Wieder Gentech-Weizen von Monsanto aufgetaucht – diesmal in Montana

Auf einem Versuchsgelände der Universität des US-Bundesstaates Montana hat das US-Landwirtschaftsministerium genmanipulierten Weizen des Konzerns Monsanto gefunden. Tatsächlich hat Monsanto dort zusammen mit der Universität Feldversuche durchgeführt. Allerdings im den Jahren 2000 bis 2003. Warum nun auf einen Feld des Instituts plötzlich dieser Weizen wieder wuchs, ist unklar.

Die US-Genehmigungsbehörde APHIS kündigte an, den Vorgang genauer zu untersuchen. Gleichzeitig teilte sie mit, dass sie die Untersuchungen zu dem Gentech-Weizenfund in Oregon letztes Jahr abgeschlossen habe. Es habe sich um einen Einzelfall gehandelt und es sei kein Gentech-Weizen in den Handel gelangt. Warum der Weizen Jahre nach dem letzten Feldversuch plötzlich auf einem Feld gewachsen sei, konnte die Behörde nicht erklären. Sie ist jedoch sicher, dass es sich bei dem Fund in Montana um eine andere Sorte handelt. Aphis kündigte auch an, sich intensiver als bisher um die seit 2011 laufenden neuen Feldversuche von Monsanto mit Gentech-Weizen zu kümmern. Man überlege, ob man die Zahl der Kontrollbesuche auf den Testfeldern erhöhe, heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Der Verband der US-Weizenhändler hofft, dass der neuerlich Fund die Weizenexporte nicht gefährdet. Das Center for Food Safety forderte ein Moratorium für alle Feldversuche.

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Ganz ohne Gentechnik: Resistente Unkräuter gibt es auch in Deutschland

Der zunehmende Pestizideinsatz lässt auch in Deutschland Unkräuter resistent gegen Herbizide werden, insbesondere gegen Glyphosat. Das beschreibt ein Report, den der Verein Testbiotech für den Grünen EU-Abgeordneten Martin Häusling erstellt hat. Darin wird auch auf Rapsglanzkäfer hingewiesen, die gegen inzwischen gegen bestimmte Insektizide resistent sind, ebenso auf resistente Pilze.

Einen Schwerpunkt legt der Bericht „Superweeds – Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse!“ auf die Zunahme resistenter Unkräuter in den USA. Grund dafür ist der verstärkte Glyphosateinsatz verbunden mit dem Anbau genmanipulierter Pflanzen. Der Bericht macht aber auch deutlich, dass eine industrialisierte Landwirtschaft mit hohem Pestizideinsatz grundsätzlich mit Resistenzen zu kämpfen hat: „Die Anzahl an herbizidresistenten Unkräutern hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Sowohl weltweit als auch in Europa und Deutschland“. Gründe dafür seien einseitige Fruchtfolgen oder Monokulturen sowie der Dauereinsatz von Pestiziden mit gleicher Wirkstoffklasse. Zugenommen habe auch die Anzahl an multi-resistenten Unkräutern. In Deutschland wurden laut Report bisher rund zwei Dutzend resistente Unkrautarten gemeldet, die größten Probleme bereiten Acker-Fuchsschwanz und Gemeiner Windhalm. Die landwirtschaftliche Fachpresse und die offiziellen Beratung erteile „in erster Linie den Ratschlag, auf die entstandenen Resistenzen mit einem größeren Cocktail aus Herbiziden mit verschiedenen Wirkmechanismen zu antworten.“

Martin Häusling kommentierte den Bericht so: „Für mich steht fest: Das Prinzip der agrarindustriellen Landwirtschaft steckt in der Sackgasse. Wir müssen deutlich umsteuern hin zu einer wissensbasierten statt technikorientierten Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge setzt und nicht auf plumpe chemische Lösungen.“

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Neue Zuckerrüben im Anmarsch: herbizidtolerant und gentechnikfrei

Gleich zwei Saatgut-Züchter arbeiten derzeit an herbizidtoleranten Zuckerrüben – jeweils mit dem Chemiekonzern Bayer als Partner. In beiden Fällen sollen die Rüben unempfindlich gegen so genannte ALS-Hemmer sein. Wirkstoffe dieser Gruppe verhindern, dass die Pflanzen ein für die Herstellung von Proteinen notwendige Enzym, die Acetolactatsynthase, bilden. Die Resistenz wurde nicht mit gentechnischen Methoden ins Erbgut eingefügt, sondern durch gezielte Auswahl zufällig resistenter Zuckerrüben und deren Einkreuzung.
Der Saatgutkonzern KWS arbeitet seit 2012 mit Bayer zusammen. Die Partner kündigten an, dass die gemeinsam entwickelten Rüben in Kürze für offizielle Feldprüfungen angebaut würden. Das auf Zuckerrübensaatgut spezialisierte belgische Unternehmen SESVanderHave stellte in diesem Sommer ebenfalls eine ALS-tolerante Zuckerrübe vor. Sie werde derzeit in die etablierten Sorten des Unternehmens eingekreuzt und stehe den Landwirten in einigen Jahren zur Verfügung, hieß es in einer Mitteilung. Seit 2009 arbeite man bei diesem Projekt mit Bayer zusammen.
Bereits Anfang 2013 brachte der Chemiekonzern BASF den herbizidtoleranten, konventionell gezüchteten Clearfield-Raps auf den Markt. Er ist unempfindlich gegen ein ebenfalls von BASF vermarktetes Herbizid. Damals warnten mehrere Landwirtschaftskammern und staatliche Pflanzenschutzämter vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Resistenz.

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USA: Mit Supergift gegen Superunkraut

Das US-Landwirtschaftsministerium hat neue genmanipulierte Mais- und Sojasorten des Chemiekonzerns Dow zugelassen. Die unter dem Markennamen Enlist angebotenen Pflanzen sind sowohl gegen Glyphosat als auch das Alt-Herbizid 2,4-D resistent. Das dazu passende Enlist-Herbizid kommt ebenfalls von Dow, ist eine Mischung aus beiden Wirkstoffen und wartet noch auf seine Zulassung durch die US-Umweltbehörde EPA. Sobald diese eintrifft, soll das neuen Gentech-Saatgut auf den Markt kommen– als Wunderwaffe gegen die zunehmenden glyphosatresistenten Superunkräuter auf den Felder der US-Farmer.

Das Herbizid 2,4-D (Dichlorphenoxyessigsäure) war ein Bestandteil des Entlaubungsmittels Agent Orange, das die Amerikaner im Vietnamkrieg eingesetzt hatten. Dessen verheerende Auswirkungen gingen insbesondere auf Verunreinigungen mit Dioxinen zurück. In manchen Mischungen von 2,4-D könnten immer noch Dioxin gefunden werden, heißt es in einem Bericht, den Testbiotech, Genewatch UK und das Pestizid-Aktionsnetzwerk PAN erstellen ließen. „Zudem liefern unabhängige Studien Hinweise darauf, dass der Wirkstoff 2,4 D Geburtsschäden und Erbgutveränderungen verursachen sowie hormonell wirksam sein kann,“ sagte Hans Muilerman von PAN Europa bei der Vorstellung des Berichts. Dow hat bereits bei der EU die Zulassung seiner Enlist-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel beantragt.

Die New York Times berichtete von Schätzungen des US-Agrarministeriums, wonach der Einsatz von 2-4-D in den USA durch die Zulassungen bis 2020 um 200 bis 600 Prozent zunehmen werde. Die Umweltauswirkungen der Zunahme abzuschätzen sei allerdings Aufgabe der Umweltbehörde EPA. Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety warnte vor einer „monumentalen Bedrohung“ durch „Millionen Pfund zusätzlicher Herbizide“, die ausgebracht würden. Dagegen werde die Organisation mit allen möglichen rechtlichen Schritten vorgehen.

Dow-Konkurrent Monsanto präsentiert den US-Farmern eine ähnliche Lösung. Zusammen mit BASF hat Monsanto Pflanzen so manipuliert, dass sie gegen das Uralt-Herbizid Dicamba resistent sind.

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Raps-Saatgut in Deutschland weiterhin gentechnikfrei

In Deutschland vertriebenes Rapssaatgut ist frei von Gentechnik. Dies meldeten Greenpeace und Bioland, die wieder die Saatgutanalysen der Bundesländer abgefragt haben. Die Länderbehörden hatten dieses Jahr 334 Saatgutproben untersucht. Wie im Vorjahr fanden sich darin keine gentechnischen Verunreinigungen. 2012 waren noch fünf von 337 Raps-Saatgutproben durchgefallen. Auch Mais-Saatgut sei immer weniger gentechnisch belastet, teilten Greenpeace und Bioland mit. Prüfer hätten dieses Jahr nur in acht von 504 Proben Verunreinigungen gefunden. Die offizielle Statistik meldete auch für Kartoffel, Senf und Zuckerrüben keine Befunde. In 18 untersuchten Saatgutproben von Sojabohnen fanden die Behörden zweimal Verunreinigungen.
„Auch die diesjährige Analyse zeigt, dass sauberes Saatgut möglich ist“, sagte Jan Plagge, Präsident von Bioland. “Die Nulltoleranz für Saatgut muss auch künftig bestehen bleiben.“ Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace, hob hervor, dass das Saatgut am Anfang der pflanzlichen Produktion stehe.. „Jede Verunreinigung mit Gentechnik bedeutet nicht nur ein unkalkulierbares ökologisches, sondern auch ein unverantwortliches wirtschaftliches Risiko.” Einmal freigesetzt, drohe die unkontrollierbare Ausbreitung von Gentech-Pflanzen.
Große Saatguthersteller und der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter BDP fordern seit Jahren, Schwellenwerte für gentechnische Verunreinigungen einzuführen und damit die Nulltoleranz zu beenden. Der Grünen-Politiker Harald Ebner warnte, die geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) wären das Ende für die derzeitige Nulltoleranz.

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Greenpeace nimmt sich McGen vor

Greenpeace Deutschland hat mit einer Kampagne die Fastfood-Kette McDonald’s ins Visier genommen. Diese hatte im Mai 2014 erklärt, für seine Chicken Burger und Chicken McNuggets wieder Fleisch von Hühnern einzusetzen, die Gentechnik-Futter bekommen hatten. Zuvor hatte das Unternehmen 14 Jahre lang auf Gentechnikpflanzen im Futtertrog verzichtet.
Zentrales Element der Kampagne ist ein Wettbewerb, zu dem Greenpeace Grafiker, Designer und Kreative aufgerufen hat. Sie können noch bis 20. Oktober auf der Webseite www.McGen.de ihre Entwürfe für das zentrale Kampagnenmotiv entwerfen. Aus den eingereichten Arbeiten wird eine Jury die besten auswählen, die dann die Greenpeace-Gentechnikkampagne begleiten. Dotiert ist der Wettbewerb mit insgesamt 8.000 Euro an Preisgeldern. Bisher sind rund 160 Entwürfe eingegangen und veröffentlicht worden.
Zusätzlich bietet Greenpeace die Möglichkeit, dem Deutschland-Chef von McDonald’s eine Protest-Mail zu schicken. Darin heißt es: „Ein Chicken Burger würde weniger als 1 Cent teurer werden, wenn McDonald’s auf Gen-Soja verzichten würde.“
Bereits im Mai 2014, als McDonald’s seine Entscheidung für Gentechnik-Futter veröffentlichte, hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch zu Protesten aufgerufen. Sie sammelte damals 35.000 Unterschriften, die an die Deutschland-Zentrale des Konzerns in München schickte. Diese Aktion ist nach wie vor im Netz.

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Teure Verunreinigungen: Klagen gegen Monsanto und Syngenta

Im Mai 2013 fand die US-Landwirtschaftsbehörde APHIS auf einem Feld im US-Staat Oregon gentechnisch manipulierten Weizen des Konzerns Monsanto, der zuletzt 2005 in Feldversuchen angebaut worden war. Die Nachricht führte dazu, dass Japan und Korea Weizenimporte aus den USA vorübergehend einstellten und die Preise nachgaben. US-Medienberichten zufolge haben Weizenbauern aus neun US-Staaten daraufhin auf Schadensersatz geklagt. Mit Klägern aus Oregon soll sich der Konzern inzwischen verständigt haben, meldete das Portal Ag-Web. Man habe sich im Prinzip geeinigt, die Details müssten jedoch noch ausgearbeitet werden, zitierte das Portal Vertreter beider Seiten.
Über mögliche Hintergründe und Folgen der Einigung für andere Kläger spekuliert das Online-Magazin Takepart. Es zitiert Dave Murphy von der Verbraucherorganisation Food Democracy Now mit der Einschätzung, dass Monsanto dem Vergleich nur zugestimmt habe, weil der Konzern sich ernsthaft verwundbar fühle. Die Bauern und ihre Anwälte sollten deshalb einem Vergleich nicht zustimmen.
Ebenfalls vor Gericht soll der Gentechnik-Konzern Syngenta. Kläger ist in diesem Fall der Agrarkonzern Cargill. China hatte in diesem Jahr zahlreiche Futtermittellieferungen aus den USA zurückgewiesen, weil sie mit dem in China noch nicht zugelassenen Gentech-Mais MIR162 von Syngenta verunreinigt waren. Darunter waren auch Erzeugnisse von Cargill. Insgesamt soll sich der Schaden für Exporteure und Bauern laut einem Gutachten der National Grain and Feed Association auf bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Händler wirft Syngenta vor, es habe seinen MIR162-Mais unverantwortlicherweise in den USA auf den Markt gebracht, ohne abzuwarten, bis wichtige US-Exportkunden diese Sorte ebenfalls zulassen. Gespräche mit Syngenta seien ohne Ergebnis geblieben. Der Konzern weigere sich, seinen Teil der Verantwortung anzuerkennen und habe sogar eine weitere Mais-Sorte auf den Markt gebracht, die ebenfalls noch nicht in China zugelassen sei. Syngenta wies die Vorwürfe zurück. Der Mais MIR 162 sei seit 2010 auf dem Markt und von den Bauern erfolgreich eingesetzt worden.

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Gentech-Eukalyptus steht in Brasilien vor der Zulassung

Die brasilianische Biotechnologie-Kommission CTNBio hat Anfang September über die kommerzielle Zulassung von gentechnisch manipulierten Eukalyptusbäumen beraten. Entwickelt und seit über zehn Jahren in Feldversuchen getestet wurden die Bäume von der Firma FuturaGene. Sie gehört inzwischen zu Suzano Pulp and Paper, einem der größten brasilianischen Papierproduzenten. Die Bäume wurden so manipuliert, dass sie 20 Prozent mehr Holz produzieren und bereits nach fünfeinhalb Jahren – statt bisher sieben – schlagreif sind. In Brasilien wachsen Eukalyptus-Plantagen auf 3,5 Millionen Hektar. Schon Ende des Jahres könnte eine Zulassung erteilt werden, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift Nature.
Verhindern wollen das 260 Umweltorganisationen aus aller Herren Länder. Sie haben einen offenen Brief an CTNBio geschrieben, mit der Aufforderung, die Zulassung zu verweigern. Darin verweisen die Verbände auf die UN-Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Diese verlange eine umfassende und transparente Abschätzung der langfristigen sozialen und ökologischen Folgen vor einer Freisetzung gentechnisch veränderter Bäume. Brasilien hat die Konvention mit unterzeichnet.
Auch in den USA sollen genmanipulierte Eukalyptusbäume im großen Stil freigesetzt werden. Dort wartet das Unternehmen ArborGen schon seit 2011 auf die Zulassung für den kommerziellen Anbau seiner frostunemfindlich gemachten Gentech-Bäume.

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Europaparlamentarier sehen Opt out-Regelung überwiegend skeptisch

Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat sich Anfang September erstmals mit der vom Ministerrat im Sommer beschlossenen neuen Opt out-Regelung befasst. Der Informationsdienst Keine Gentechnik hat die wichtigsten Beiträge der Debatte zusammengefasst: Sowohl die Berichterstatterin Frédérique Ries von den belgischen Liberalen, als auch Vertreter von Sozialdemokraten, Grünen und Linken äußerten sich kritisch zu dem von EU-Kommission und Ministerrat befürworteten Opt out-Modell. Die Konservativen der europäischen Volkspartei zeigten sich uneins. Während der deutsche CDU-Abgeordnete Peter Liese den Kompromiss des Ministerrats verteidigte, lehnte ihn seine Parteikollegin Renate Sommer mit der Begründung ab, dass Gentechnik-Verbote die unternehmerische Freiheit der Landwirte einschränkten. Die österreichische ÖVP-Politikerin Elisabeth Köstinger hingegen kritisierte den Entwurf der Minister als „zweitbeste Lösung“ und verwies auf den Vorschlag des Parlaments von 2011. Dieser sei wesentlich restriktiver gewesen. Der Umweltausschuss will bis Ende des Jahres die Position des Parlaments entwerfen, über die dann im Januar das Plenum in Straßburg abstimmen soll.
Mit der Opt out-Regelung haben sich auch die Landwirtschaftsminister der Bundesländer im Rahmen ihrer Agrarministerkonferenz befasst. Sie verlangten einstimmig vom Bund, dass es nur einheitliche, bundesweite Verbote geben soll, um einen regionalen Flickenteppich zu vermeiden. Zudem baten die Minister die Bundesregierung, „bei künftigen Abstimmungen im Rat der EU über Anbauzulassungen von GVO mit Ablehnung zu stimmen, wenn die Opt out-Möglichkeit genutzt werden soll“, berichtete der Informationsdienst Keine Gentechnik. Unabhängig von den Opt out-Möglichkeiten solle die Bundesregierung nach dem Willen der Länder bei allen künftig zum Anbau zugelassenen GVO regelmäßig prüfen, ob es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebe, die eine Inanspruchnahme der Schutzklausel nach Art. 23 der Freisetzungsrichtlinie erfordern. Auf dieser Grundlage ist derzeit der Gentech-Mais MON810 verboten.

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Eis-Marke Häagen-Dasz lehnt Synbio-Vanille ab

Der US-amerikanische Eis-Hersteller Häagen-Dasz wird kein Vanille-Aroma einsetzen, das von Hefekulturen mit künstlicher DNA erzeugt wurde. Das meldete die Umweltorganisation Friends of Earth (FoE), die in den USA seit längerem gegen die Synbio-Vanille der Schweizer Firma Evolva zu Felde zieht. Im Zuge der Kampagne hatte FoE bekannte Eis-Hersteller wie Häagen-Dasz im Namen eines breiten Bündnisses von Umweltgruppen angeschrieben und für einen Verzicht auf Synbio-Vanille geworben. Wie FoE mitteilte, haben nun die Konzerne Nestlé und General Mills, die sich die Markenrechte an Häagen-Dasz teilen, schriftlich zugesagt, für diese Marke auf Synbio-Vanille zu verzichten. Auch einige andere US-Eisproduzenten haben sich dem angeschlossen.
Das US-Onlinemagazin Grist kommentierte kritisch, dass sich die Umweltverbände gezielt an Hersteller hochpreisiger Eiscremes gewandt hätten, bei denen die Verwendung natürlicher Zutaten wie echter Vanille zum Markenzeichen gehöre. FoE hatte dies damit begründet, dass Evolva explizit damit werbe, die Synbio-Vanille könne als natürliche Zutat ausgelobt werden.
Das US-Onlinemagazin Mother Jones zitierte einen Evolva-Sprecher mit der Aussage, dass echte Vanille aus Madagaskar nur ein Prozent des Marktes ausmache, während 99 Prozent auf chemisch hergestelltes Vanillin entfielen. „Unser Focus richtet sich auf diese 99 Prozent.“ Im Vergleich zu diesem Vanillin sei Synbio-Vanille die bessere Alternative.
Bleibt die Frage, wann hierzulande jemand die Eiskonzerne Nestlé (Mövenpick, Schöller) und Unilever (Langnese) fragt, wie sie es denn künftig mit Synbio-Vanille halten.

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