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Feldbesetzung erfolgreich: Bayern ist auch 2010 gentechnikfrei

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 27. Apr. 2010

Vier Tagen hielten Gentechnikgegner einen Acker im unterfränkischen Düllstadt besetzt, auf dem Monsanto zu Versuchszwecken Gen-Mais aussäen wollte. Am gestrigen Montag teilten die Behörden mit, dass der Gentechnik-Konzern auf die Aussaat verzichtet habe. „Das ist die schriftliche Erklärung, die wir wollten – nun können wir den Acker räumen“, erklärte ein Aktivist gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Bereits im letzten Jahr hatte ein Agraringenieur im Auftrag Monsantos auf diesem Feld Gen-Mais der Sorte MON810 ausgesät. Als Versuchsanbau, weil der kommerzielle Anbau derzeit in Deutschland verboten ist. Gentechnikgegner hatten das damals einzige Gentechnik-Feld Bayerns im Sommer 2009 zerstört. Da die Anbaugenehmigung auch für die Jahre 2010 und 2011 gilt, hatten Aktivisten das Feld am Freitag, den 23. April, besetzt. Der Eigentümer, ein Ingenieurbüro für landwirtschaftliche Feldversuche, verzichtete auf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und damit auf eine polizeiliche Räumung des Ackers.

Am Montag beantragten die Aktivisten nach eigenen Angaben bei der Regierung von Unterfranken Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz. Daraufhin übergab ihnen die Behörde eine bis dahin nicht veröffentlichte Verzichtserklärung von Monsanto. Aus ihr ging hervor, dass Monsanto am 16. April 2010 erklärte, dieses Jahr keinen Gen-Mais in Düllstadt anzubauen. Nachdem der Konzern Pioneer bereits im Februar einen Antrag auf Freisetzung genmanipulierter Maissorten im unterfränkischen Landkreis Kitzingen zurückgezogen hatte, ist Bayern 2010 laut Standortregister gentechnikfrei.

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Mais-Saatgut verunreinigt

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 26. Apr. 2010

Importierte Maissaaten sind zum Teil mit Gen-Mais verunreinigt. Dies ist das Ergebnis von stichprobenartigen Saatgut-Untersuchungen der Bundesländer. Greenpeace und Bioland haben die Daten unter Berufung auf das Umweltinformationsgesetz abgefragt und veröffentlicht.

13 Bundesländer testen jedes Frühjahr für die Aussaat vorgesehenen Mais auf gentechnische Verunreinigungen, neun haben bis heute ihre Ergebnisse mitgeteilt: In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg wurden die Behörden fündig. In Schleswig-Holstein waren zwei von sechs Proben mit Gentechnik verunreinigt. Eine davon enthielt gleich das Erbgut von vier Gen-Maislinien (Mon88017, Mon89034, Nk603 und Mon810), die in Deutschland nicht angebaut werden dürfen., In Nordrhein-Westfalen waren zwei von zwölf Proben verunreinigt, In Brandenburg und Bayern wurden die Behörden insgesamt je fünfmal fündig. Insgesamt wiesen 20 von 305 Proben Verunreinigungen auf, das sind etwa sechs Prozent. Im letzten Jahr waren bei der sogenannten Frühjahrsbeprobung 22 von 386 Maisproben positiv getestet worden.

„Die schleichende Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen ist vollkommen inakzeptabel und widerspricht dem Prinzip der Wahlfreiheit“, kommentierte Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Gen-Maisfunde. Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, wies darauf hin, dass Importware riskant bleibt, auch wenn die positiv getesteten Partien aus dem Handel genommen wurden. „Es wird nur stichprobenartig getestet, in Bayern beispielsweise nur sechs Prozent des gesamten Saatgutes.“ Im Hinblick auf die Häufung von Verunreinigungen in Saatgut fordern Greenpeace und Bioland umfassendere Kontrollen und rechtzeitige Veröffentlichungen der Ergebnisse vor der Maisaussaat.

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USA: Verunreinigungen in Bio-Mais nehmen zu

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 22. Apr. 2010

Bio-Bauern aus dem Mittleren Westen der USA beklagen, dass gentechnische Verunreinigungen in ihrem Futtermais zunehmen. Das berichtete die Fachzeitschrift The Organic & Non GMO Report. Im Artikel ist von „low levels“, also niedrigen Konzentrationen die Rede, beziffert werden diese allerdings nicht.

Die Zeitschrift schreibt, dass die Bauern-Gruppe anonym bleiben wolle, weil sie um den Absatz ihrer Produkte fürchte. Etwa ein Drittel der bisher gezogenen Proben sei GMO-positiv gewesen. „Das Problem wird zunehmend ernster“, zitiert die Zeitschrift den Sprecher der Bauern. Diese hätten alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Sie würden ihre Felder abseits der Genmais-Felder anlegen und den Mais später aussähen als die Nachbarn, um Kontaminationen durch Pollenflug zu vermeiden. Die Ernte- und Transportmaschinen würden aufwändig gereinigt. Aber alle Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um das Eindringen von GMO zu verhindern. „Jeder in der Bio-Branche hält an dem Glauben fest, wir könnten die unerwünschte Ausbreitung verhindern. Aber das ist Wunschdenken. Mais-Pollen ist dafür gemacht, sich soweit wie möglich auszubreiten.“ Ähnliche Probleme gibt es nach Angaben des Bauernsprechers auch bei Soja: “Wir haben niedrige Konzentrationen gefunden, die wir früher in Bio-Sojabohnen nicht hatten.”

Bisher werden gentechnische Verunreinigungen in der US-Bio-Branche kontrovers diskutiert. In den US-Bio-Standards gibt es keine Grenzwerte für GMO-Verunreinigungen und auch keine Vorgaben für Analysen. Auch intern hat die Branche keine einheitlichen Vorgaben. Gemessen wird vor allem auf der Ebene der Erzeuger und Rohstoffhändler. Doch die Bauern gäben nur zögerlich über Verunreinigungen Auskunft, aus Angst, ihre Märkte zu verlieren, schreibt die Zeitschrift. Ein Teil der US-Bio-Branche hat deshalb das Non-GMO-Project gegründet. Dessen Logo garantiert, dass alles an Qualitätssicherung unternommen wurde, um die Produkte gentechnikfrei zu halten. Für Analysen innerhalb der Produktionskette gilt eine Verunreinigung bis zu 0,9 Prozent (angelehnt an die Schwellenwerte der EU) noch als „gentechnikfrei“

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Genreis-Skandal: Bayer muss wieder zahlen

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 22. Apr. 2010

Der Bayer-Konzern ist in den USA erneut zu Schadensersatz verurteilt worden. Diesmal muss er 48 Millionen Dollar, das sind rund 35 Millionen Euro, an ein Dutzend Landwirte zahlen, deren Ernte 2006 mit gentechnisch manipuliertem Bayer-Reis verunreinigt worden war. Der Konzern will in Berufung gehen.

Schon im Dezember 2009 und im Februar und März dieses Jahres war Bayer von drei Gerichten in verschiedenen US-Bundesstaaten zu Zahlungen von zusammen 4,5 Millionen Dollar verurteilt worden. Insgesamt haben bis zu 3.000 Landwirte Bayer auf Schadensersatz verklagt, etwa 500 Verfahren sind anhängig. Die Konzerntochter Bayer Crop Science hatte zusammen mit der Staatsuniversität Lousiana auf Versuchsfeldern die genmanipulierte Reissorte Liberty Link (LL) 601 angebaut, die 2006 die US-Reisernte verunreinigte und über eine Milliarde Dollar Schaden verursachte.

Das Gericht in Arkansas hatte Bayer neben einer Schadensersatzzahlung von 6 Millionen Dollar auch eine so genannte Strafschadensersatzzahlung an die Bauern in Höhe von 42 Millionen Euro aufgebrummt. Eine solche Strafe wird bei einem vorsätzlich schädlichen Verhalten eines Unternehmens verhängt. Ausschlaggebend dafür war, dass die Jury es als erwiesen ansah, dass Bayer Crop Science bereits im Januar 2006, also noch vor der Aussaat, von der Verunreinigung wusste, diese aber verschwieg. Der Konzern sei mit „rücksichtsloser Missachtung“ vorgegangen. Während die Anwälte der Farmer den Urteilsspruch begrüßten, hält Bayer die Entscheidung für „in keiner Weise nachvollziehbar“. Der Konzern teilte mit, dass er sich mit dem führenden US-Reisverarbeiter Riviana außergerichtlich auf Zahlung von 5,8 Millionen Dollar geeinigt habe.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) begrüßt die erneute Verurteilung des BAYER-Konzerns. Philipp Mimkes, Vorstandsmitglied der CBG: „Das Unternehmen muss jetzt umgehend alle betroffenen Landwirte entschädigen.“ Die Organisation reichte zur Bayer-Hautversammlung Ende April einen Gegenantrag ein, in dem ein Rückzug von LL-Reis gefordert wird. Außerdem sollen die Aktionäre dem Vorstand die Entlastung verweigern.

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Hochschulen für einen Tag gentechnikfrei

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 16. Apr. 2010

An diesem Freitag findet bundesweit der erste „Gentechnikfreie Hochschultag“ statt. Initiiert hat ihn die Initiative „Witzenhäuser Agrar-Studierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft“. An nahezu allen Agrarfakultäten Deutschlands soll es zu Demonstrationen, Informationsveranstaltungen und vielen weiteren kleinen und großen Aktionen kommen.

Die Studenten wollen vor allem thematisieren, dass trotz der breiten Ablehnung der Grünen Gentechnik in der Bevölkerung 178 Millionen Euro in den Bereich der biotechnologischen Forschung fließen. Lediglich einstellige Millionenbeträge stehen dagegen zur Förderung des ökologischen Landbaus bereit. „Besonders schlimm ist die Tatsache das es sich bei dieser Summe um öffentliche Gelder handelt – der Steuerzahler bezahlt also etwas, dass er nicht haben will,“ kommentiert das Benjamin Volz, Student der Universität Kassel und einer der Organisatoren des „Gentechnikfreien
Hochschultages“.

Die Studenten sehen diese ungleiche Verteilung von Forschungsgeldern im Zusammenhang mit dem Weltagrarbericht. In dem von 400 Wissenschaftlern erarbeiteten Dossier heißt es, dass die Welternährung nicht durch Gentechnik und nicht durch uniformes, patentiertes Saatgut weniger multinationaler Konzerne gesichert werden kann, sondern ausschließlich durch nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft. „Gerade angesichts solcher Erkenntnisse muss endlich damit begonnen werden, alle Formen der Landwirtschaft gleichwertig zu fördern“ fordert Volz.

Die Studenten wollen mit ihren Aktionen auch auf den weltweiten Aktionstag der internationalen Bauernbewegung La Via Campesina am Samstag, den 17. April, hinweisen. Sie ruft dazu auf, gemeinsam gegen die Kontrolle der multinationalen Konzerne über Landwirtschaft und Lebensmittel friedlichen Widerstand zu leisten. La Via Campesina setzt sich für eine selbstbestimmte kleinbäuerliche Landwirtschaft, fairen Handel, Ernährungssouveränität, lokale Nahrungsproduktion und für eine gentechnikfreie Landwirtschaft ein. Deutsche Mitgliedsorganisation bei La Via Campesina ist die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

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Greenpeace blockiert Gen-Knolle

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 16. Apr. 2010

Die Umweltorganisation Greenpeace hat diese Woche mit zwei öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen den Anbau der genmanipulierten Kartoffelsorte Amflora auf einem Mecklenburger Acker protestiert. Dort soll die Gen-Knolle auf 20 Hektar zur Saatgutvermehrung angebaut werden.

Am Montag, den 12. April, verriegelten Greenpeace-Aktivisten ein Lagerhaus des Kartoffelzüchters Niehoff auf Gut Bütow. Dort lagern nach Angaben der Umweltschützer 360 Tonnen der Gen-Kartoffel Amflora für den Anbau in der EU. „EU-Genkartoffel-Depot geschlossen“, lautete die Banner-Botschaft am Halleneingang, an den sich die Aktivisten gekettet hatten. Sie wurden von Polizisten und Mitarbeitern des Guts entfernt. Die Staatsanwaltschaft gegen die etwa 20 Frauen und Männern wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Am Mittwoch, den 14. April besetzten die Aktivisten kurzzeitig einen Teil des für die Amflora-Aussaat vorgesehenen Ackers. Sie sperrten das etwa 1,5 Hektar große Teilstück ab und pflanzten darauf rund 10.000 Kartoffeln der konventionell gezüchtetetn Sztärkekartoffelsorten „Eliane“ und „Henriette“. Mit Schildern markieren sie die Scholle: „Keine Gen-Kartoffel auf den Acker“.

Das Amtsgericht im mecklenburgischen Waren verhandelt zur Zeit gegen zwei Männer und eine Frau, die im letzten Jahr versucht hatten, den Anbau von Amflora zu verhindern. Sie hatten mit einem großen Gummi im Mai 2009 20 Kilogramm Öko-Setzkartoffeln der Sorte Linda auf den für Amflora vorgesehenen Acker in Mecklenburg Vorpommern geschleudert. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen Sachbeschädigung und Nötigung angeklagt. Nächster Verhandlungstag ist der 21. April.

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Greenpeace findet illegalen Gen-Reis in China

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 9. Apr. 2010

Greenpeace China hat in zwei Supermarktketten in der chinesischen Provinz Hunan genmanipulierten Reis gefunden. Die Umweltorganisation forderte die chinesische Regierung auf, die Kommerzialisierung von Gen-Reis umgehend zu stoppen. Die Provinzregierung wies die Vorwürfe zurück.

Im Oktober und November 2009 hatte Greenpeace in acht Städten Zentralchinas Proben eingekauft, in einer lokalen Supermarktkette und bei Wal Marts. Mitte März 2010 veröffentlichten die Umweltschützer ihre Ergebnisse: Im reis von zwei Marken fanden sich Verunreinigungen mit Gen-Reis. Dabei handelte es sich um eine Sorte, die das Bt-Toxin als Schutz gegen Schädlinge bildet. Die Regierung der Provinz Hunan meldete wenige Tage später, sie habe 32 Reismarken in örtlichen Geschäften untersuchen lassen und keine Verunreinigungen festgestellt. Die Zeitschrift China Newsweek meldete, dass in der Provinz Hubei ganze Dörfer seit Jahren Bt-Reis anbauen.

Greenpeace veröffentlichte auch, dass die chinesische Regierung bereits im Dezember 2008 einigen gentechnisch veränderten Reis- und Maissorten ihre grundsätzliche Zustimmung gegeben habe. Im September 2009 hatte das Landwirtschaftsministerium dann zwei von heimischen Forschern entwickelte Reissorten und einer Maissorte ein Sicherheitszertifikat ausgestellt. „Für die vollständige kommerzielle Freigabe muss ein Gen-Reis nur noch Anbauversuche vorweisen und registriert werden. Es gibt keine verpflichtenden Studien zur Sicherheit von Umwelt und Gesundheit“, heißt es in der Greenpeace-Mitteilung. Die China Daily zitierte den stellvertretenden Landwirtschaftsminister mit den Worten, dass diese Zertifikate „mehr eine Anerkennung für die Arbeit und die Ergebnisse der Wissenschaftler seien als eine Zulassung für den kommerziellen Anbau“. Bis dahin sei es noch ein weiter Wege, werden andere Offizielle in der chinesischen Presse zitiert. China wäre dann das erste Land, das den kommerziellen Anbau von Gen-Reis erlauben würde.

Genreis: Hoffnungen und Ängste heißt ein lesenswerter Artikel in der China Daily

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Saison eröffnet: Studenten besetzen KWS-Feld

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 9. Apr. 2010

Studenten der Universität Witzenhausen haben ein Versuchsfeld der KWS Saat AG nördlich von Göttingen besetzt. Die dort geplante Aussaat von gentechnisch manipulierten Zuckerrüben konnten sie nicht verhindern. Sie kündigten an, den Acker dennoch nicht zu verlassen. Mit dieser Aktion hat die Auseinandersetzung um die auch 2010 in Deutschland geplanten Anbauversuche begonnen. Bereits über 300 Gentechnik-Aktivisten haben dazu aufgerufen, in diesem Jahr jede Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen oder zumindest Blühen, Pollenflug und Samenbildung zu verhindern.

Die Initiative „Witzenhäuser Agrar-Studierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft“ hat am Morgen des 9. April ein Versuchsfeld der KWS Saat AG besetzt. Sie schleppten schwere Betonfässer auf den Acker, um sich gegebenenfalls anzuketten, errichteten Zelte und einen Fahnenmasten. Als das Saatgutunternehmen auf einem anderen Teilstück des rund 50 Hektar großen Ackers mit der Aussaat begann, stoppten die Aktivisten die Maschinen durch eine Sitzblockade, um sie anschließend zu besetzen. Nach der dritten Aufforderung durch die Polizei mussten die jungen Menschen die Maschinenbesetzung abbrechen. Sie wollen den Acker trotz der erfolgten Aussaat weiter besetz halten en und damit ihrem Protest Ausdruck verleihen. „Wir werden weiter für unser Ziel einer gentechnikfreien Landwirtschaft kämpfen und fordern die KWS nachdrücklich dazu auf die Versuche einzustellen,“ erklärten die Witzenhäuser Studenten. Vorher würden sie den Acker nicht verlassen.

„Gentechnikfreie Welt …mit eigenen Händen schaffen“ steht über einem ein Aufruf zu Feldbefreiungen für das Jahr 2010. Dessen erklärtes Ziel ist es, alle Versuchsfelder an den fünf Hauptorten der deutschen Agro-Gentechnik zu verhindern. Im vergangenen Jahr war es zu vier Feldbesetzungen und mehreren Feldbefreiungen gekommen. „Diese Erfolgsgeschichte muss 2010 fortgesetzt werden. Jeder Quadratmeter kann angesichts der Dynamik von Auskreuzung zuviel sein.“ heißt es in dem Aufruf. Deshalb müsse man die Gentechnik vom Acker jagen. Im Standortregister sind derzeit acht Versuchsfelder mit Zuckerrüben, Kartoffeln und Weizen eingetragen sowie ein kommerzieller Anbau der Gen-Knolle Amflora.

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Gentech-Pflanzen zerstören Gleichgewicht der Natur

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 1. Apr. 2010

In den Maisanbaugebieten der USA macht sich ein neuer Schädling breit, der Western Bean Cutworm. Dieser „Westliche Bohnenschneider“ spielte früher im Maisfeld kaum eine Rolle. Jetzt kann er sich ausbreiten, weil der genmanipulierte Bt-Mais, der in den USA auf fast 30 Millionen Hektar angebaut wird, natürliche Gegenspieler des Bohnenschneiders vergiftet. Zu diesem Schluss kommt eine Literaturrecherche der Organisation Testbiotech im Auftrag von Greenpeace.

Darin heißt es: „Seit dem Jahr 2000 wird beobachtet, dass in den USA gentechnisch veränderter Mais, der das Bt-Insektengift Cry1Ab produziert, von einem neuen Schadinsekt, dem Western Bean Cutworm (Striacosta albicosta), befallen wird.“ Der Befall sei stärker als in Feldern mit konventionellem Mais. Die Raupe könne Ernteschäden von 30 bis 50 Prozent verursachen. 2009 sei der Schädling erstmals auch in Kanada gefunden wurden. Testbiotech zitiert sowohl Studien als auch Papiere der Gentech-Konzerne, die den Effekt des „Pest Placements“ bestätigen, bei dem ein Schädling die durch den Wegfall eines anderen entstehende ökologische Nische ausnutzt und selbst zur Plage wird.

Um den Bohnenschneider zu bekämpfen, empfehlen die Agrarkonzerne ein Arsenal von zum Teil extrem giftigen Insektiziden sowie den Anbau neuer gentechnisch veränderter Maissorten wie Herculex oder SmartStax. Sie produzieren mehrere Bt-Toxine gleichzeitig und wirken so gegen ein breiteres Spektrum von Schädlingen. Allerdings bieten beide Sorten nur einen 80 bis 90-prozentigen Schutz gegen den Bohnenschneider, schreibt Testbiotech. Die Gefahr sei groß, dass die überlebenden Raupen schnell eine Resistenz ausbilden.

Ähnliche Effekte werden übrigens seit längerem aus den indischen Baumwollregionen gemeldet. Dort hat der wachsende Einsatz von Bt-Baumwolle dazu geführt, dass bestimmte saugende Insekten wie Schmierläuse und Thripse überhand nahmen und die Gentech-Pflanzen massiv befielen.

Christoph Then von Testbiotech zieht das Fazit: „Derzeit sieht es so aus, als ob der Anbau von Bt-Pflanzen unweigerlich zu hohen Folgekosten für die Landwirtschaft und die Umwelt führt. Auf den Feldern läuft eine Art ‚Wettrüsten‘, bei der gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, die immer noch mehr Giftstoffe produzieren, während parallel der Einsatz von Spritzmitteln steigt.“

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Österreich verbietet Gen-Knolle

Posted in Allgemeines von Leo Frühschütz am 1. Apr. 2010

Das österreichische Parlament hat einstimmig ein nationales Anbauverbot für die genmanipulierte Stärkekartoffel Amflora von BASF beschlossen. Das österreichische Gesundheitsministerium muss das Verbot jetzt umsetzen. Das Parlament bezeichnete die Zulassung durch die EU-Kommission als „fahrlässig“. Auch in Deutschland wäre ein solches Verbot möglich.

Initiiert worden war der von allen Parteien eingereichte Antrag von den österreichischen Grünen. Darin heißt es: „Ausgerechnet der Gesundheits-Kommissar ignoriert die Warnungen der WHO und erlaubt den Anbau und Verzehr einer Pflanze, die eine Resistenz gegen zentrale Antibiotika im Kampf gegen die Tuberkulose enthält. Damit stellt der europäische Gesundheitskommissar die Interessen eines Unternehmens an einer Kartoffel für die industrielle Verwertung höher als das Menschenrecht auf Gesundheit.“

Eine Rechtsexpertise von Greenpeace kommt zu dem Ergebnis, dass die Zulassung von Amflora gegen EU-Richtlinien verstieß. Zum einen könne das Resistenzgen auf Bakterien übergehen und dadurch den Menschen gefährden. Hinzu komme, dass die Gen-Pflanze nur fehlerhaft auf ökologische Risiken geprüft worden sei. Die Expertise kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland ein vorläufiges Anbauverbot nach Paragraph 20 des Gentechnikgesetzes erlassen dürfe und das Vorsorgeprinzip die Bundesregierung sogar dazu verpflichte. Ein Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, den Anbau von Amflora zu verhindern, wurde vom Bundestag an die Ausschüsse überwiesen. Koalitionsabgeordnete verteidigten ihre Unterstützung von Amflora damit, dass die Gefahr eines Transfers des antibiotikaresistenten Markergens von einer gentechnisch veränderten Pflanze auf ein Bakterium extrem unwahrscheinlic” und die Wirksamkeit von Antibiotika dadurch nicht gefährdet sei.

Ein Anbauverbot für alle Arten von genmanipulierten Kartoffel gibt es bereits seit 2007 in Peru, der Heimat der Kartoffel. Bei einem Treffen mit dem Anbauverband Naturland in Lima sagte der peruanische Umweltminister Antonio Brack kürzlich: „Der Reichtum Perus liegt in seiner enormen Biodiversität. Die Agro-Gentechnik ist eine Bedrohung für diesen unermesslichen Genpool.“

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