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Indien: Fasten gegen Gentechnik

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 29. Jan. 2010

Zahlreiche Organisationen protestieren in Indien am Samstag, den 30. Januar, mit einem eintägigen Fasten gegen die geplante Einführung von genmanipulierten Auberginen (Brinjal). Auch Regierungsmitglieder einzelner Bundesstaaten unterstützen die Aktion. Die für Genfood-Zulassungen zuständige Behörde hat den Anbau bereits genehmigt, doch die Bundesregierung hat bisher nicht endgültig zugestimmt.

Der 30. Januar ist der Todestag von Mahatma Gandhi und wird in Indien als Tag der Martyrer gefeiert, zur Erinnerung an die im gewaltlosen Kampf für die indische Freiheit Getöteten. Die Organisatoren des Fastens ziehen in ihrem Aufruf die Verbindung zwischen Gandhis Kampf gegen die Kolonialmacht England und internationalen Konzernen wie Monsanto, die Indien seiner Nahrungsmittelsouveränität berauben und es so erneut kolonialisieren wollen.

Indien ist die Heimat der Auberginen, die dort Brinjal heißen und zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Seit Jahren versucht Mahyco Monsanto Biotech, für seine Bt-Brinjal die Zulassung zu bekommen. Sie wäre das erste genmanipulierte Lebensmittel, das in Indien angebaut würde. Eine Auswertung der bisherigen Unterlagen durch das französische Institut CRIIGEN hat gezeigt, dass Bt-Brinjal eine mögliche Gesundheitsgefahr bedeuten.

Mit Gandhi gegen Gentechnik

Mit Gandhi gegen Gentechnik

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„Ohne Gentechnik“ wird immer beliebter

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 29. Jan. 2010

Die Milchwerke Berchtesgadener Land kennzeichnen ihre Milch inzwischen mit dem „Ohne Gentechnik“-Logo. Auch die neu auf den Markt gebrachte Faire Milch des Bundesverbandes der Milchviehalter trägt das Zeichen. Die Allgäuland Käsereien haben die Frischmilch ihrer Marke Bergbauern auf gentechnikfrei umgestellt. Die Futter- und Lebensmittelindustrie wird nervös und fordert nun eine Positivkennzeichnung.

Bauernverband, Futtermittel- und Milchindustrie haben die „Ohne-Gentechnik“-Kennzeichnung schon immer angegriffen und als unehrlich bezeichnet. Denn das Logo wendet sich ausschließlich gegen genmanipulierte Futterpflanzen und lässt Zusatzstoffe und Enzyme im Tierfutter zu, die von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden.
Nun hat der Bundesverband der Ernährungsindustrie (BVE) den Spieß umgedreht und sich für eine Positivkennzeichnung ausgesprochen. Jedes Lebensmittel, das mit grüner Gentechnik in Berührung gekommen ist, soll ein Logo „Enthält Gentechnik“ tragen müssen. Der Hintergedanke: Da viele Zusatz-, Aroma- und Hilfsstoffe mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden, würden viele verarbeitete konventionelle Lebensmittel das Zeichen tragen müssen. Die Lebensmittelindustrie hätte dann den optischen Beleg für ihr Standard-Argument, dass Gentechnik eh überall drin sei.
Doch entscheidend für die Zukunft der grünen Gentechnik sind nicht kleine Mengen an Zusatzstoffen, sondern die Millionen Tonnen in Übersee angebauter genmanipulierter Futterpflanzen. Deren Absatz sinkt mit jedem Produkt, das ein „Ohne Gentechnik“Logo trägt – und auch darüber hinaus.
So hat der Discounter Lidl die Erzeuger seiner in Bayern auf den Markt gebrachten regionalen Milchprodukte dazu verpflichtet, keine Genpflanzen zu verfüttern – lobt das aber nicht aus. Auch Wiesenhof, der Marktführer bei Hähnchenfleisch füttert seine Tiere ohne Gensoja, verzichtet aber auf das Siegel.
Womöglich ändert sich diese vorsichtige Haltung. Eine Umfrage des Markforschungsinstituts Ipsos ergab, dass Produkte mit der Bezeichnung „ohne Gentechnik“ beim Verbraucher angesagt sind. 42 Prozent der Befragten würden sie „immer oder häufig“ kaufen.

Zur aktuellen Fassung des Greenpeace-Einkaufsratgebers „Essen ohne Gentechnik“

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Gentech-Baumwolle als Bio-Faser verkauft

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 25. Jan. 2010

Erhebliche Mengen als “bio” verkaufter Baumwolle aus Indien war gentechnisch verändert und verstieß damit gegen die Öko-Standards. Dies haben Recherchen der Financial Times Deutschland (FTD) ergeben. Betroffen davon seien unter anderem die Modeketten H&M, C&A sowie Tchibo.

Nach Angaben der FTD hatten indische Behörden. bereits im April 2009 den Betrug aufgedeckt. Im Westen war der Vorgang der breiten Öffentlichkeit bislang verborgen geblieben. Es gehe um Betrügereien in “gigantischem Ausmaß”, Zitierte FTD Sanjay Dave, den Direktor der indischen Agrarbehörde Apeda. Dutzende Dörfer hätten zusammen mit westlichen Zertifizierungsfirmen große Mengen gentechnisch veränderter Baumwolle in den Handel gebracht. Aus Indien kommt rund die Hälfte der gesamten Biobaumwolle.

Die in den Skandal verwickelten Zertifizierer Ecocert aus Frankreich und Control Union aus den Niederlanden (früher SKAL) seien laut Apeda-Direktor Dave mit Geldstrafen in Höhe von umgerechnet mehreren Zehntausend Euro belangt worden. Sie verweigerten gegenüber FTD eine Stellungnahme. H&M gab an, man habe von dem Vorgang gewusst und könne nicht ausschließen, dass etwas von dieser Baumwolle für H&M-Kleidungsstücke verwendet worden sei. C&A und Tchibo zeigten sich überrascht und erklärten gegenüber FTD, dass Biobaumwolle aus Indien gentechnisch belastet sein könnte, habe man nicht gewusst.

Die Zeitung zitiert auch Lothar Kruse, Leiter des unabhängigen Labors Impetus in Bremerhaven. Das Unternehmen untersucht für kleinere Ökoanbieter Fasern und Garne. Kruse sagte der FTD: „Etwa 30 Prozent der Biobaumwollproben sind gentechnisch verändert.” Dies sei ein Skandal.

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Lobbyarbeit: Von EFSA zu Syngenta

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 25. Jan. 2010

Die frühere Leiterin der Abteilung Gentechnik der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, Suzy Renckens, ist ohne Auflagen der Behörde direkt zum Gentechnikkonzern Syngenta gewechselt. Dies geht aus Unterlagen hervor, die die Expertengruppe Testbiotech auf Nachfrage von der EFSA erhalten hat. Der Wechsel stellt einen Verstoß gegen einschlägige EU-Bestimmungen dar. Testbiotech und andere Nichtregierungsorganisationen forderten in einem Brief an die EU-Kommission eine gründliche Untersuchung der Umstände und eine schnelle Reaktion.

Der Wechsel der Abteilungsleiterin zum Gentechnikkonzern Syngenta fand bereits im Mai 2008 statt. Einen Monat nach ihrem Ausstieg bei der EFSA wurde Suzy Renckens zur Leiterin der International Regulatory Affairs beim Konzern Syngenta ernannt. Nach ihren eigenen Worten betreibt sie in dieser Position Lobbying für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen, also genau für den Bereich, für den sie früher auch bei der EFSA zuständig war.

Die Tätigkeiten leitender Mitarbeiter von EU-Behörden unterliegen nach deren Ausscheiden für einen Zeitraum von zwei Jahren einer Genehmigungspflicht. Im Fall Renckens hatte die Behörde keinerlei Einwände erhoben oder Auflagen erteilt. Erst im Dezember 2009, nachdem Testbiotech erstmals über den Fall berichtet hatte und Journalisten bei der Behörde nachfragten, nahm die Leitung der EFSA Kontakt zu Frau Renckens auf und wies sie darauf hin, dass ihre Tätigkeit bis zu zwei Jahren nach ihrem Ausscheiden einer Genehmigungspflicht unterliege. Diese teilte mit, sie habe die Behörde schon im Mai 2008 über ihren neuen Arbeitgeber informiert.

„Die Leitung der Behörde hat gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen. Der direkte Wechsel von Frau Renckens zur Industrie hätte nicht genehmigt werden dürfen. Der Leitung der EFSA scheint ein ausreichendes Problembewusstsein zu fehlen. Der Vorgang wird von der Behörde als normaler Vorgang dargestellt“, kommentierte Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech. Er forderte die EU-Kommission auf, „auf diesen krassen Fall von Drehtüren-Lobbyismus“ zu reagieren. „Hier gibt es einen klaren Konflikt mit den offiziellen Aufgaben der EFSA.“

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Trotz Verbots Anbau von Genmais MON-810 geplant

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 17. Jan. 2010

In Sachsen ist auch in diesem Jahr der Anbau des Genmaises MON810 geplant. Dieser Genmais darf seit April 2009 durch Anordung der Bundeslandwirtschaftsministerin nicht mehr angebaut werden. Im bundesweiten Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden jetzt sechs Felder in der Gemeinde Dreiheide, Gemarkungen Großwig, Süptitz und Weidenhain angemeldet, die insgesamt eine Fläche von 135 Hektar umfassen.

„Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Bedenken zum Trotz planen einzelne Landwirtschaftsbetriebe trotz des Anbauverbots, wieder Genmais anzubauen,“ sagt dazu Jens Heinze vom Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen, „Genährt wird ein solches Verhalten von der Hoffnung, dass der multinationale Konzern Monsanto das Verbot gerichtlich aushebeln wird. Verbraucherinteressen sowie der Schutz von Natur und Umwelt werden so mit den Füßen getreten.“

Der Anbau von MON810 wurde 2009 verboten, weil es neue Untersuchungen zu möglichen Schäden für die Umwelt gab. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat das Verbot am 05.05.09 bestätigt: Neuere Untersuchungen könnten darauf hindeuten, dass der im Genmais produzierte Giftstoff nicht nur gegen den Schädling wirke, der damit bekämpft werden solle, sondern auch gegen weitere Insekten. Außerdem sei nach aktuellen Studien davon auszugehen, dass sich die Genmais- Pollen deutlich weiter verbreiten können, als dies bisher angenommen wurde, so die Begründung der Richter.

Das BVL hat diese Anmeldung angenommen, aber mit der Bemerkung versehen: „Der Eintrag in das Standortregister erfolgt unter Vorbehalt aufgrund der Ruhensanordung der Anbaugenehmigung von MON810 nach §20 Abs. 2 GenTG.“

Der Anbau von MON810 ist auch Frankreich, Ungarn, Griechenland, Österreich, Luxemburg, verboten, in Polen hat der Mais keine Saatgutzulassung. Importverbote gelten in Griechenland und Österreich.

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