Archiv der Kategorie ‘Allgemeines‘

 
 

Schaugarten Üplingen: Begegnung unerwünscht

Ein kleines Stück Alltags-Gen-Filz hat kürzlich der Aktivist Jörg Bergstedt veröffentlicht. Es geht um den Schaugarten Üplingen, der, gefördert vom Bundesland Sachsen-Anhalt, der Gentechnik-Lobby als Propagandagelände dient.

Schon die Sanierung des für den Schaugarten verwendeten Hofgutes wurde vom Land im Zuge der Dorferneuerung mit 137.000 Euro bezuschusst. Im Jahr 2011 flossen noch einmal 152.000 Euro an die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der das Gut gehört. Verwendungszweck: „Umbau und Umnutzung des ehemaligen Maischraumes der Brennerei zum dörflichen Begegnungszentrum“. Auch das EU-Regionalentwicklungsprogramm Leader förderte den Umbau. In diesem dörflichen Begegnungszentrum traf sich die Gentechnik-Lobby im September 2011 zu ihrem deutschlandweiten InnoPlanta-Forum. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsgrünen schrieb die sachsen-anhaltinische Landesregierung: „Die Begegnungsstätte gehört nicht zum Schaugarten oder zur Bio-TechFarm, ist aber öffentlich und kann somit für verschiedene Veranstaltungen angemietet werden.“ Die Bio-TechFarm GmbH ist die Betreiberin des Schaugartens. Daraufhin versuchten gentechnikkritische Gruppen für den 21. April 2012 einen Raum im Begegnungszentrum für eine Podiumsdiskussion anzumieten. Die Ablehnung erfolgte auf Briefpapier der Bio-TechFarm. Die Gentech-Firma wies zudem darauf hin, dass das ganze Gelände privat und das Betreten und Befahren für Unbefugte verboten sei.
Die Podiumsdiskussion wird jetzt am Samstag den 21. April in einer Kirche in der Nähe stattfinden, verbunden mit Spaziergängen rund um den Schaugarten.

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Roundup lässt Schwänze wachsen

Das Monsanto-Herbizid Roundup lässt bei Kaulquappen die Schwänze wachsen. Das zeigte eine Studie der Universität Pittsburgh. Der Autor Rick Relyea nannte das Ergebnis schockierend, weil sich eine völlig unerwartete Nebenwirkung gezeigt hätte.

Rick Relyea hatte in großen Tanks ein natürliches Sumpfgelände nachgebildet und darin drei Arten von Kaulquappen ausgesetzt. In einige der Tümpel gab er Spuren von Chemikalien, die den Kaulquappen die Anwesenheit von Räubern signalisieren. In solchen Fällen ist es normal, dass die Schwänze der Tiere stärker wachsen, damit sie ihren Verfolgern leichter entkommen. In andere Tümpel gab der Forscher Konzentrationen von Roundup, wie sie in einer landwirtschaftlich geprägten Umwelt vorkommen. Auch dort wuchsen den Kaulquappen längere Schwänze. Kamen Räuber-Geruch und Roundup zusammen, wuchsen die Schwänze doppelt so stark wie bei nur einem Faktor.

„Meines Wissens ist es die erste Studie, die zeigt, dass ein Pestizid körperliche Veränderungen bei einem Wirbeltier herbeiführen kann. Darüber hinaus weisen die Daten darauf hin, dass das Pestizid vermutlich die Entwicklungsmuster der Kaulquappen aktiviert hat, mit denen sie auf Räuber reagieren. Zusammengenommen legen diese Entdeckungen den Schluss nahe, dass das am häufigsten eingesetzte Pestizid der Welt möglicherweise weitreichendere Effekte auf Nicht-Zielarten hat, als man bisher annahm“, schreibt Rick Relyea im Abstract seiner Studie. Mit Monsanto kennt er sich übrigens aus. 2005 veröffentlichte er eine Studie, wonach Roundup bereits in geringen Konzentrationen Frösche und Kaulquappen tötet.

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Deutscher Gen-Mais illegal in Polen

Die deutsche KWS Saat AG dränge mit genmanipuliertem Maissaatgut auf den polnischen Markt, obwohl der Verkauf von Gen-Saatgut und der kommerzielle Anbau dort verboten sind. Das wirft das Umweltinstitut München dem größten deutschen Saatgutkonzern vor. Das gentechnikkritische Institut geht davon aus, dass in Polen seit vier Jahren auf etwa 3000 Hektar Gen-Mais MON 810 illegal angebaut wird. Bereits 2009 protestierten zwei polnische Bio-Bäuerinnen gegen diese Praxis und das Wegsehen der polnischen Regierung.
KWS erwiderte, dass in Polen lediglich der Handel mit gentechnisch verändertem Mais untersagt sei, nicht aber der Anbau. Einzelne polnische Landwirte hätten sich im Rahmen des freien EU-Warenverkehrs MON810-Saatgut aus anderen Ländern, etwa der Tschechischen Republik, besorgt. Dabei sei KWS-Saatgut auf 90 bis 180 Hektar Fläche ausgebracht worden.
Das Umweltinstitut hält der KWS vor, vorsätzlich polnisches Recht zu umgehen. KWS/Polen bewerbe auf seiner Internetseite und mit einem Flyer die Vorteile von MON810. Auch im Produktkatalog sei der Gen-Mais aufgelistet. „Mit diesen Werbemitteln werden die Landwirte geködert und dann offensichtlich an den Handel in Tschechien oder Spanien verwiesen“, schreibt das Institut. Es weist darauf hin, dass diese Woche NGOs dem Ministerpräsidenten 40.000 Unterschriften gegen die Agro-Gentechnik übergeben haben.

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EU will Nolltoleranz bei Lebensmitteln aufweichen

Die EU-Kommission will die bisherige Nulltoleranz gegenüber nicht zugelassenen gentechnisch veränderte Organismen in Lebensmitteln aufweichen. Dies meldete der Online-Dienst agrarheute.com unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Kommission. Demnach will die Kommission in den kommenden Wochen einen entsprechenden Vorschlag vorlegen. Der könnte, die mehrheitliche Zustimmung der Mitgliedsstaaten vorausgesetzt, noch vor dem Sommer in Kraft treten.
Bereits im letzten Jahr hatten die EU-Staaten für eine Aufweichung der Nulltoleranz bei Futtermitteln gestimmt. Seither dürfen importierte Futtermittel in der EU nicht zugelassene GVO als Verunreinigung bis zu 0,1 Prozent enthalten. Voraussetzung ist, das der jeweilige GVO in einem anderen Land zugelassen ist und bei der EU ein Zulassungsantrag eingereicht wurde. Begründet wurde der Schritt mit der einheitlichen Festlegung der Probenahme- und Analyseverfahren. Ähnlich könnte nun bei Lebensmittel verfahren werden. Profitieren davon würden zum Beispiel die genmanipulierte Reissorte LL62 von Bayer oder der Gen-Mais MON810. Erst letzten September hatte der Europäische Gerichtshof bestätigt, dass Honig mit geringsten Spuren von MON810-Pollen nicht verkehrfähig ist.
Als treibende Kraft hinter dem Vorstoß der EU nennt agrarheute.com die großen Ölmühlen. Sie importieren jedes Jahr 3,5 Millionen Tonnen Sojabohnen aus denen sowohl Lebensmittel als auch Viehfutter hergestellt werden. Die bisherige Lösung nur für Futtermittel hat ihnen deshalb kaum genutzt. Von der Bundesregierung ist kein Widerstand gegen die Aufweichung zu erwarten. Die CDU/CSU-Fraktion des Bundestags sprach sich schon letztes Jahr dafür aus, generell die Nulltoleranzpolitik der EU zu beenden und Schwellenwerten für nicht zugelassene GVO festzulegen.

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Gerichtshof lässt Imker im Stich

Die deutschen Imker haben keinen Anspruch auf staatlichen Schutz vor verbotenen gentechnisch veränderten Pollen in ihrem Honig, meint zumindest der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Er wies die Berufung von Imker Karl-Heinz Bablok und vier seiner Kollegen zurück. Sie wollten einen Schutzanspruch gegenüber dem Anbau der genmanipulierten Maissorte MON 810 in der Nähe ihrer Bienenstände durchsetzen. Jetzt muss das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheiden.

2005 hatte ein staatliches Versuchsgut MON 810 in der Nähe von Babloks Bienenstand angebaut. Danach war der Honig des Imkers mit den Mais-Pollen belastet und konnte nicht verkauft werden. Seit 2007 wird der Fall vor bayerischen Gerichten verhandelt. Dass MON 810 –Pollen wegen der fehlenden Lebensmittelzulassung dieser Maissorte den damit verunreinigten Honig verkehrsunfähig machen, hatte erst im letzen Herbst der Europäische Gerichtshof bestätigt. Dies hatte der Freistaat Bayern zuvor anders gesehen. Nun ging es noch um die Forderung Babloks nach einem Schutzanspruch. Dieser könnte zum Beispiel in ausreichenden Mindestabständen bestehen oder darin, dass der Anbauer dem Imker die Verlagerung in eine gentechnikfreie Region bezahlt. Der Gerichtshof schreibt dazu: „In der Sache galt es insbesondere zu prüfen, ob die Kläger aus dem Gentechnikgesetz in Verbindung mit der Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung einen Anspruch auf Maßnahmen zum Schutz ihrer Produkte herleiten können. Das wurde im Ergebnis verneint. Die ausführlichen schriftlichen Urteilsgründe werden erst in einigen Wochen vorliegen.“

„Das Urteil ist ein Affront gegen die Imkerschaft“, kommentierte Thomas Radetzki, Initiator des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik. „Das Urteil zeigt, dass Imker – und ebenso Bauern – keinen ausreichenden Schutz vor Gentechnik-Kontaminationen haben“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Nach Auffassung der Anwälte, die Bablok und seine Kollegen vertreten haben, widerspricht die Entscheidung des Gerichts nicht nur dem Verursacherprinzip, sondern auch den Vorsorgepflichten, die der Verwender von gentechnisch veränderten Organismen nach dem Gentechnik-Gesetz beachten muss.

Mehr zum Thema Gentechnik und Honig in Schrot&Korn

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Agro-Gentechnik bedroht 40.000 mexikanische Imker

Der Vormarsch der Agro-Gentechnik in Mexiko gefährdet die Existenz von 40.000 Imker-Familien. Darauf hat der Anbauverband Naturland anlässlich der 2. Weltkonferenz für Öko-Imkerei in der mexikanischen Region Chiapas hingewiesen.

Mexiko ist der drittgrößte Exporteur von Honig weltweit. Auch ein großer Teil des in Deutschland verkauften Bio-Honigs stammt von hier. Der Großteil der mexikanischen Bienenvölker befindet sich auf der dünn besiedelten und reich bewaldeten Yucatan Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik. Doch dort setzt das mexikanische Landwirtschaftsministerium auf Intensivierung und Monokulturen. Mit der erteilten Anbauerlaubnis von 30.000 Hektar GVO-Soja steige die Gefahr, dass der Honig der Yucatan- Halbinsel mit GVO-Pollen verunreinigt wird, warnt Naturland. Da der Honig in Europa nicht vermarktbar wäre, würden die Imker ihren wichtigsten Exportmarkt verlieren. Beunruhigt seien Bauern und Imker auch von Plänen der Regierungspolitiker und Gentech-Konzerne, den kommerziellen Anbau von GVO-Mais zu erlauben. Noch in diesem Frühjahr will Monsanto mit dem ersten kommerziellen Anbau im Norden Mexikos beginnen.
Als positives Beispiel erwähnt Naturland Peru. Das Land setzte im November 2011 ein zehnjähriges Moratorium für den kommerziellen Anbau von genmanipulierten Pflanzen in Kraft. Über 2300 unterschiedliche Kartoffelvarietäten und 55 Maisvarietäten sind noch heute in Peru zuhause. Das Umweltministerium von Peru sieht die Agro-Gentechnik als eine Bedrohung für diese Biodiversität und den enormen Genpool an.

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Salztoleranter Hartweizen- ganz ohne Genmanipulation

Australische Wissenschaftler haben einen salztoleranten Hartweizen gezüchtet. In ersten Feldversuchen erzielten sie damit auf salzigen Böden 25 Prozent höhere Erträge. Auf normalen Böden blieb der Ertrag gleich. Genmanipulation war keine im Spiel, statt dessen ein Urahn des Weizens, den viele Bio-Kunden kennen: Das Einkorn.

Die Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass Einkorn (Triticum monococcu) auf salzhaltigen Böden gut wächst und fanden auch den biochemischen Grund dafür. Einkorn verfügt über ein Protein, das verhindert, dass das Salz in die Blätter transportiert und dort eingelagert wird. Auch das Gen, das für dieses Protein zuständig ist, konnten sie entschlüsseln. Mit konventioneller Zuchttechnik kreuzten die Australier diese Einkorneigenschaft in den Hartweizen ein. In den Versuchen zeigte sich, dass die neue Hartweizensorte zwölf mal weniger Salz in ihren Blättern anreicherte als herkömmlicher Hartweizen. Auf salzigen Böden waren ihre Erträge um ein Viertel höher. Als entscheidend werteten die Wissenschaftler, dass die neue Sorte auf normalen Böden keine Ertragseinbrüche zeigte, sondern genauso ertragreich war wie herkömmliche Sorten. Die Wissenschaftler planen jetzt, das Salztoleranz-Gen in weitere Weizenvarianten einzubringen.

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USA: Just label it!

In den USA wird die Bewegung für eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten immer stärker. Die Initiative Just lable it! hat fast eine Million Unterschriften für eine Petition gesammelt. Mit ihr wird die Lebensmittelbehörde FDA aufgefordert, eine verpflichtende Kennzeichnung für Genfood vorzuschreiben. Die Begründung ist einfach und klar: „Ich habe ein Recht, über die Lebensmittel Bescheid zu wissen, die ich esse und mit der ich meine Familie ernähre.“ 55 Kongressabgeordnete haben die Petition in einem Schreiben an die FDA unterstützt. In Umfragen haben sich 92 Prozent der US-Amerikaner für eine solche Kennzeichnung ausgesprochen. Hinter Just Label it! Stehen über 500 Firmen und Organisationen, von denen viele aus dem Bio-Bereich stammen.

Zulauf erhält die Kampagne, weil im Sommer erstmals in den USA gentechnisch veränderter Süßmais in den Handel kommt. Es wäre das erste Mal, dass ein unverarbeitetes und direkt für den Verzehr bestimmtes genmanipulierte Lebensmittel angeboten wird. Zahlreiche Organisationen drängen die großen Handelsketten wie Wal Mart auf den Gentech-Mais zu verzichten. Öko-Ketten wie Whole Foods oder Traders Joe haben bereits erklärt, dass sie auf den Süßmais verzichten werden. Gentechnikfreiheit können sie für ihr Sortiment – anders als deutsche Bioläden –nicht garantieren. Denn Whole Foods und andere Health Stores verkaufen nur zum Teil zertifizierte Öko-Ware. Der große Rest ist „Natural Food“, für das es keine einheitlichen Kriterien gibt. In solchen Lebensmitteln sind auch genmanipulierte Rohstoffe möglich.

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USA: Wissenschaftler warnen vor resistenten Maisbohrern

22 US-Maisexperten haben die US-Umweltbehörde EPA darauf aufmerksam gemacht, dass die Wirksamkeit der genmanipulierten Maissorten von Monsanto gegen den Maiswurzelbohrer abnimmt. Sie empfahlen der Behörde, das Problem sorgfältig und mit einer gewissen Dringlichkeit zu behandeln, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters.

In deren Bericht heißt es, dass Monsanto seit 2003 Maissorten vermarkte, die das Bt-Toxin Cry3Bb1 bilden, um den Maiswurzelbohrer zu bekämpfen. Inzwischen werde der Schädling zunehmend resistent, die genetische Modifikation verliere ihre Effektivität, die Pflanzen würden immer anfälliger und es drohten Ernteeinbußen. Monsanto redet das Problem klein. Es käme nur auf 0,2 Prozent der in Frage kommenden Flächen vor, heißt es in einer Konzernmitteilung. Die betroffenen Bauern würden intensiv beraten. Als eine Lösung empfiehlt der Konzern den zusätzlichen Einsatz von Insektiziden.
Die Mais-Wissenschaftler warnen davor. Dies würde die Kosten für die Bauern in die Höhe treiben und die wachsenden Resistenzen verschleiern. Die versagenden Maissorten weiter anzupflanzen erhöhe nur das Risiko weiterer Resistenzen. Ein Problem sei es auch, dass mangels anderem Saatgut der genmanipulierte Mais auch in Gebieten angebaut werde, in denen der Wurzelbohrer gar kein Problem sei.

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Gen-Filz: Von Monsanto zur EFSA

Eine Cheflobbyistin der europäischen Lebensmittelindustrie und ehemalige Monsanto-Mitarbeiterin soll Mitglied des Verwaltungsrates der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA werden. Das hat die EU-Kommission vorgeschlagen. Testbiotech und Corporate Europe Observatory (CEO) warnen vor drohenden Interessenskonflikten.

Der 15-köpfige Verwaltungsrat der EFSA leitet die Behörde und stellt sicher, dass sie wirksam und effizient arbeitet und ihren Auftrag erfüllt. Die Mitglieder des Verwaltungsrates haben den Auftrag, im öffentlichen Interesse zu handeln. So schreibt es die EFSA selbst. Das Gremium genehmigt das jährliche Arbeitsprogramm der EFSA und entscheidet darüber, welche Wissenschaftler in die Expertengremien gelangen. Sieben der Mitglieder werden turnusgemäß neu gewählt. Dafür hat die EU-Kommission 14 Kandidaten vorgeschlagen. Berufen werden sie vom Rat der Europäischen Union (also den Mitgliedsstaaten) nach Anhörung des Europäischen Parlaments.

Eine der Kandidatinnen ist Mella Frewen, die seit 2007 den Industrieverband FoodDrinkEurope leitet. Zuvor arbeitete sie fünf Jahre lang für Monsanto als Director Government Affairs EMEA, also als oberste politische Lobbyistin für Europa. Nach Angaben von Testbiotech hat sie sich intensiv dafür eingesetzt, dass die EU die Kontamination von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Pflanzen auch dann toleriert, wenn diese in der EU gar nicht zugelassen sind.

In den letzten beiden Jahren sind mehrere Mitglieder des Verwaltungsrates und anderer EFSA-Gremien als Industrielobbyisten benannt worden. Eine wesentliche Rolle dabei spielte der industrienahe Lobbyverband ILSI. CEO hat in einem Bericht die bisherigen Ergebnisse der öffentlichen Diskussion zusammengefasst. „Die EFSA-Regeln erlauben auch weiterhin eklatante Interessenskonflikte“, heißt es dort in bezug auf die 2011 erneuerten Grundsätze der Behörde. Einen konkreten Vorschlag hat Nina Holland von CEO parat: „Die derzeitigen Bestimmungen sollten so geändert werden, dass die Industrie keinen Einfluss mehr auf das Management der EFSA hat.“

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