nachbarland Mali ur schwer verkäuflich- „Was nutzt es uns, der größte Anbauer zu sein, wenn wir die Baumwolle nicht mehr verkaufen können“, zitiert die Studie einen hohen Offiziellen. Die Baumwoll-Verarbeiter in Burkina Faso hätten die Geduld mit Monsanto verloren, weil es dem Konzern bisher nicht gelungen sei, die Ursache für diese Qualitätseinbruch zu finden und abzustellen, heißt es in der Studie. Sie wollen den Anteil am Bt-Cotton von 53 Prozent in der Saison 2015/16 auf 30 Prozent in 2016/17 reduzieren und in der darauf folgenden Anbausaison komplett auf Bt-Baumwolle verzichten. Außerdem verlangen sie 280 Millionen US-Dollar Schadensersatz von Monsanto für die seit 2010 eingetretenen Qualitätsverluste.

Die beiden Autoren gehen davon aus, dass der Rückzug von Burkina Faso nicht nur Auswirkungen auf die geplante Ausweitung des Anbaus von Bt-Baumwolle haben wird. Auch insgesamt dürfte die Akzeptanz der Agro-Gentechnik auf dem gesamten afrikanischen Kontinent darunter leiden. Auswirkungen könnte dies auf Kenia haben, wo die neue Regierung einen betont gentechnikfreundlichen Kurs fährt.

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USA: Genmanipulierte Luzerne macht sich vom Acker

Luzerne (Alfalfa) ist in den USA mengenmäßig die viertwichtigste Anbaupflanze und dient als Viehfutter. 2005 wurde zum ersten Mal eine genmanipulierte Luzerne von Monsanto für den Anbau freigegeben. Es folgten mehrere Klagen, bis schließlich das US-Landwirtschaftsministerium den Anbau der Gentech-Luzerne Anfang 2011 ohne Auflagen erlaubte. Mit drastischen Folgen, wie eine Studie von Wissenschaftlern eben dieses Ministeriums aufzeigte.

Sie hatten bereits in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 4.580 Flächen in den US-Staaten Kalifornien, Idaho und Washington überwacht. Auf 400 von ihnen wuchs in diesen beiden Jahren wildwachsende Luzerne, die von den Wissenschaftler untersucht wurde. Sie fanden im Schnitt in gut einem Viertel der Proben genmanipuliertes Erbgut. Vermutlich wurden bei Anbau, Ernte und Transport Samen der Gentech-Pflanzen verstreut. Solche Verunreinigungen zu minimieren und Alfalfa an Straßenrändern auszureißen sei wohl die beste Minimierungsstrategie, schreiben die Wissenschaftler.

Doch vermutlich ist es dafür schon zu spät. Denn Luzerne ist eine einjährige Pflanze, die sich jedes Jahr neu aussät. Inzwischen dürften sich längst selbsterhaltende Populationen wilder Gentech-Luzerne entwickelt haben. Das befürchtet die Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS), die jahrelang juristisch gegen die Zulassung von Gentech-Luzerne gekämpft hatte. Sie weist auch darauf hin, dass das Erbgut nicht nur durch verstreute Samen sondern auch durch pollensammelnde Bienen übertragen werden kann. 2014 habe China zahlreiche Lieferungen von US-Alfalfa zurückgewiesen, weil es gentechnisch verunreinigt war.

Das CFS vermutet, dass heute weitaus mehr Gentech-Luzerne wild wächst als die Wissenschaftler festgestellt hätten. Der Anbau der manipulierten Pflanze sei von 2007 bis 2011 ausgesetzt gewesen. Die 2011 und 2012 gefunden Bestände müssten also auf den Anbau in den Jahren 2005 und 2006 zurückgehen. Damals war nur ein Prozent der Luzernefelder mit Gentech-Pflanzen bestückt. Heute seien es laut Monsanto 30 Prozent. Aus Sicht des CFS zeige die Studie einmal mehr: „Koexistenz ist ein Märchen“.

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Patentamt zieht Monsantos Melonenpatent zurück – aus technischen Gründen

Das Europäische Patentamt hat ein Patent von Monsanto auf konventionell gezüchtete Melonen (EP1962578) aufgehoben. Das 2011 vom EPA erteilte Patent sprach dem US-Konzern das geistige Eigentum an Melonen zu, die eine natürliche, ohne Gentechnik gezüchtete Resistenz gegen bestimmte Viren aufwiesen. Entdeckt wurde diese Resistenz in indischen Melonen. Die internationale Koalition Keine Patente auf Saatgut! hatte gegen das Patent Einspruch erhoben, unterstützt von der indischen Regierung, die das Patent als einen Akt von Biopiraterie unter Verletzung indischer Gesetze wertete.

„Das Patent basierte auf konventioneller Züchtung und beanspruchte Pflanzensorten. Beides darf laut europäischer Patentgesetze nicht patentiert werden. Die Erteilung des Patentes war ein klarer Rechtsbruch“, sagte Christoph Then für die internationale Koalition Keine Patente auf Saatgut!. Er sieht den Widerruf des Patents als wichtigen Erfolg, „aber das generelle Problem kann nicht durch Einsprüche am EPA gelöst werden.“ Denn aufgehoben habe EPA das Patent, weil „weil es technisch nicht ausreichend beschrieben war“, sagte Then der Frankfurter Rundschau. Seine Patentpraxis verteidige das EPA nach wie vor.

Deshalb müsse die Politik dafür sorgen, dass das EPA Gesetze korrekt anwende und Verbote nicht ausgehebelt werden, argumentiert Christoph Then. „In Deutschland liegt die Verantwortung bei Justizminister Heiko Maas.“ Die Online-Aktivisten von Campact haben deshalb eine E-Mail Aktion gestartet. Über350.000 Menschen haben Minister Maas einen konkreten Handlungsauftrag geschickt: „Setzen Sie sich im Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation und in der Europäischen Union dafür ein, dass keine Patente auf Pflanzen, Tiere und Saatgut mehr erteilt werden!”

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Umweltbundesamt: Immer mehr Deutsche pinkeln Glyphosat

Im Urin der Deutschen findet sich immer öfter der Herbizidherbstoff Glyphosat. Das geht aus Daten einer Langzeituntersuchung hervor, die das Umweltbundesamt (UBA) vorgestellt hat. Die Behörde hat über 15 Jahre hinweg alle ein, zwei Jahre 40 Urinproben von Studenten genommen und untersucht. 2001 ließ sich der Stoff nur in zehn Prozent Proben nachweisen, 2013 fand man ihn bei knapp 60 Prozent der Testgruppe, zuletzt im Jahr 2015 waren 40 Prozent der Proben positiv.
Zwar liege der höchste gemessene Wert um den Faktor 1.000 niedriger als die EU-Lebensmittelbehörde für vertretbar hält, schreibt das Umweltbundesamt. „Falls sich jedoch – wie von der WHO befürchtet – Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ herausstellt, muss über den Stoff neu diskutiert werden“, heißt es in der Mitteilung der Behörde.
In der Süddeutschen Zeitung warnt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die im Urin gemessenen Konzentrationen liegen zwar deutlich unter den akzeptablen Mengen. Die Ergebnisse liefern aber dennoch Grund zur Besorgnis. Denn die Zunahme der Belastung des Menschen fällt genau in den Zeitraum, in dem Glyphosat in immer größeren Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt wurde.“ Gerade wegen der WHO-Warnung sieht die Behörden-Chefin weiteren Forschungsbedarf: „Wir müssen die Datenlage zur Belastung beim Menschen verbessern. Insbesondere bei Kindern wissen wir bisher kaum etwas. Dazu läuft im UBA bereits eine Studie. Wir sollten Glyphosat auch nicht isoliert betrachten, sondern die eingesetzten Produkte umfassender untersuchen. Heißt: Glyphosat mitsamt der anderen Stoffe bewerten, die zugesetzt werden, damit es auf dem Acker überhaupt wirkt.“
Zusammen mit den Glyphosatdaten stellte das UBA sein 5-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz vor. Darin plädiert es für eine drastische Minimierung des Pestizideinsatzes. Ein Grund dafür ist der Artenrückgang. Für Maria Krautzberger ist klar: „Der Pflanzenschutz mit Chemie ist einer der Hauptgründe für den Verlust der biologischen Vielfalt auf unseren Äckern. Dass es anders geht zeigt der Ökolandbau, der weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichtet.“

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Sparpolitik: Monsanto gibt die EU-Zulassungen für den Gentech-Mais MON 863 zurück

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat insgesamt sieben Zulassungen zurückgegeben, die den Gentechnik-Mais 863 in verschieden Kreuzungen betreffen. Das hatte die EU-Kommission bereits Mitte Dezember 2015 den Mitgliedsstaaten im zuständigen Gremium mitgeteilt, wie der französische Infodienst Inf’OGM meldete.
In dem Bericht heißt es, Monsanto habe für den Rückzieher wirtschaftliche Gründe geltend gemacht. Das in MON 863 verwendete Gentech-Konstrukt und die daraus resultierenden Sorten würden seit 2011 nicht mehr vertrieben. Monsanto habe neuere Sorten entwickelt und wolle seine Ressourcen für Zulassungen auf Pflanzen konzentrieren, die von den Landwirten auch eingesetzt werden. Zugelassen waren die sieben Sorten in der EU nur für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel, nicht für den Anbau. Drei der Zulassungen wären 2016 ausgelaufen und hätten erneuert werden müssen. Den Aufwand dafür will der Konzern wohl einsparen. Monsanto hatte vor zwei Wochen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs über 250 Millionen Dollar Verlust gemeldet und angekündigt, man werde 3.600 Mitarbeiter entlassen und 500 Millionen Dollar Kosten pro Jahr einsparen.
Der Rückzieher kann Folgen für Futtermittelimporteure haben. Auch wenn die MON 863-Maissorten nicht mehr angebaut werden, können sie doch als Verunreinigungen weiter vorkommen – wie die Erfahrungen bisheriger Kontaminationsfälle zeigen. So entdeckte Greenpeace noch 2014 in französischem Maissaatgut Verunreinigungen mit MON 863. Importe von Mais mit solchen Verunreinigungen sind künftig in der EU nicht mehr zulässig. Inf’OGM weist in seinem Bericht auch darauf hin, dass bereits drei Jahre nach dem Anbau der Maissorte der Maiswurzelbohrer gegen das von MON 863 produzierte Toxin resistent geworden war.

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Bauern wollen klare Gentechnik-Kennzeichnung

In einer Umfrage des Instituts Forsa sprachen sich drei Viertel der 300 befragten Landwirte dafür aus, die Verwendung gentechnisch veränderter Futtermittel zu kennzeichnen. Eine Kennzeichnungspflicht zur Form der Tierhaltung befürworteten 71 Prozent der Landwirte. Am häufigsten forderten die Befragten mit 85 Prozent, dass die Herkunft der Produkte angegeben werden soll. In Auftrag gegeben hatten die Umfrage das Bündnis ‘Wir haben es satt!’ und Germanwatch.

„Agrarminister Schmidt drückt sich mit der freiwilligen Tierwohldiskussion vor tatsächlicher Transparenz bei Fleisch und Milch. Das haben Bauern gründlich satt“, sagte Reinhild Benning, Agrarexpertin von Germanwatch. „Nur mit der Kennzeichnungspflicht bekommen Bauern aus der Region, mit besonders tiergerechter Haltung und heimischen Futtermitteln eine faire Chance, dass Verbraucher ihre Produkte erkennen und angemessen bezahlen.“

Die Detailauswertung der Umfrage zeigt, dass Biobauern noch stärker als ihre konventionellen Kollegen für die Einführung der drei Kennzeichnungspflichten plädierten. Der Wunsch nach einer Gentechnik Kennzeichnungen nahm mit der Größe des Betriebs leicht ab. Bei den kleinen Milchbauern mit weniger als 60 Kühen betrug die Zustimmung 88 Prozent. Von den Schweinemästern mit mehr als 500 Mastplätzen wollte nur jeder zweite ein Gentechnik-Logo auf dem Schnitzel. Verbindliche Herkunftsangaben waren bei Betrieben in Ostdeutschland besonders beliebt.

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Warnung vor dem Gentechnik-Zoo

Die Freisetzung und landwirtschaftliche Nutzung von gentechnisch manipulierten Tieren würde in jedem Fall zu einer erheblichen Gefährdung von Mensch und Umwelt führen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den Christoph Then Testbiotech für die Grünen im Bundestag erstellt hat. Die Arbeit gibt einen Überblick über die geplanten Anwendungen, die Risiken für Mensch und Umwelt sowie die möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Bisher ist erst in den USA ein genmanipulierter Lachs als Lebensmittel zugelassen. Doch arbeiten zahlreiche Wissenschaftler mit den neuen Methoden der Genmanipulation wie CRISPR oder TALEN daran, neue Gentechnik-Tiere zu erstellen. „Begründet wird dies unter anderem mit der Sicherung der Welternährung sowie dem Schutz vor Krankheiten und Allergien“, heißt es in dem Bericht. Zu den Beispielen, die darin vorgestellt werden gehört eine veränderte Eiweißzusammensetzung in der Kuhmilch. Sie soll weniger allergene Eiweiße enthalten und statt dessen Bestandteile menschlicher Muttermilch. Um die Tiere an die Haltung anzupassen sollen horntragende Rinderrassen hornlos gemacht werden und Hühnern die Neigung zum Federpicken verlieren. Rinder und Schweine sollen resistent gegen Krankheiten werden, die in Afrika grassieren, wie die afrikanische Schweinepest oder die Schlafkrankheit. Breiten Raum nehmen auch die Freisetzungsversuche mit genmanipulierten Insekten ein.

Auch die neuen, angeblich zielgerichteten Manipulationsverfahren können zu unerwarteten Ergebnissen führen. Der Bericht belegt das mit dem Versuch neuseeländischer Forscher, Kühe erzeugen, deren Milch weniger Beta-Lactoglobulin enthält. Dieses Eiweiß kann Allergien auslösen. Tatsächlich enthielt die Milch weniger Allergieauslöser, dafür waren andere Eiweiße wie Kasein deutlich erhöht. Außerdem kam von 57 manipulierten Embryonen nur ein Kalb lebend zur Welt – und diesem fehlte der Schwanz. „Insgesamt können die neuen Gentechnik-Verfahren nicht als risikoarmer angesehen werden, als die bisherigen Anwendungen transgener Tiere“, lautet das Fazit des Berichts.

Als politische Konsequenz empfiehlt Testbiotech „ klare Regelungen und Verbote:
· Die Politik sollte klarstellen, dass es in der EU auf absehbare Zeit keine Möglichkeit gibt, Zulassungen für gentechnisch veränderte Nutztiere und deren Produkte zu erhalten oder diese freizusetzen.
· Es müssen national und international klare Regelungen getroffen werden, um die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, deren Ausbreitung räumlich und zeitlich nicht kontrolliert werden kann, vorsorglich zu untersagen.
· In Europa dürfen keine Patente auf Nutztiere erteilt werden.“

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