Archiv der Kategorie ‘Allgemeines‘

 
 

USA: Genfood-Lobby bringt eigenes Kennzeichnungsgesetz ein

Die Genfood-Aktivisten in den USA schäumen: Ein von der Lebensmittelindustrie mit Spendengeldern gepamperter republikanischer Abgeordneter hat einen Gesetzentwurf zur Kennzeichnung von Genfood in den US-Kongress eingebracht. Als Gesetz verabschiedet würde der Text Kennzeichnungsvorschriften in den einzelnen US-Staaten unmöglich machen und auf Bundesebene lediglich eine stark eingeschränkte freiwillige Kennzeichnung erlauben. Der eingebrachte Text ist identisch mit einem Entwurf, den die Grocery Manufacturers Association (GMA), der Verband der Ernährungsindustrie, vor einigen Monaten vorgestellt hatte. Mitglied der GMA sind neben anderen Monsanto und Coca-Cola.
Die Verbraucherschutzorganisation Center for Food Safety kritisierte den Entwurf als einen Anschlag auf das Informationsrecht der Bürger. Sie wies auch darauf hin, dass der Abgeordnete Mike Pompeo, der das „Gesetz für sichere und akkurate Lebensmittelkennzeichnung“ eingebracht hatte, 170.000 Dollar Spenden von der Agrarindustrie und 81.000 Dollar von der Lebensmittelindustrie erhalten habe. Das Gesetz würde die zahlreichen Initiativen für eine Gentechnikkennzeichnung in den einzelnen Bundesstaaten aushebeln, ebenso die bereits beschlossenen Gesetze in Connecticut und Maine. Gleichzeitig könnte die Lebensmittelbehörde FDA keine USA-weit gültige Kennzeichnungsregelung mehr erlassen. Was den Gesetzesvorstoß gefährlich macht: Er ist parteiübergreifend angelegt. Als Co-Autor zeichnet der demokratische Abgeordnete G. K. Butterfield aus North Carolina verantwortlich.

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Kontrollen zeigen: Reines Saatgut ist machbar

Die für die Überwachung zuständigen Kontrollstellen der Bundesländer untersuchten in den letzten Monaten rund 500 Proben Maissaatgut. In acht Fällen fanden sie gentechnische Verunreinigungen – das entspricht einem Anteil von nur 1,6 Prozent. Die betroffenen Chargen konnten rechtzeitig vor der Aussaat aus dem Verkehr gezogen werden.
Für Greenpeace bestätigen die Werte einen Trend: „Seit vier Jahren finden sich immer weniger Fälle von verunreinigtem Saatgut. 2011 waren noch sieben Prozent des Mais-Saatgutes verunreinigt, seitdem nimmt der Anteil immer weiter ab und erreicht 2014 einen neuen Tiefstand“, schreibt die Umweltorganisation. Sie wendet sich gegen die Bestrebungen der Pflanzenzüchter, die Nulltoleranz gegenüber gentechnischen Verunreinigungen im Saatgut durch einen Schwellenwert zu ersetzen. „Bereits ein Schwellenwert von 0,1 Prozent würde bedeuten, dass auf jedem Hektar Mais etwa 100 Gen-Pflanzen wachsen“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace. „So besteht die Gefahr, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und ungewollt in die Nahrungskette gelangen.“ Auch Bioland-Präsident Jan Plagge will Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut erhalten: „Sie ist für eine gentechnikfreie und nachhaltige Landwirtschaft existentiell.“
Die staatlichen Kontrolleure fanden im Saatgut von Raps, Senf und Roter Bete keine Verunreinigungen. Bei den Sojabohnen jedoch wiesen zwei von acht Proben aus Baden-Württemberg Verunreinigungen auf.

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Gentech-Mais 1507: Industrie dominiert die Risikoforschung

Die Erforschung der Umweltrisiken beim genmanipulierten Mais 1507 wurde von einem Netzwerk von Wissenschaftlern dominiert, die nicht direkt bei der Industrie angestellt sind, jedoch enge Verbindungen zu ihr haben. So lautet das Fazit einer Recherche, die der Verein Testbiotech veröffentlicht hat. Als ein Beispiel nennt die Organisation den Insektenforscher Blair D. Siegfried von der Universität von Nebraska. Er werde als Erfinder zweier Patente des Dow-Konzerns auf das Insektengift Cry1F genannt, das der Mais 1507 in seinen Zellen produziert. Gleichzeitig sei Blair D. Siegfried an zahlreichen relevanten Studien als scheinbar unabhängiger Wissenschaftler beteiligt, ohne dass dieser Interessenkonflikt in den Publikationen transparent gemacht wurde.
Weiter schreibt Testbiotech: „Die Ergebnisse zeigen auch, dass es nur ganz wenige Studien zum Mais 1507 gibt, die nicht offensichtlich von der Industrie beeinflusst sind. Zu zentralen Bereichen der Risikobewertung gibt es nur sehr wenige nach wissenschaftlichen Standards (peer reviewed) veröffentlichte Studien, so zum Beispiel zu Auswirkungen auf sogenannte „Nichtzielorganismen“ wie Bodenorganismen, Schmetterlinge und Nutzinsekten. Gar keine ‘peer reviewed’ Publikationen gibt es zur Untersuchung des Genoms und zu ungewollten Veränderungen in den Inhaltsstoffen der Pflanzen. Bei den Fütterungsstudien gibt es zwar ein paar wissenschaftliche Publikationen, die aber alle von der Industrie durchgeführt wurden.“
Diese mögliche Einflüsse durch die Industrie n habe die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA ihrer Risikobewertung nicht berücksichtigt, moniert Testbiotech. Sie habe die Einseitigkeit der Risikobewertung sogar noch verstärkt. „Aus den vorhandenen Publikationen wurde zum Teil selektiv zitiert und es wurden Befunde weggelassen, die auf ein erhöhtes Risiko für die Umwelt hinweisen.“ Laut Testbiotech ist die EFSA derzeit dabei, im Auftrag der EU-Kommission Eingaben zum Mais 1507, u.a. von Testbiotech, zu prüfen. Erklärt die EFSA, dass es keine neuen Erkenntnisse gebe, könne der EU-Kommissar den Mais Anfang Mai zulassen.

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Aus drei mach eins: Bundesrat einigt sich auf Gentechnik-Stellungnahme

Die Bundesratsausschüsse für Europa, Landwirtschaft und Umwelt haben sich auf eine gemeinsame Entschließung zum „Schutz der gentechnikanbaufreien Landwirtschaft“ geeinigt. Der Text soll vom Plenum des Bundesrates am kommenden Freitag verabschiedet werden.
Ausgangspunkt der Beratungen waren drei unterschiedliche Resolutionen, die von Bayern, Mecklenburg-Vorpommern sowie den rot-grün regierten Ländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eingebracht worden waren. Sie wurden zu einer deutlich längeren Entschließung ausgebaut. Darin fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, „für ein Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedstaaten beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen einzutreten“ und den entsprechenden Vorschlag der Kommission zu unterstützen. In den Verhandlungen auf EU-Ebene soll die Bundesregierung darauf hinwirken, eine „für die Mitgliedstaaten rechtssichere Möglichkeit zu schaffen, den Anbau einer EU-weit zugelassenen Pflanze innerhalb ihres Hoheitsgebietes verbieten zu können.“ Gleichzeitig äußert der Bundesrat Bedenken im Hinblick auf die derzeit auf EU-Ebene diskutierten Vorschläge zur konkreten Ausgestaltung der opt out-Regelung. Auch wollen die Ländern die Bundesregierung dazu bewegen, die vom EU-Parlament bereits 2011 aufgestellten Forderungen zu nationalen Anbauverboten und einer verbesserten Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Zulassung von Gentechnik-Pflanzen zu unterstützen.
Sollte der gentechnisch veränderten Mais 1507 vor einer rechtssicheren Lösung auf EU-Ebene zugelassen werden, bittet der Bundesrat die Bundesregierung „kurzfristig im Rahmen des geltenden EU-Rechts eine Ergänzung der Koexistenzregelungen der nationalen Gentechnik-Pflanzenerzeugungs-verordnung zu prüfen.“ Die Länder erinnern zudem „an die ausstehende bundeseinheitliche Regelung für den Schutz der Imker vor Verunreinigungen ihres Honigs mit GVO“ und fürs Poesiealbum der Bundesregierung gibt es noch ein Ceterum censeo: „Im Übrigen ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene für eine Änderung des EU-Gentechnikrechts einsetzen sollte, um eine Rechtsgrundlage für ein generelles Verbot des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen zu schaffen.“

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Zwei neue Glyphosat-Studien: Wissenschaftler warnen vor hohen Rückständen

Menschen mit chronische Krankheiten weisen höhere Glyphosat-Pegel im Urin auf als gesunde Menschen. Wer vorwiegend Bio-Lebensmittel verzehrt, weist weitaus weniger Glyphosat auf als jemand, der sich konventionell ernährt. Das sind einige der Ergebnisse, die Professor Monika Krüger von der Universität Leipzig im Journal of Environmentally and Analytical Toxicology veröffentlicht hat. Die Tierärztin analysiert seit Jahren die Glyphosatbelastung von Tieren und Menschen. Nun hat sie erneut einige hundert Urin- und andere Proben mit zwei verschiedenen Messmethoden untersucht.
Ihrer Auswertung zeigt, dass dänische Kühe etwas höher mit Glyphosat belastet sind als deutsche. Der Herbizidrückstand ließ sich auch in Organen und Muskelfleisch geschlachteter Tiere nachweisen. Im Urin von Kühen aus gentechnikfreier oder ökologischer Produktion fand sich kein Glyphosatrückstand. Die Ergebnisse ihrer Messung stufte Krüger als „alarmierend“ ein.
Wissenschaftler des norwegischen Zentrums für Biosicherheit haben Sojaproben aus Iowa untersucht, die aus gentechnischem, gentechnikfreiem oder ökologischem Anbau stammten. Während die Gentechnik-Bohnen im Schnitt 9 mg/kg Rückstände an Glyphosat und dessen Abbauprodukt AMPA enthielten, wiesen die anderen Proben keine Belastung auf. Schon aufgrund dieser deutlichen Unterschiede könne man nicht von ernährungsphysiologisch gleichwertigen Produktensprechen, folgern die Norweger in ihrem Aufsatz in der Zeitschrift Food Chemistry. Sie stellten aber zusätzlich auch Unterschiede in der Nährstoffzusammensetzung fest. So enthielten die Ökobohnen weniger gesättigte Fettsäuren..

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Missernte: Vermarktungsverbot für Bt-Baumwollsaatgut

Der indische Bundesstaat Karnataka hat dem indischen Saatgutkonzern und Monsanto-Partner Mahyco verboten, sein genmanipuliertes Baumwollsaatgut weiter in diesem Bundesstaat anzubieten. Der Grund für diese Anordnung waren massiven Ernteverluste im letzten Jahr, die von Bauern aus sieben Provinzen in Karnataka gemeldet wurden. Das Agrarministerium ging zusammen mit Wissenschaftlern den Ursachen nach und fand heraus, dass ein Teil des von Mahyco hergestellten und verkauften Saatguts von minderer Qualität war und nicht den angegebenen Sorten entsprach. Zudem habe Mahyco die mit der indienweiten Genehmigung der Bt-Baumwolle verbundenen Auflagen nicht erfüllt. Zu diesen zählt, dass der Hersteller Trainingsprogramme für die Bauern durchführen muss, die das Saatgut einsetzen.
In dem südindische Bundesstaat, dessen Hauptstadt die Hightech-Metropole Bangalore ist, zählt Baumwolle zu den wichtigsten Agrarrohstoffen. Nach Angaben der Zeitung Business Standard hatten Bauern auf rund 200.000 Hektar zwei Bt-Baumwollsorten von Mahyco ausgesät, die der Hersteller als besonders ertragreich beworben hatte. Doch das Saatgut floppte. In vielen Fällen lag die Ernte 50 Prozent unter dem Durchschnitt. Insgesamt waren über 50.000 Kleinbauern in 1.900 Dörfern von der Missernte betroffen. Deren Schaden bezifferte der Bangalore Mirror auf rund 28 Millionen Euro. Das Geld verlangen die Bauern jetzt von Mahyco zurück. In dem Städtchen Haveri stürmten sie die örtliche Mahyco-Niederlassung, berichtete der New Indian Express.

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Greenpeace-Umfrage: Supermärkte setzen auf Gentechnik-Futter

Neun von zwölf großen Handelsketten wollen nicht garantieren, dass ihre Eier und Geflügelprodukte gentechnikfrei sind. Nur Rewe, Penny und Tegut setzen bei ihren Eigenmarken weiterhin auf gentechnikfreies Futter. Das ergab eine Umfrage von Greenpeace.
Über Aldi, Kaufland, Lidl, Netto und Tengelmann senkten die Umweltschützer komplett den Daumen. Edeka hielten sie zugute, dass es derzeit unter der regionalen Marke „Unsere Heimat“ noch Eier mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel gibt. Insgesamt heißt es jedoch: „Edeka will zwar bei seinen Eigenmarken komplett auf Gentechnik im Tierfutter verzichten, stagniert aber seit Jahren bei der Umsetzung dieses Zieles.“
Zu Rewe schreibt Greenpeace: „Die Rewe-Group plant einen kompletten Ausstieg aus der Fütterung mit Gen-Soja. Bei frischem Hähnchenfleisch und Eiern der Eigenmarken verzichtet Rewe schon jetzt auf Gen-Pflanzen im Futter. Hähnchenfleisch wird unter dem eigenen Pro Planet-Logo „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet. Bei Eiern soll dies folgen.“ Der hessische Filialist Tegut wird von Greenpeace als Vorreiter im Bereich „Ohne Gentechnik“ gelobt.
Gar nicht gefragt wurden Bio-Märkte. Denn dort ist klar, dass komplett auf Gentechnik verzichtet wird. Im ganzen Sortiment. Überall.

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Gentechnik-Spuren im Soja: Bio im Vorteil

Bio-Sojaprodukte sind weniger oft und weniger stark mit Gentechnik-Spuren verunreinigt als konventionelle. Das hat die Jahresbilanz 2013 der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachung (CVUA Freiburg) bestätigt.
163 Lebensmittel mit Soja hatte das CVUA 2013 untersucht und in 46 Fällen (28 Prozent) Spuren gentechnischer Verunreinigungen entdeckt. Konventionelle Proben waren häufiger belastet als Bio-Proben (32 gegenüber 23 Prozent). Alle neun Proben, bei denen die Verunreinigung mehr als 0,1 Prozent betrug, waren konventionell. Auch in einer Auswertung der Ergebnisse von 2009 bis 2013 zeigt sich, dass Bio seltener verunreinigt war.
Minimale Spuren unter 0,05 Prozent fand das CVUA in 5 von 12 Proben von Sojabohnen, die in Baden-Württemberg angebaut worden waren. Als Ursache komme „in erster Linie eine Verunreinigung durch Stäube mit gv-Soja, etwa bei der Lagerung oder dem Transport, in Betracht. Aber auch geringfügig kontaminiertes Saatgut kann als Ursache nicht ganz ausgeschlossen werden.“
Untersucht hatte das Amt auch Mais, Reis, Weizen, Honig, Senf und andere Produkte. In 7 von 47 Honigproben fanden sich Pollen von gv-Raps oder gv-Soja. Auch in einem Senf ließ sich etwas gv-Raps nachweisen. Überraschend hoch waren mit sechs Prozent die Soja-Verunreinigungen im Weizen. „In einer dieser Proben, einem Weizenmehl, waren sogar 3 verschiedene, jeweils zugelassene GV Soja-Events nachweisbar.“
Der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde bewertete den Bericht positiv: „Die Ergebnisse des Jahres 2013 zeigen: Funde von Gentechnik sind nach wie vor selten und wenn, dann liegen sie im Spurenbereich – trotz weltweit steigender Anbauflächen.“

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Nulltoleranz: FAO diskutiert Gentechnik-Verunreinigungen

In Rom sprechen Vertreter von Industrie- und Entwicklungsländern über die Rolle geringfügiger gentechnischer Verunreinigungen im internationalen Warenverkehr. Eingeladen hat die Welternährungsorganisation FAO. Diskutiert wird über technische Aspekte, politische Entscheidungen stehen nicht auf der Tagesordnung.
In Deutschland und der EU herrscht bei Saatgut und Lebensmitteln immer noch Nulltoleranz. Findet sich darin ein nicht zugelassener GVO, ist das damit verunreinigte Produkt nicht verkehrsfähig. Bei Futtermittelimporten hat die Agrarindustrie durch steten Druck diese Regelung bereits aufweichen können. Bei Lebensmitteln sind entsprechende Vorstöße der EU-Kommission bisher gescheitert.
In einer Mitteilung schreibt die FAO, dass die Zahl der Verunreinigungsfälle ständig ansteige und bisher schon 25 Staaten Lieferungen wegen solcher Verunreinigungen zurückgewiesen hätten. Solche Störungen des Handels würden hohe Kosten verursachen. Trotz dieses Alarmismus zeigen die Zahlen der FAO, dass solche Beanstandungen im Vergleich zu den weltweit umgesetzten Mengen einschlägiger Lebens- und Futtermittel minimal sind. Auch deshalb, weil kaum kontrolliert wird.
Die FAO hat durch eine Umfrage bei ihren Mitgliedsstaaten insgesamt fast 200 Verunreinigungsfälle erfasst – für den Zeitraum von 2002 bis 2012. Zwei Drittel davon ereigneten sich von 2009 bis 2012. Betroffen waren vor allem Lieferungen aus den USA, Kanada und China. Die am häufigsten beanstandeten Erzeugnisse waren Leinsamen, Reis, Mais und Papaya. Dabei lassen sich viele der gemeldeten Verunreinigungen auf eine gemeinsame Qwuelle zurückführen. Beim Leinsamen war es das Auftauchen der gentechnisch veränderten Sorte Triffid. Beim Reis handelte es sich vor allem um die Verunreinigung eines Teils der US-Ernte 2006 mit dem Gentech-Reis LL601 von Bayer sowie um gelegentliche GVO-Funde in chinesischer Rohware. In einer Botschaft an das FAO-Treffen plädierten 30 Organisationen aus aller Welt für Nulltoleranz und bessere Kontrollen.

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Ein Grundrecht auf sauberen Honig

Der Imker Karl-Heinz Bablok hat Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt. Er will erreichen, dass beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen Vorsorgepflichten zum Schutz der Imkerei beachtet werden müssen. Für dieses Ziel kämpft Bablok vor Gericht, seit er 2005 Pollen der Gentech-Maissorte MON810 in seinem Honig fand. Zuletzt scheiterte er im vergangenen Jahr vor dem Bundesverwaltungsgericht.
Bisher hatte das Bündnis zum Schutz der Bienen, ein Zusammenschluss von Imker- und Lebensmittelverbänden, die Klagen organisiert und finanziert. Initiiert hatte es Thomas Radetzki, Vorstand des Imkervereins Mellifera. Er sagt: „Es ist unerträglich, dass sich nicht nur das Bundesverwaltungsgericht sondern auch die Bundesregierung darum drückt, Imkern und generell der Lebensmittelwirtschaft Rechtssicherheit zu geben. So bleibt uns Imkern keine andere Wahl, als vor dem Bundesverfassungsgericht um den Schutz unserer Produkte und Bienen zu kämpfen.“
Die Kosten für das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht trägt der Deutsche Imkerbund mit seinen über 92.000 Mitgliedern. Dessen Präsident Peter Maske forderte von der Bundesregierung, sich aktiv für einen Schutz der Imkerei einzusetzen und im nationalen Recht das Notwendige zu regeln: „Eine Koexistenz beim GVO-Anbau und Bienenhaltung ist nur möglich, wenn ausreichende Schutzabstände zu Bienenständen gesetzlich festgelegt werden.“ Vertreten wird Bablok wie bisher durch die Berliner Kanzlei GGSC.
Den größten juristischen Erfolg erzielten Bablok und seine Verbündeten im September 2011 vor dem Europäischen Gerichtshof: Honig mit Gentechnik-Pollen darf nur verkauft werden, wenn der Pollen eine Zulassung als Lebensmittel hat. Und er muss entsprechend gekennzeichnet werden. Letzteres wollen die EU-Kommission und die Mehrheit der Mitgliedsstaaten – darunter Deutschland – mit einem Definitionstrick in der neuen Honig-Richtlinie der EU verhindern. Nun hat auch der Umweltausschuss des EU-Parlaments dieser Umdefinition zugestimmt.

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