Roundup: Behörden kennen die Risiken seit langem

Das weltweit am meisten verkaufte Pestizid Roundup kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, Krebs auslösen und Missbildungen verursachen. Sowohl die Hersteller als auch die EU-Kommission kennen diese Risiken seit langem – und haben sie verschwiegen. Ein Bericht, den mehrerer Wissenschaftler für die Plattform Earth Open Source verfasst haben, schildert die Vertuschung.
Die Autoren belegen, dass bereits in den 80- er und 90-er Jahren Studien (darunter einigen von Monsanto) aufzeigten, dass der Roundup-Wirkstoff Glyphosat in Tierversuchen Missbildungen hervorrief. Allerdings habe die deutsche Zulassungsbehörde BVL die Ergebnisse dieser Studien verharmlost. In einer Risikoabschätzung für die EU-Kommission sei das BVL 1998 zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine Belege dafür gebe, dass Glyphosat Missbildungen verursache. Auf dieser Grundlage habe die EU den Wirkstoff 2020 für zehn Jahre zugelassen.
Die Autoren kritisieren auch, dass die EU die für 2012 fällige Neubewertung von Glyphosat auf 2015 verschoben hat. Sie verweisen auf eine aktuelle argentinische Studie, die das Missbildungsrisiko erneut bestätige. Das BVL habe für die EU-Komission eine Stellungnahme zu dieser Studie verfasst. Diese komme zu dem Ergebnis, dass deren Ergebnisse keinen Einfluss auf die bisherige Bewertung von Glyphosat hätten.
Das BVL hat sich zu den Vorwürfen des Berichts bisher nicht öffentlich geäußert.

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Ein Kommentar zu “Roundup: Behörden kennen die Risiken seit langem”

  1. Peer Miller
    30. Juni 2011 um 17:19

    … das haben die meisten Leute doch eh schon seit jeher geahnt.

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