Antibiotikaresistenz: Aus dem Gentechniklabor in die Flüsse

Chinesische Wissenschaftler fanden in sechs großen chinesischen Flüssen Antibiotika-resistente Bakterien und konnten durch Analysen des Erbgutes nachweisen, dass sie die Resistenz von in der Gentechnik verwendeten synthetischen Plasmiden erworben hatten. Plasmide sind kleine DNA-Moleküle, die in Bakterien vorkommen. Diese Erbgut-Bausteine werden verändert, um eine gewünschte Eigenschaft auf den Zielorganismus, etwa ein E. Coli-Bakterium zu übertragen. Gleichzeitig übertragen sie auch eine Antibiotika-Resistenz. Um die erfolgreich manipulierten Bakterien zu erkennen, werden sie mit dem Antibiotikum behandelt. Die resistenten Mikroorganismen überleben und werden dann für verschiedenste gentechnische Anwendungen eingesetzt.
In der chinesischen Studie handelte es sich um Resistenzen gegen so genannte β-Lactam-Antibiotika wie Ampicillin und Cephalosporine. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die in den Flüssen gefundenen synthetischen Plasmide auch eine Ursache von Antibiotika-Resistenzen beim Menschen sein können.
Woher die synthetischen Plasmide genau stammen, könne die Studie nicht beantworten, schreibt der Mikrobiologe Ignatio Chapela auf GMWatch: „Sie könnten aus gewollten Freisetzungen im landwirtschaftlichen Bereich stammen oder aus geschlossenen Systemen wie Laboren oder Industrieanlagen entkommen sein.“ Aus seiner Sicht handelt es sich bei der Funden nur „um die Spitze des Eisbergs“. Die Resistenzen seien nur ein Bruchteil der vielen anderen transgenen Erbgutsequenzen, von denen man annehmen muss, dass sie sich in der Umwelt ausbreiten.

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