Burkina Faso verabschiedet sich von Gentechnik-Baumwolle

Burkina Faso ist neben Südafrika und Sudan das dritte afrikanische Land, in dem – seit 2009- offiziell genmanipulierte Bt-Baumwolle angebaut werden darf. Doch inzwischen wollen Bauern und Regierung dort von Bt-Baumwolle nichts mehr wissen. Der Grund sind Qualitätsprobleme. So steht es in einer Studie zweier US-Wissenschaftler, die der Onlinedienst GM-Watch vorstellte.

Demnach sind die Fasern der Bt-Baumwolle deutlich kürzer als der zuvor angebauten lokalen Sorten und auch die Ausbeute beim Spinnen der Fasern ging zurück. Das Ergebnis: Die letzte Ernte war mit 700.000 Tonnen zwar sehr gut, doch im Gegensatz zur Baumwolle aus dem Nachbarland Mali ur schwer verkäuflich- „Was nutzt es uns, der größte Anbauer zu sein, wenn wir die Baumwolle nicht mehr verkaufen können“, zitiert die Studie einen hohen Offiziellen. Die Baumwoll-Verarbeiter in Burkina Faso hätten die Geduld mit Monsanto verloren, weil es dem Konzern bisher nicht gelungen sei, die Ursache für diese Qualitätseinbruch zu finden und abzustellen, heißt es in der Studie. Sie wollen den Anteil am Bt-Cotton von 53 Prozent in der Saison 2015/16 auf 30 Prozent in 2016/17 reduzieren und in der darauf folgenden Anbausaison komplett auf Bt-Baumwolle verzichten. Außerdem verlangen sie 280 Millionen US-Dollar Schadensersatz von Monsanto für die seit 2010 eingetretenen Qualitätsverluste.

Die beiden Autoren gehen davon aus, dass der Rückzug von Burkina Faso nicht nur Auswirkungen auf die geplante Ausweitung des Anbaus von Bt-Baumwolle haben wird. Auch insgesamt dürfte die Akzeptanz der Agro-Gentechnik auf dem gesamten afrikanischen Kontinent darunter leiden. Auswirkungen könnte dies auf Kenia haben, wo die neue Regierung einen betont gentechnikfreundlichen Kurs fährt.

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