Und tschüss: BASF verlegt Agro-Gentechnik in die USA

Der Chemie-Konzern BASF hat mitgeteilt, dass er die Zentrale seine Agro-Gentechniktochter BASF Plant Science von Limburgerhof nach Raleigh im US-Staat North Carolina verlegt. Man wolle sich im Bereich der Pflanzenbiotechnologie auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren. Die Entwicklung und Kommerzialisierung aller Produkte, die ausschließlich auf den europäischen Markt ausgerichtet seien, würden gestoppt. Dies betriff die genmanipulierten Kartoffeln Amflora, Amadea und Fortuna sowie eine pilzresistente Weizensorte. Allerdings will BASF „Zulassungsprozesse, die bereits angelaufen sind, fortführen“. Geschlossen wird neben Limburger Hof auch der BASF-Standort in Gatersleben.

Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerk in Berlin, begrüßte die Entscheidung: „Wir werden diesem Geschäftszweig keine Träne hinterher weinen.“ Er wertete den Abzug „als Eingeständnis einer Niederlage gegen die deutsche und die europäische Zivilgesellschaft.“ Dies sei ein guter Tag für Verbraucher und Bauern, sagte Adrian Bebb, Campaigner bei Friends of the Earth. Der Rückzug sei „ein weiterer Sargnagel für gentechnisch veränderte Lebensmittel in Europa.“ Es bleibe zu hoffen, dass die BASF eine Vorreiterrolle unter den Biotech-Konzernen einnehmen werde, kommentierte Greenpeace. Auch die Mitbewerber sollten die Zeichen der Zeit erkennen und Konsequenzen aus dem europäischen Widerstand gegen die Agro-Gentechnik ziehen. Die Organisation weist darauf hin, dass es außer in Europa in den letzten zwei Jahren unter anderem in China, Indien, den Philippinen und Thailand eine ganze Reihe von Niederlagen der Industrie gegeben habe.

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