Gentechnik-Forschung: Gericht genehmigt Akteneinsicht

Der Aktivist und Buchautor Jörg Bergstedt hat in einem Gerichtsverfahren einen weiteren Zipfel des Gentechnik-Filzes aufgedeckt. Das Verwaltungsgericht Gießen verurteilte das Forschungszentrum Jülich dazu, Bergstedt die vor vier Jahren beantragte Akteneinsicht über die Förderung von Freisetzungsversuchen zu gewähren.
Das Forschungszentrum betreibt eine Abteilung namens Projektträger Jülich (PTJ), die für zahlreiche staatliche Stellen und Programme deren Forschungsförderung abwickelt. Darunter ist auch das Programm BioÖkonomie des Bundesforschungsministeriums. Am 30. Mai 2009 hatte Bergstedt Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz beantragt, der PTJ lehnte ab, Bergstedt klagte. Nun hat ihm das Verwaltungsgericht Gießen Recht gegeben. Es verurteilte das Forschungszentrum dazu, dem Buchautor „vollständige Einsicht in die Akten zu den Anträgen und Unterlagen zu und über die im Förderprogramm zur Biologischen Sicherheitsforschung geförderten oder abgelehnten Freisetzungsversuche in der Gentechnik“ zu gewähren. Lediglich persönliche Daten auf den in den Akten befindlichen Gehaltsauszügen und einige andere persönliche Angaben müssten zuvor anonymisiert werden.
Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Das Forschungszentrum Jülich kann vor den Verwaltungsgerichtshof ziehen. Bergstedt befürchtet das: „Die wollen vertuschen und lassen dabei keine Gelegenheit aus.“ Sein Verdacht ist, dass Zeit geschunden werden solle. Angesichts deutlich auseinanderklaffender Praxis auf Versuchsfeldern im Vergleich zum Förderantrag gehe es auch um den Verdacht des Betrugs unter Beihilfe staatlicher Stellen. „Die wollen verzögern, bis alle Verjährungsfristen abgelaufen sind“, vermutet der Aktivist.

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Monsanto geht auf den Magen

Schweine, die mit Mais und Soja des Gentechnik-Konzerns Monsanto gefüttert wurden, litten häufiger an Magenerkrankungen als gentechnikfrei ernährte Tiere. Das ergab eine Fütterungsstudie, die US-amerikanische und australische Wissenschaftler veröffentlichten. Die Gentechnik-Lobby reagierte darauf umgehend mit den üblichen Vorwürfen.
Die Wissenschaftler fütterten 84 Ferkel über die übliche Mastdauer von 23 Wochen hinweg mit RoundupReady Soja sowie einer Maismischung, die zu 90 Prozent aus DK 42-88 bestand, ein Mais, dem gleich drei Erbgutänderungen (der Sorten NK603, MON863 und MON810) eingebaut wurden. 84 weitere Schweine erhielten eine gentechnikfreie Futtermischung.
Die Untersuchung der beiden Gruppen am Ende der Mastzeit ergab keine signifikanten Unterschiede – mit zwei Ausnahmen. Die Zahl ernsthafter Magenentzündungen war bei den mit Gentechnikpflanzen gefütterten Tieren um das 2,6-fache erhöht. Zudem hatten die weiblichen Tiere dieser Gruppe eine um 25 Prozent größere Gebärmutter. Angesichts der weiten Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen als Nahrungsmittel für Tiere und Menschen seien diese Ergebnisse ein „Anlass zur Sorge“ schrieben die Wissenschaftler.

Von den einschlägigen Lobbyisten der Gentechnik kamen die üblichen Argumente: Die Statistik sei einseitig ausgewertet, die gentechnikfreien Tiere hätten öfter was am Herzen, noch dazu sei die leitende Wissenschaftlerin Judy Carman eine Gentechnik-Kritikerin und die Zeitschrift ein unbekanntes Fachblatt für Ökolandbau. Außerdem seien die Tiere schlecht gehalten worden. Der letzte Vorwurf stimmt insofern, weil die Tiere nicht im Labor, sondern in einem üblichen US-Betrieb industriell gemästet wurden. So wie fast alle Schweine, die genmanipuliertes Futter bekommen. Typische Beiträge schrieben der Gentechnik-Verfechter Mark Lynas und Ludger Weß für Die Achse des Guten. Auf ihrer Webseite antwortete Studienleiterin Judy Carman auf die Vorwürfe.

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Monsanto-Tochter lässt sich Brokkoli patentieren

Das Europäische Patentamt hat erneut ein Patent auf eine konventionelle Pflanzenzüchtung erteilt. Die Tochter Seminis des US-Konzerns Monsanto erhielt das Patent EP 1597965 auf einen konventionell gezogenen Brokkoli mit besonders hochwachsenden Köpfen. Sie sollen besser maschinell geerntet werden können. Das Patent erstrecke sich auf die Pflanzen, das Saatgut und den “geköpften Brokkoli” sowie auf eine “Vielzahl von Brokkolipflanzen, die auf einem Feld wachsen”, schreibt die Organisation Keine Patente auf Saatgut! Auf ihrer Webseite kann man eine Sammeleinwendung gegen das Semenis-Patent unterzeichnen.
Keine Patente auf Saatgut! weist darauf hin, dass das Europäische Parlament und der Bundestag deutliche Kritik an solchen Patenten geäußert hätten. Jüngst seien über zwei Millionen Unterschriften für ein Verbot der Patentierung von Pflanzen aus herkömmlicher Züchtung gesammelt worden. Doch „das Europäische Patentamt und Monsanto sind weiterhin auf Konfrontationskurs mit Öffentlichkeit und Politik“, sagt Christoph Then von Keine Patente auf Saatgut!. Das Bündnis fordert vom Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts, in dem die Repräsentanten der Staaten sitzen, die Auslegung des Patentrechts so ändern, dass Patente auf konventionelle Züchtung ausnahmslos verboten sind.
Keine Patente auf Saatgut! berichtet auch von einem Arbeitspapier der Welternährungsorganisation FAO. Demnach plant die Industrie das Geschäft mit Patenten auf konventionell gezüchtete Pflanzen bis 2020 auf einen weltweiten Umsatz von drei Milliarden US-Dollar auszuweiten.

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USA: Der erste Bundesstaat erlässt eine Kennzeichnungsregelung

Connecticut ist der erste US-Bundesstaat, der eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Zutaten in Lebensmitteln vorschreibt. Republikaner und Demokraten hatten sich im Senat auf einen Kompromiss geeinigt und diesen einstimmig verabschiedet. Das Repräsentantenhaus stimmte ebenfalls zu und der Gouverneur des kleinen Bundesstaates im Nordosten der USA erklärte seine Unterstützung.
Einen kleinen Haken hat der Erfolg: Das Gesetz tritt erst dann in Kraft, wenn weitere vier US-Bundesstaaten aus dem Nordosten mit zusammen mindestens 20 Millionen Einwohnern entsprechende Regelungen verabschieden. Doch diese Hürde ist überwindbar. In allen Bundesstaaten des Nordostens und zahlreichen anderen wurden inzwischen Kennzeichnungsgesetze eingebracht, die nun in den Parlamenten diskutiert werden. „Connecticut hat die Führung übernommen und für Schwung gesorgt“, kommentierte Rebecca Spector, Kampaignerin bei der Verbraucherorganisation Center for Food Safety. „Für die anderen Staaten ist das ein Ansporn, ihre eigenen Regelungen voranzubringen.“
Das verabschiedete Gesetz zählt auch die Protoplastenfusion (etwa zur Erzeugung von CMS-Hybriden) zur Gentechnik. Ausgenommen von der Kennzeichnung sind (wie in der EU) Zusatzstoffe und Enzyme sowie die Erzeugnisse von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Auch Restaurants müssen die angebotenen Gerichte nicht kennzeichnen.

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Monsanto gibt sein Gentechnik-Engagement in Europa auf

Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto hat den Kampf für gentechnisch verändertes Saatgut in Europa aufgegeben. Das meldete die taz und zitierte Brandon Mitchener, den Sprecher von Monsantos EU-Niederlassung: „Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa. Derzeit planen wir auch nicht, die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zu beantragen.“ Zudem wolle das US-Unternehmen auf neue Feldversuche mit diesem Saatgut verzichten. Die laufenden Versuche in Rumänien der Slowakei und Tschechien sollen jedoch weitergeführt werden, ebenso der Verkauf der Maissorte MON810 in Spanien und Portugal. Ob bereits beantragte Anbau-Zulassungen zurückgezogen werden, sagte der Konzern nicht.
Der Konzern selbst erklärte dazu: „Monsanto bietet schon seit einigen Jahren nur dort gentechnisch verbesserte Sorten an, wo ein funktionierendes Zulassungssystem und breite Unterstützung auf landwirtschaftlicher und politischer Ebene für die Technologie vorhanden ist. Aber grundsätzlich ist es richtig, dass Monsanto sich in Deutschland und Europa auf die Züchtung und Verkauf von konventionellem Saatgut und Pflanzenschutzmitteln konzentriert.“ Man habe verstanden, „dass Saatgut mit gentechnisch verbesserten Merkmalen derzeit keine breite Akzeptanz in Landwirtschaft und Öffentlichkeit in Deutschland und Europa findet.“

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USA: Weizen gentechnisch verunreinigt

Auf einem Feld im US-Bundesstaat Oregon wachsen gentechnisch veränderte Weizenpflanzen. Dies hat die amerikanische Landwirtschaftsbehörde APHIS bestätigt. Bei dem gv-Weizen handelt sich um einen von Monsanto entwickelten Weizen, der gegen das konzerneigene Herbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat resistent ist. Das Unternehmen hatte 2004 aufgrund des großen Widerstandes darauf verzichtet, seinen RoundupReady-Weizen in den Markt einzuführen und auch das Zulassungsverfahren abgeblasen. Warum der gv-Weizen neun Jahre später in Oregon auftauchte ist unklar, ebenso dessen weitere Verbreitung. Die Behörden haben eine offizielle Untersuchung eingeleitet.
Aufgefallen war der gv-Weizen einem Farmer, weil die Pflanzen die übliche Glyphosatdusche im Frühjahr überstanden hatten, mit der unerwünschte Weizenpflanzen aus dem Vorjahr vor einer Neuaussaat abgetötet werden. Untersuchungen der APHIS bestätigten den Verdacht. Zwischen 1998 und 2005 hatte Monsanto in Oregon und 15 weiteren US-Bundesstaaten zahlreiche Freilandversuche mit seinem gv-Weizen durchführen lassen.
Das Center for Food Safety (CFS) erinnerte daran, dass Monsanto 2011 seine Feldversuche mit genmanipuliertem Weizen wieder aufgenommen habe. Die Verbraucherorganisation forderte ein generelles Moratorium für Feldversuche, bis die Ursachen der Verunreinigung aufgeklärt seien. „Wieder einmal hat das US-Landwirtschaftsministerium dabei versagt, die Lebensmittelkette gegen gentechnische Verunreinigungen zu schützen“, sagte CFS-Geschäftsführer Andrew Kimbrell.
Der Vorgang erinnert an den Skandal um den genmanipulierten Reis LL601 von Bayer. Er war nach längst vergangenen Feldversuchen in konventionellem Reis aufgetaucht und hatte 2006 die Reis-Exporte der USA nach Europa und Asien zusammenbrechen lassen. Bayer Crop Science musste 750 Millionen US-Dollar an Schadensersatz zahlen. Laut Agenturmeldungen haben Japan und Südkorea Weizen-Einfuhren aus den USA vorerst gestoppt. Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten angewiesen, Weizen-Importe aus USA auf GVO-Spuren zu untersuchen. Gleichzeitig teilte sie mit, sie habe bei Monsanto um eine Nachweismethode und brauchbares Referenzmaterial angefragt. Die EU importiert jährlich fast eine Millionen Tonne Weizen, die Hälfte davon geht an Spanien.

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Fachjournal: Monsanto-Mann als Aufpasser?

Die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology (FCT)hat einen neuen Mit-Herausgeber berufen. Der Ernährungswissenschaftler Richard Goodman von der Universität von Nebraska soll sich – als eines von rund zwei Dutzend Mitglieder des Editorial Board – speziell um das Thema Biotechnologie kümmern.
Eine kleine Personalie mit großer Wirkung: FCT hatte im September 2012 die berühmte Seralini-Studie über mögliche Langzeitwirkungen von Monsanto-Mais veröffentlicht und war daraufhin massiv von der Gentechnik-Lobby und ihren Wissenschaftlern kritisiert worden. Der neue Mitherausgeber ist nun genau für solche Artikel zuständig – und ein Monsanto-Mann.
Diesen Vorwurf erheben Claire Robinson von GMWatch und Jonathan Latham vom Bioscience Resource Project. Die ausgewiesenen Gentechnik-Kritiker verweisen darauf, dass Richard Goodman von 1997 bis 2004 bei Monsanto angestellt war und sich dort mit der Allergenität der genmanipulierten Pflanzen Monsantos beschäftigte. Außerdem engagiere er sich bei ILSI, einer Lobbyvereinigung der Lebensmittelindustrie.
In ihrem Artikel listen Robinson und Latham auch mehrere andere Beispiele für die in der Regel nicht offengelegten engen Verbindungen zwischen Gentechnikkonzernen und Fachzeitschriften auf. Eines davon betrifft Paul Christou, den Herausgeber der im angesehenen Fachverlag Springer erscheinenden Zeitschrift Transgenic Research. Er war früher beim Saatgutzüchter Agracetus angestellt, der von Monsanto übernommen wurde. Dem Konzern gehören seither auch mehrere Patente, die Christou für Agracetus entwickelt hatte.

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EFSA legt Leitlinien für genmanipulierte Tiere vor

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat einen neuen Leitfaden vorgestellt. Er gibt vor, wie die Auswirkungen genetisch veränderten (GV-) Tiere auf die Umwelt und auf die Gesundheit von Mensch und Tier geprüft werden sollen. „Zwar liegen der Europäischen Union bislang noch keine Anträge auf Zulassung von GV-Tieren vor, doch ist aufgrund wissenschaftlicher Entwicklungen davon auszugehen, dass in Zukunft entsprechende Anträge für eine Reihe von Tierarten gestellt werden könnten,“ schreibt die EFSA zur Begründung. In den USA steht ein genmanipulierter Lachs vor der Zulassung. Die Firma Oxitech hat das Erbgut von Schädlingen wie Kohlmotte und Olivenfliege manipuliert und will solche Insekten demnächst in Brasilien freisetzen.
Die britische Organisation GeneWatch hatte bereits im März den europäischen Ombudsmann eingeschaltet, um den Einfluss von Oxitec auf die EFSA-Arbeitsgruppe zu genmanipulierten Insekten zu untersuchen. Deren Arbeit floss direkt in den jetzt vorgelegten Leitfaden ein. Fünf der beteiligten Wissenschaftler hätten aktuelle oder frühere Verbindungen zu Oxitec, beklagte GeneWatch und kritisierte, dass die EFSA die Untersuchung des Ombudsmannes nicht abgewartet hatte.
Grundsätzliche Kritik kam vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. „Wir sehen darin, dass die EFSA eine Umweltrisikobewertung vornimmt, eine politische Willensbekundung der Kommission und der EFSA, die Markteinführung gentechnisch veränderter Tiere vorzubereiten“, erklärte Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin des BUND.
Der Leitfaden beschreibt auf 192 Seiten, welche Risiken im allgemeinen und differenziert nach Fischen, Insekten, Säugetieren und Vögeln speziell zu betrachten sind. Er gibt Hinweise zu Versuchsanordnungen, statistischer Auswertung und dem Umgang mit Unsicherheiten. Eine kritische Auswertung liegt noch nicht vor.

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Reis-Rekordernte – ganz ohne Gentechnik

Der indische Bauer Sumant Kumar aus der Provinz Bihar erntete im letzten Jahr 22,4 Tonnen Reis pro Hektar – ein weltweiter Rekord. Aufgestellt ohne Gentechnik und Kunstdünger, mit einer Anbaumethode namens SRI.
SRI steht für „System of Rice Intensification“ und wurde in den 80-er Jahren in Madagaskar entwickelt. Heute ist es vor allem die Cornell Univeristät im US Bundesstaat New York, die diese Anbaumethode propagiert. Dabei werden die Reisschößlinge nicht gruppenweise im Alter von drei bis vier Wochen in die nassen Felder eingesetzt, sondern einzeln und schon nach etwa zehn Tagen. Das macht mehr Arbeit. Auch werden die Felder nicht so stark überflutet wie üblicherweise. In abgewandelter Form lässt sich diese Anbaumethode auch bei Weizen, Kartoffeln und anderen Feldfrüchten anwenden, ebenfalls mit stolzen Erträgen.
Der englische Umweltjournalist John Vidal von der britischen Zeitung Guardian hat über die Rekordbauern aus Bihar berichtet. Sein Artikel erschien auch im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Darin zitiert er auch die Kritik einiger Agrarwissenschaftler an SRI und den angeblich fehlenden wissenschaftlichen Nachweisen des Erfolgs. Deutlich wird dabei, dass sich diese Methode nur für Kleinbauern eignet, die ohne großes technisches Equipment arbeiten. Denn einer der Kritiker monierte: „Bisher hat es noch keiner geschafft, einen Weg zu finden, wie man maschinell einzelne Schößlinge pflanzt.“

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Monsanto vs. Bowman: Konzern siegt vor Gericht

Das höchste US-Gericht, der Supreme Court, hat in einem Patentstreit zwischen dem Gentechnik-Konzern Monsanto und einem Farmer die Patentrechte des Konzerns bestätigt. Der Farmer muss nun 85.000 US-Dollar an den Konzern zahlen.
Der Landwirt Vernon Hugh Bowman aus Indiana hatte für seien erste Soja-Aussaat genmanipuliertes Monsanto-Saatgut gekauft. Für die zweite Aussaat Ende Juni kaufte Bowman bei seiner Genossenschaft günstigeres Saatgut aus Ernte-Resten aller Farmer. Doch auch dieses enthält zu einem großen Anteil Monsanto-Bohnen. Deshalb forderte der Konzern Patentgebühren von dem 75-jährigen Bauern. Ein Gericht verurteilte ihn zur Zahlung von 85.000 US-Dollar. Bowman legte Berufung ein, die er jetzt endgültig verlor.
„Diese Entscheidung ist ein Rückschlag für Amerikas Bauern“, kommentierte das Center for Food Safety das Urteil. Der Trend der Saatgutkonzerne, Bauern wegen angeblicher Patentrechtverletzungen vor Gericht zu zerren, nehme zu. Die Organisation hat in einem Report aufgelistet, dass Monsanto bis Januar 2013 410 Landwirte und 56 kleine Agrarunternehmen verklagt hätte. Allein in den Fällen, deren Ausgang bekannt sei, habe der Konzern zusammengezählt über 23 Millionen Dollar von den Bauern kassiert. Zudem seien die Kosten für das Saatgut, seit die ersten genmanipulierten Pflanzen auf den Markt kamen, massiv gestiegen. Sie hätten von 1995 bis 2011 für Sojabohnen um 325 Prozent, für Mais um 259 Prozent und für Baumwolle um 516 Prozent zugelegt.

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