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Gen-Bauern missachten Vorschriften

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 27. Nov. 2009

Ein Viertel der US-Farmer, die genmanipulierten Mai anbauen, missachten Umweltauflagen, die eine Resistenzbildung bei Insekten verhindern sollen. Dies enthüllte die US-Umweltorganisation Center for Science in the Public Interest (CSPI) in einer Studie. Sie forderte die US-Umweltbehörde EPA auf, die Zulassung der Genmais-Pflanzen erst dann zu verlängern, wenn die Regeln eingehalten werden.

2008 waren 58 Prozent der US-Maisäcker mit genmanipulierten Sorten bepflanzt, die ein Gift des Bacillus Thuringiensis (Bt-Toxin) produzieren und damit bestimmte Schädlinge abwehren sollen. Die Zulassung dieser Maissorten war von der Umweltbehörde mit der Auflage versehen worden, dass jeder Farmer im oder am Rande solcher Genmais-Äcker Flächen mit gentechnikfreiem Mais bepflanzen sollte. Diese Rückzugsgebiete für die Schadinsekten sollen verhindern, dass diese Resistenzen gegen das Bt-Toxin entwickeln. In den Jahren 2003 bis 2005 hielten über 90 Prozent der Farmer diese Auflage ein, inzwischen ist die Zahl auf rund 75 Prozent gesunken.

Die Daten, die das CSPI zitiert, stammen aus jährlichen Compliance-Berichten, in denen die Gentechnik-Konzerne dem EPA mitteilen, inwieweit die Farmer die Auflagen für das Resistenz-Management einhalten. Diese Daten seien ein Alarmsignal für die Umweltbehörde, dass das derzeitige Regelwerk nicht funktioniere, heißt es in der Studie. Deshalb müsse die Behörde die Wiederzulassung bestehender Sorten davon abhängig machen, dass die Auflagen eingehalten würden. Zusätzlich sollten sowohl Farmer als auch Saatgutlieferanten bei Nichtbefolgung Strafe zahlen.

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Aigner stimmt für Genmais

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 27. Nov. 2009

Die neue Bundesregierung hat zum ersten Mal ihren gentechnikfreundlichen Kurs unter Beweis gestellt. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner stimmte beim EU-Agrarministertreffen in Brüssel für die Zulassung der Genmais-Sorte MIR604 des Agrochemiekonzerns Syngenta als Futter- und Lebensmittel. Bisher hatte sich Deutschland bei solchen Abstimmungen immer enthalten.

Auch mit den Stimmen Deutschlands erreichten die Gentechnik-Befürworter im Ministerrat die notwenige qualifizierte Mehrheit nicht. Dennoch kann nun die EU-Kommission im Alleingang entscheiden und wird MIR604 in Kürze zulassen. Vor allem die Futtermittelindustrie drängt darauf. Denn immer wieder sind Sojalieferungen aus den USA mit dem Genmais verunreinigt. Solange er nicht zugelassen ist, darf eine solche Sojalieferung nicht in die EU eingeführt werden. Die grüne Bundestagsfraktion warf Aigner vor, sich mit ihrer Zustimmung zur „Steigbügelhalterin der Futtermittelindustrie“ gemacht zu haben.

Die Ministerin hielt dagegen, dass die europäische Lebensmittelbehörde EFSA dem Genmais die Unbedenklichkeit bescheinigt habe. Das hat die EFSA allerdings auch beim Genmais MON810 gemacht, dessen Anbau Aigner trotzdem verbot. Zudem ist die EFSA erst kürzlich wieder ins Gerede gekommen. Die für Gentechnikzulassungen zuständige führende Mitarbeiterin der EFSA wechselte zum Gentechnik-Konzern Syngenta. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft beschrieb in der taz die neue Strategie der Regierung so: „Austesten, wie weit man gehen kann, ohne zu starke Proteste auszulösen – und einen Gewöhnungseffekt bei den Leuten erzielen.“ Damit der nicht eintritt, rufen die Internet-Aktivisten von Campact zum Protest auf: Nein zu Gen-Mais in Europa.

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Gen-Lein: Auch Bio betroffen

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 20. Nov. 2009

36 Staaten rund um den Globus haben inzwischen Funde von Leinsaat mit gentechnischen Verunreinigungen gemeldet. Auch in Bio-Leinsaaten aus Kanada wurden Verunreinigungen mit dem Gen-Lein Triffid gefunden, wie mehrere Meldungen im EU-Schnellwarnsystem RASFF zeigen.

Am 19.November meldete Taiwan im RASFF „nicht zugelassene, gentechnisch veränderte braune Bio-Leinsaat aus Kanada, via Deutschland.“ Eine gleichlautende Meldung kam bereits am 12. November aus Zypern. Deren Schnellwarnungsnummer 2009/1515 verweist auf einen ersten Fund in Griechenland am 5. November. Allerdings ist in dieser ersten Meldung nur von brauner Leinsaat via Deutschland die Rede, noch nicht von „Bio“. Die Rückverfolgung führte anscheinend zu dem deutschen Händler, denn die nächste Meldung vom 11. November listet eine Charge in Deutschland auf, die bereits in 17 europäische Länder vertrieben worden war.. „Rücknahme der betroffenen Ware vom Markt, verstärkte Kontrollmaßnahmen“ werden als Maßnahmen genannt. Auf diesen Fund beziehen sich die Meldungen aus Zypern und Taiwan Unabhängig davon meldete Belgien am 12. November verunreinigte Bio-Leinssat aus Kanada. Die Schweden hatten drei Tage zuvor Bio-Leinsaat mit Triffid gefunden, die via Italien ins Land gekommen war.

Noch immer weitaus häufiger sind Verunreinigungen in konventionellen Leinsamen. So musste die britische Supermarktkette Marks&Spencer Anfang November Brot mit Triffid-Lein aus den Regalen räumen. In Nordrhein-Westfalen meldeten die Untersuchungsämter Anfang November, dass bei flächendeckenden Kontrollen in 20 von 58 Proben Spuren des Genkonstrukts Triffid gefunden wurden.

Die Kanadische Leinsamen-Vereinigung nennt die Verunreinigung verheerend. „Wenn die kanadische Leinsamen-Industrie überleben und wieder auf die Beine kommen will, muss jede nur denkbare Anstrengung unternommen werden, um die Quellen dieser Verunreinigung zu finden und zu eliminieren.” schreibt sie an ihre Mitglieder. Farmer, in deren Ernte Verunreinigungen festgestellt wurden, tröstet sie damit, dass es weniger sensible Märkte als den europäischen gebe, auf denen man solche Partien fast ohne Abschläge verkaufen könne. Nur müssten solche Partien gekennzeichnet und getrennt gehandelt werden, um keinen Schaden anzurichten.

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Gentechnik-Pflanzen brauchen mehr Pestizide

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 18. Nov. 2009

Der Anbau von genmanipulierten Sojabohnen, Mais und Baumwolle in den USA hat den Verbrauch an Pestiziden ansteigen lassen und zahlreiche resistente Unkräuter hervorgebracht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den mehrere Umweltgruppen in den USA vorgelegt haben. Autor ist der amerikanische Agrarexperte Charles Benbrook. Er hatte bereits 2004 eine Studie zu diesem Thema verfasst. Die darin aufgezeigten Entwicklungen sind inzwischen rasant fortgeschritten.

Für die Studie Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use: The First Thirteen Years hat Benbrook Daten des US-Landwirtschaftsministeriums ausgewertet. Er kam zu dem Ergebnis, dass durch den Anbau der Genpflanzen in diesen 13 Jahren insgesamt 383 Millionen US pound mehr an Herbiziden eingesetzt worden seien; das sind über 172.000 Tonnen. Durch den Anbau von Bt-Mais und Baumwolle seien 64 Millionen pound an Insektiziden eingespart worden. Das entspricht 29.000 Tonnent, wobei das von den Pflanzen gebildete Insektizid unberücksichtigt bleibt. Insgesamt sei der Genpflanzenanbau also für einen bisher aufgelaufenen Mehrverbrauch von 319 Millionen pound oder 143.000 Tonnen an Pestizid-Wirkstoffen in den USA verantwortlich.

Die Gründe dafür sind laut Benbrook das dramatische Anwachsen herbizid-resistenter Unkräuter sowie die schrittweise Verringerung des Pestizideinsatzes auf gentechnikfrei bewirtschafteten Feldern. Die ersten gegen den RoundUp-Wirkstoff Glyphosat resistenten Unkräuter seien 2000 aufgetaucht und hätten sich in den letzten Jahren epidemieartig ausgebreitet, schreibt Benbrook. „Heute gibt es neun oder mehr Unkräuter, die insgesamt Millionen Acre an US-Weideland befallen haben.“. 2,5 Acre entsprechen einem Hektar. Besonders betroffen seien der Süden und der Mittelwesten. Einige der befallenen Baumwollfelder seien aufgegeben worden. Um der Unkraut-Invasion Herr zu werden, würden die Bauern entweder noch mehr Glyphosat spritzen oder noch giftigere Herbizide wie Paraquat oder 2,4-D einsetzen. In den letzten beiden Jahren sei der Herbizidverbrauch besonders stark gewachsen.

Weil der erhöhte Gifteinsatz viel Geld kostet, wenden sich laut Benbrook die ersten Soja-Bauern von den Gentech-Bohnen ab. „Die Nachfrage der Farmer nach konventionellen Sojabohnen hat die Vorräte in einigen Bundesstaaten aufgebraucht. Universitäten und regionale Saatgutfirmen arbeiten daran, die Lücke zu schließen.“

In dem Vorwort zur Studie schreiben Margaret Mellon von Union of Concerned Scientists und Mark Retzloff von The Organic Center: „In ihren gegenwärtigen Werbekampagnen verspricht die Biotech-Industrie, die Probleme des Klimawandels und der Ernährungssicherheit zu lösen, genauso, wie sie einst versprochen hat, den Pestizidverbrauch der Landwirtschaft zu reduzieren. Bevor man Gen-Pflanzen als Lösung für die neuen Herausforderungen akzeptiert, sollte man nüchtern und anhand vorliegender Daten überprüfen, was aus den früheren Ankündigungen geworden ist.“

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Nazis im Genmaisfeld

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 13. Nov. 2009

Immer häufiger versuchen Rechtsextremisten, in gentechnikfreien Regionen oder Anti-Gentechnik-Initiativen mitzuarbeiten. Der Informationsdienst Gentechnik hat dazu ein Dossier „Gentechnik und Rechtsextremismus“ zusammengestellt. Es bietet einen Sachstandsbericht ebenso wie konkrete Fallbeschreibungen und Adressen von Beratungsangeboten gegen Rechtsextremismus.

Die „Ausweisung des gesamten Freistaates Bayern als gentechnikfreie Zone“ forderte die bayerische NPD in ihrem Wahlprogramm. In Mecklenburg-Vorpommern protestierte die NPD-Fraktion gegen die Versklavung der Bauern durch Monsanto. Im rechtsextremen Hochglanz-Magazin Umwelt&Aktiv nimmt der Kampf gegen die grüne Gentechnik ebenfalls einen prominenten Platz ein.

Diese Hinwendung zum Thema Gentechnik spiegele nicht nur die NPD-Taktik wider, sich auf Problemlagen mit großen emotionalem, plakativen und polemischen Potential zu fokussieren, schreiben Susanne Theilmann und Sebastian Striegel in ihrem Sachstandsbericht „Nazis im Maisfeld“. Die NPD belebe hier auch eine „ureigene ideologische Tradition unter neuen Vorzeichen.“ Heimatschutz, Wald- und Naturschutz, gesunde Ernährung, Tierschutz und biologischer Landbau seien schon Themen und Ziele der Umweltpolitik der NSDAP gewesen.

Für ihre Gentechnik-Aktivitäten würden sich die Rechtsextremisten überwiegend aus frei zugänglichem Material anderer Gruppen oder wissenschaftlicher Institute bedienen, stellt der Bericht fest. Die werden dann mit Blut-und-Boden-Ideologie angereichert. Gleichzeitig engagieren sich die Nazis in Interessengruppen und Initiativen zu lokalen Problemen, „unter anfänglicher Vermeidung ideologischer Ausfälle.“ Der Bio-Bauer Helmut Ernst koordinierte zwei Jahre lang die Initiative für eine gentechnikfreie Region Nebel/Krakow. Erst dann wurde bekannt, dass er NPD-Mitglied war und er zog sich aufgrund von Protesten aus dieser Funktion zurück.

Besonders unorganisierte Rechte seien oft unauffällig, Stammkunde im Bioladen und pflegten einen nachhaltigen Lebensstil, heißt es in dem Sachstandsbericht. „Ganz offensichtlich abstruse Verlautbarungen werden bestenfalls belächelt oder ignoriert. Erleichtert wird dies durch das breite Spektrum innerhalb der ‚Öko-Szene’, in der ebenfalls utopisch-esoterische Strömungen, allerdings ohne menschenverachtende Motive, vertreten sind.“

Die beiden Autoren empfehlen mehr Sensibilität gegenüber solchen Unterwanderungsversuchen und ermuntern dazu, sich im Bedarfsfall beraten zu lassen und die Auseinandersetzung innerhalb lokaler Gruppierungen anzunehmen: „Wo gentechnikfrei drauf steht, sollten auch in Zukunft keine Nazis drin sein.“

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EFSA unter Beobachtung

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 10. Nov. 2009

Die neu gegründete Expertengruppe Testbiotech will der EU-Lebensmittelbehörde EFSA genauer auf die Finger schauen. Denn deren Gutachten der liefern die Grundlage für die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der EU. Umwelt- und Bioverbände kritisieren seit langen die unkritische und gentechnikfreundliche Arbeitsweise des Instituts. Eine Reform der EFSA und des Zulassungsverfahrens steht seit zwei Jahren auf der Tagesordnung der EU-Staaten. Mit einem monatlichen englischsprachigen Newsletter namens EFSA Watch will Testbiotech künftig die Arbeit der EU-Behörde kritisch begleiten.

Die erste Ausgabe nimmt zwei Gutachten der EFSA zu gentechnisch veränderten Maissorten der Firmen Monsanto (MON89034xNK603) und Syngenta (Bt11xGA21) unter die Lupe. Bei beiden Produkten handelt es sich um sogenannte stacked events. Das bedeutet, dass in diesen Maishybriden verschiedene gentechnische Konstrukte kombiniert sind. So produzieren sie einerseits ein oder mehrere Insektengifte (BtToxin) und enthalten andererseits Toleranzen gegenüber Herbizide. Die EFSA empfiehlt, die beiden Maissorten zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln freizugeben.

Testbiotech kritisiert, dass das zuständige EFSA-Gremium, das GMO-Panel, sich vor allem auf die bereits vorhandenen Risikoabschätzungen der gentechnisch veränderten Pflanzen stützt, die als Ausgangsprodukte für die Hybriden dienen. Diese Argumentation sei wissenschaftlich fragwürdig, da sie unerwartete Wechselwirkungen zwischen den künstlichen Genen und ihren Produkten größtenteils außer Acht lasse. Spezielle Fütterungsversuche mit MON89034 x NK603 oder Bt11xGA21 seien nicht unternommen worden. Zudem gebe es bereits an der Risikobewertung der einzelnen Pflanzen, erhebliche Zweifel. So habe der herbizidtolerante Mais NK603 im Fütterungsversuch bei Ratten verschiedene statistisch signifikante Auffälligkeiten gezeigt.

Testbiotech e. V. wurde 2008 von einer Gruppe kritischer Experten gegründet, um unabhängige Forschung und die gesellschaftliche Debatte über die Auswirkungen der Biotechnologie zu fördern. Der Verein versteht sich als eine Art Kompetenzzentrum und Institut für unabhängige Risiko- und Begleitforschung. Mitglieder sind unter anderen Christoph Then, langjähriger Gentechnik-Campaigner von Greenpeace, Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk und die Biologin Antje Lorch, die seit Jahren Umweltorganisationen zur Agro-Gentechnik berät.

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Was kostet die grüne Gentechnik?

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 5. Nov. 2009

Mehrere Verbände haben zusammengestellt, was alles berücksichtigt werden müsste, um eine aussagekräftige und ganzheitliche Kosten-Nutzen-Rechnung für die grüne Gentechnik aufzustellen. Der Fragenkatalog soll der Bundesregierung helfen, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Denn künftig sollen bei der Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auch solche sozioökonomischen Kriterien berücksichtigt werden.

Dies hatte Ende 2008 der Rat der EU-Umweltminister beschlossen. Die Minister ersuchten damals die EU-Mitgliedstaaten auf „bis Januar 2010 relevante Informationen zu den sozioökonomischen Auswirkungen des Inverkehrbringens von GVO einschließlich des sozio-ökonomischen Nutzens und der sozio-ökonomischen Risiken sowie der agronomischen Nachhaltigkeit einzuholen und auszutauschen“. Bis Juni 2010 soll dann die EU-Kommission anhand der von den Mitgliedstaaten abgelieferten Informationen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat berichten.

Passiert ist seither – nicht nur in Deutschland – wenig. Deshalb haben die gentechnikkritischen Verbände sich vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen „Vorschläge zur Erfassung von sozioökonomischen Faktoren in Deutschland“ zusammenstellen lassen. Herausgekommen ist ein Katalog, der gezielt abfragt, wie sich zum Beispiel GV-Pflanzen auf das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung auswirken oder welche Folgen der Anbau für die Ernährungswirtschaft oder den Tourismus in einer Region hat. Beim Thema sozialer Nutzen wird abgefragt, ob GV-Pflanzen neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen oder Kleinbetriebe Verdrängen und welchen konkreten Nutzen diese Pflanzen überhaupt bringen. Ausführlich geht der Kriterienkatalog auf die vielfältigen Kosten ein, die der gentechnikfreien Landwirtschaft und den Lebensmittelherstellern durch die nötigen Schutzvorkehrungen gegen Verunreinigungen und die Analysen entstehen. Auch die Kosten von Kontaminationsfällen wie dem Genreisskandal müssten in eine solche Rechnung einbezogen werden. Aufgelistet hat solche Kosten im Frühjahr 2009 der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft in seinem „Schadensbericht Gentechnik“.

„Werden betriebswirtschaftliche Auswirkungen und gesellschaftliche Risiken eingerechnet, so könnte der großflächige Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen den Menschen und der Wirtschaft mehr schaden als nutzen“, sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Die Folgen des Gentechnik-Einsatzes würden in Deutschland und den meisten EU-Ländern weitgehend ausgeblendet.

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Neue Genmaissorten zugelassen

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 5. Nov. 2009

Die EU-Kommission hat die Genmaissorten MON88017 und MON89034 von Monsanto sowie den Pioneer-Mais 59122xNK603 zugelassen. Alle drei Arten sind gegen bestimmte Schädlinge immun. Die Zulassung erfolgte für den Import als Futter- und Lebensmittel, ein Anbau ist nicht geplant. Mit ihrem Beschluss erleichtert die Kommission in erster Linie die Einfuhr von Futtermitteln aus den USA.

Die EU-Kommission konnte selbständig über die Zulassung entscheiden, nachdem die Abstimmung der EU-Agrarminister am 19. Oktober in einem Patt endete. Dass der Beschluss so schnell fiel, dürfte eine Reaktion auf das Drängen der Futtermittelindustrie und der großen Bauernverbände sein. Die drei Genmaissorten werden in den USA bereits angebaut. Bei Stichproben entdeckten die Behörden in einigen Fällen MON88017 in Sojalieferungen aus den USA, die daraufhin zurückgeschickt wurden. Diese wenigen Fälle nutzte die Futtermittelindustrie, um vor einer drohenden Futtermittelknappheit zu warnen und das Nulltoleranz-Prinzip im EU-Gentechnikrecht in Frage zu stellen.
Dieses Prinzip besagt, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVO), die über keine EU-Zulassung verfügen, auch nicht in Verkehr gebracht werden dürfen. Werden sie trotzdem in Lebens- oder Futtermitteln entdeckt, müssen die verunreinigten Produkte umgehend vom Markt genommen werden. Das betraf zuletzt mit GVO verunreinigte Leinsaat aus Kanada, kommt aber häufiger bei Futtermittellieferungen aus den USA vor. Denn in den USA werden neue Mais- und Sojalinien schnell genehmigt und angebaut, während in der EU die Sicherheit der neuen GVO weit gründlicher und deshalb länger geprüft wird. Mit einer Postkartenaktion macht der Deutsche Bauernverband derzeit gegen das Nulltoleranz-Prinzip mobil. Auch nach der Zulassung der drei Genmaissorten warten noch über ein Dutzend weitere Genmais-Linien und sechs Gensojasorten auf ihre Zulassung für den Import als Futter- und Lebensmittel.

Mehr Infos: Informationsdienst Gentechnik: Dossier Nulltoleranz

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